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17.05.1985 - 

Rchnerverbund ermöglicht standortunabhängige Online-Kommunikation

RWTU gibt allen Computerklassen eine Chance

ESSEN - Immer weiter verzweigt hat sich im Laufe des letzten Jahres die Datenverarbeitung beim Rheinisch-Westfälischen Überwachungsverein (RWTU). Mit dem Aufbau eines sich heute über das ganze Vereinsgebiet erstreckenden Rechnernetzes, bei dem sich die IBM- und DEC-Welt berühren. wollte der Anwender in erster Linie eine flexible und standortunabhängige Nutzung der DV-Ressourcen ermöglichen.

Der Ausgangspunkt der RWTÜV-Datenverarbeitung war ein zentrales Batch-System von IBM. Es wurde in zwischen von zwei Rechnern 4341 abgelöst, wovon einer als zentrale Produktions- und der andere als Systementwicklungsmaschine und Back-up-System fungiert. Ab 1978 wurden schrittweise umfangreiche dezentrale DV-Ressourcen aufgebaut. Erster dezentraler Rechnerstandort war das Technische Untersuchungs- und Forschungszentrum (TUFZ). Die erstinstallierte PDP-11/ 34 wurde vorrangig für die lokale Dialogdatenverarbeitung für technische Aufgabenstellungen, inklusive der grafischen Datenverarbeitung mit Plottern und Grafikbildschirmen eingesetzt. Mit den Datensichtgeräten des inzwischen abgelösten Systems wurden auch Tischrechnerfunktionen realisiert.

Die Nachfrage nach vorstehend skizzierten Anwendungen ging sehr schnell über den ursprünglichen Benutzerkreis im TUFZ hinaus. Um auch Fachbereichen an anderen Standorten vergleichbare DV-Dienstleistungen zu bieten, wurden bis 1981 weitere Gebäude in Essen und als erste Dienststelle Hagen durch Standleitungen mit der Langemarckstraße verbunden.

Im TUFZ installierte der RWTÜV hierfür zusätzlich einen PDP-11/44-Rechner. Nach und nach wurden alle Dienststellen im Vereinsgebiet mit Terminalanschlüssen versehen und der Durchgriff zu den IBM-Zentralrechnern ermöglicht.

Als erstes Projekt des Bildschirmrechnerdialogs der arbeitsteiligen zentralen/dezentralen EDV realisierte der RWTÜV die Datenerfassung für die Werkstoffzeugnisschreibung. Durch den Einbau von programmierten Fehlerprüfungen in den Erfassungsvorgang und die Weiterleitung der erfaßten Daten über das Rechnernetz an den zentralen Rechner konnte der Verarbeitungszyklus wesentlich beschleunigt werden. Das Verfahren führte zu einer verbesserten Qualität der RWTÜV-Dienstleistungen. Um den weiter steigenden Anforderungen nach flächendeckender Dialogdatenverarbeitung am Arbeitsplatz auch außerhalb Essens kostengünstig nachkommen zu können, entschloß sich der RWTÜV 1982, alle Dienststellen in das Rechnernetz einzubeziehen. Dazu war es erforderlich, an weiteren Standorten Rechner zu installieren Die Hardwareentscheidung fiel zugunsten des DEC-Supermin- VAX-11/750. Dr. Ernst-Hermann Gruschwitz, Leiter der Zentralabteilung "Technische Datenverarbeitung, DV-Informationssysteme, dezentrale Rechnersysteme: "Durch ihre 32-Bit-Architektur erweiterten die VAX-Systeme wesentlich die DV-Einsatzmöglichkeiten gegenüber den bis dato eingesetzten 16-Bit-Rechnern."

Verbindung auch zu CDC-und Sperry-Rechnern

Alle vier Superminis werden von der VAX- 11/750 in Essen-Langemarckstraße aus operatormäßig betreut. Die anderen Standorte haben keine Systembediener.

Die Rechnerkopplung erfolgt mit DECnet. Diese Netzwerksoftware ermöglicht restriktionsfreien Datenaustausch und Durchgriff auf anderen Rechner. Die Funktion eines Kopplungsrechners übernimmt die PDP-11/44 in der Langemarekstraße. Sie stellt die Verbindung sowohl zu den zentralen IBM-Rechnern in der Hauptverwaltung als auch zu externen Rechenzentren mit CDC-, IBM-oder Sperry-Rechnern her.

