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Stadtsparkasse Mönchengladbach optimiert Online-Datenbankanwendung:


17.05.1985 - 

"Rush-hour" nach Dezentralisierung problemlos

MÖNCHENGLADBACH - Zu einer Optimierung ihrer Datenbank-Anwendung trägt in der Stadtsparkasse Mönchengladbach der Einsatz von intelligenten Terminals bei. Unter anderem sorgen die hier installierten Nixdorf-Datenstationen vom Typ 8860 und 8804 dafür, daß bei eventuellen Rechnerausfällen - auch während einer "Rush-hour" im Bankverkehr - kein "Daten-Chaos" entsteht.

Bei täglich bis zu 105 000 Geschäftsvorfällen im Kundenverkehr ist es nicht auszuschließen, daß der Hauptrechner und seine Online-Anbindung einmal ausfallen.

Darum hat sich die Stadtsparkasse Mönchengladbach zur Absicherung des Offline-Falles dezentrale intelligente Terminals angeschafft. Wird nämlich bei der automatischen Überwachung des Antwortzeitverhaltens ein bestimmter Grenzwert überschritten, führt das zur Offline-Verwaltung der Terminalsysteme und einer Aufzeichnung der zwischenzeitlich anfallenden Geschäftsvorgänge auf Offline-Dateien. Sobald die Überlastung des Systems beendet ist schalten die Bildschirme ohne Bedienereingriff auf die Online-Verarbeitung um und buchen automatisch die Informationen aus den Offline-Dateien nach beziehungsweise setzen sie zwischen die mittlerweile eventuell neu anfallenden Online-Posten.

Im Bereich der Datenerfassung realisiert die Stadtsparkasse Mönchengladbach mit Hilfe der Terminalisierung eine dezentralisierte Durchführung von Plausibilitätsprüfungen und -kontrollen. Alle zentral eingehenden Umsätze werden in Belegstapeln zusammengefaßt und über Bildschirmarbeitsplätze in dezentrale Dateien eingegeben. Während des Eintippens erfolgt eine Prüfung jedes laufenden Umsatzes und eine ständige Summenabstimmung des Belegstapels. Erfassungsfehler werden sofort auf dem Bildschirm angezeigt und Belegstapel erst nach einer Kontrolle aller Informationen als sendebereit akzeptiert.

Restart-sichere Online-Datenbankverarbeitung

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit, die sich durch den Einsatz dezentraler Intelligenz bietet, ist die schnelle und restartsichere Online-Datenbankverarbeitung dezentral erfaßter Belegstapel.

Sendebereite Belegstapel sortiert das Terminalsystem automatisch nach Kontonummern. Anschließend nehmen die Datenstationen eine Zusammenfassung mehrerer Umsätze zu einer Eingabe-Message vor. In der Online-Datenbankverarbeitung erfolgt die Speicherung der letzten Eingabe-Message-Nummer in einem korrespondierenden Terminalsatz. Bei automatischer Online-Schaltung des Datenerfassungssystems nach einem Offline-Fall wird dem Terminalsystem die letzte verarbeitete Eingabemessage-Nummer aus der Datenbank übermittelt; das Terminalsystem setzt das Senden danach exakt an dieser Stelle fort.

Bei der Verarbeitung bestimmter Datenfelder in den Kundenadreßsätzen ist in manchen Fällen eine Umverkettung aller mit dieser Adresse verknüpften Konten erforderlich. In der Online-Verarbeitung wird nach Abwicklung einer bestimmten Anzahl von Umverkettungen in der Datenbank eine Wiederaufforderungsnachricht zum Terminalsystem gesendet und eine erneute Nachricht der Bildschirme abgewartet. Alle der TP-Verarbeitung bis dahin zugeordneten Ressourcen wie Page-Buffer, und Page-Pointer werden freigegeben und behindern somit nicht sonstige parallel laufende Online-Transaktionen. Die dezentralen Datenstationen senden automatisch nach Empfang der Wiederaufforderungsnachricht eine neue Message an das Online-System, das die Umverkettungen danach weiter fortführt.

Zur Programmpflege der Terminalprogramme schließlich kommt in unserem Hause die Nixdorf-Software ZVS zum Zuge, die auf einem separaten Test- und Verwaltungssystem mit Anschluß an unseren Host DPS-8/62 von Honeywell Bull läuft. Alle Programme der Terminalsysteme werden übrigens in einem 8-Bit-Format abgestellt. Da im Rahmen der verfügbaren VIP-Prozedur von Bull jedoch nur eine Übertragung in 6-Bit-Formaten möglich ist, erfolgt nach Freigabe einer Programmdatei zunächst eine Umwandlung vom 8-Bit-Format in das 6-Bit-Format, Die modifizierte Datei wird wie sonstige Dateien anschließend in Einzelsegmente aufgeteilt und im "Conversional-Modus" zum Host gesendet. Dort vollzieht sich die Abspeicherung der einzelnen Segmente in einer einfachen Datenbankstruktur.

Jedes dezentral installierte Terminalsystem sendet automatisch zu Zeiten, an denen keine sonstigen Arbeiten vorliegen, Abfragen an den Host über anstehende Dateiübertragungen. Sind in der Datenbank Dateien für die Workstations vorhanden, werden diese wiederum auch im "Conversional-Modus" übermittelt und in Zwischendateien der Terminalsysteme gespeichert. Bei Programmdateien kommt es hierbei zu einer Rückumwandlung vom 6-Bit- in das 8-Bit-Format.

Nach dem korrekten Senden aller Segmente überträgt das Terminalsystem die Zwischendateien in die Originaldateien; mit Einschalten der Terminalsysteme am nächsten Tag werden die neuen Daten wirksam.

Die korrekte Änderung der Originaldateien wird dem Host von jedem Terminalsystem mitgeteilt. Am Folgetag kann über das Test- und Verwaltungssystem der Stand der Übertragung vom Host abgefragt und auf dem Drucker dokumentiert werden.

Durch diese Art der Abwicklung wurde vermieden, daß für die kurzen Übertragungszeiten von Programmen ein separates Leitungsnetz zwischen allen Terminalzentraleinheiten aufgebaut werden mußte. Außerdem ist durch die zentrale Speicherung der zu übertragenden Dateien in der Datenbank die Möglichkeit vorhanden, daß alle dezentralen Terminalsysteme zur gleichen Zeit die für sie notwendigen Dateien vom Host abrufen können.

*Leo Vaessen ist Leiter der EDV-Organistion der Stadtsparkasse Mönchengladbach.

Den Vortrag über den Einsatz von intelligenten Terminalsystemen hielt Vaessen im Rahmen einer kürzlich in Salzburg stattgefundenen Benutzertagung von Honeywell Bull.