Für die verteilte Datenverarbeitung zuständig ist das Hauptsachgebiet "Dezentrale Rechnersysteme". Seine Aufgaben sind der Betrieb und die Betreuung der dezentralen Rechner an den verschiedenen Standorten sowie des Datenfernverarbeitungsnetzes, ebenso die Kopplung des Rechnernetzes mit externen Rechenzentren. Die Fachabteilungen werden beim Einsatz von Arbeitsplatz- und Laborrechnern unterstützt. Das schließt die Erstellung und Pflege von lokaler Software ein.

VAX ist lokaler Nahbreich zugeordnet

Da der RWTÜV eine durchgängig kompatible DDP-Rechnerlinie installiert und miteinander vernetzt hat, kann die Software zentral und damit kostengünstig entwickelt und gewartet werden.

Die größeren dezentralen Anwendungen im gesamten Vereinsgebiet laufen auf den vier VAX-11/750-Superminis. Dazu gehören sowohl komplexe technisch-wissenschaftliche

Programmsysteme (beispielsweise für Immissionsprognose-Rechnungen) als auch traditionelle Anwendungen. Jeder VAX-11/750 ist ein lokaler Nahbereich zugeordnet, wobei flexible Umschaltungen zu den anderen Rechnern innerhalb des RWTÜV-Netzes möglich sind.

Online-DV über mehrere Standorte hinweg

Durch den Einsatz von 32-Bit-Rechnern war es dem RWTÜV auch möglich, ein umfangreiches kommerzielles Programmpaket (Auftragsverwaltung und Zeitabrechnung), dezentral unter Einbeziehung der Sachbearbeiter, im Bildschirmdialog zu realisieren.

Im Rahmen des Rechnerverbundes können die Dialoganwender verschiedener Standorte online miteinander kommunizieren. Ferner sind Fernschreiben, die - meist mit DECtext - an Bildschirmarbeitsplätzen erstellt werden, direkt an die Fernschreibzentrale übertragbar.

An die VAX-11/750 in Essen-Steubenstraße und -Langenmarckstraße sind auch Plotter für grafische Anwendungen angeschlossen. Grafikbildschirmgeräte stehen in verschiedenen Abteilungen.

Auf allen Bildschirmterminals der VAX-11/750-Rechner des RWTÜV kann auch Textverarbeitung gemacht werden. Als Textverarbeitungssoftware ist DECtext eingesetzt. Das Programm wird im jeweiligen VAX-Rechner vorgehalten. Die sich bietenden TV-Möglichkeiten werden für die allgemeine Korrespondenz genutzt, aber auch für das Erstellen von Gutachten und Prüfberichten. Soweit Schönschreibqualität erforderlich ist, erfolgt die Textausgabe in den Sekretariaten auf Typenraddruckern.

Ende 1983 hat der RWTÜV damit begonnen, Arbeitsplatzcomputer der PDP-11-kompatiblen Professional-Serie von DEC in sein Rechnernetz einzugliedern. Diese Kleinrechner verhalten sich für die VAX-11/750-Superminis wie Bildschirmterminals. Ihre Benutzer können dadurch alle im Rechnernetz vorhandenen EDV-Ressourcen uneingeschränkt nutzen und mit allen im Netz vorhandenen Rechnern Daten austauschen.

Darüber hinaus sind diese Geräte leistungsfähige Tischrechner der PDP- 11 -Klasse. Sie werden beim RWTÜV unter anderem zur Bearbeitung überschaubarer lokaler Aufgabenstellungen eingesetzt, wie Berechnungen, Datenerfassung und Textverarbeitung.

Der Rheinisch-Westfälische Technische TÜV ist durch seine Prüfstelle für Software-Qualitätssicherung ins besondere Blickfeld der EDV gerückt. Er führt begleitende Untersuchungen und Prüfungen sowie die Endabnahme von Programmen durch, erstellt nach vereinbarten Zielvorgaben Prüfberichte, erteilt Zertifikate und vergibt auf freiwilliger Basis Prüfplaketten.

Forschung und Entwicklung im Umweltschutz

Der RWTÜV bietet seine Dienstleistungen weitgehend in örtlicher Kundennähe an. Die Fachbereiche sind am Sitz der Hauptverwaltung in Essen über mehrere Standorte verteilt. Dienststellen befinden sich in Dortmund, Duisburg, Hagen und Siegen.

Mit dem Technischen Untersuchungs- und Forschungszentrum (TUFZ) in der Essener Langemarckstraße hat sich der RWTÜV eine Einrichtung geschaffen, in der spezielle Untersuchungen und Prüfaufgaben aus nahezu allen Bereichen seiner Tätigkeiten durchgeführt werden. Ebenso erfolgen dort Forschungsund Entwicklungsarbeiten auf den Gebieten des Umweltschutzes, der Energietechnik, der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit technischer Anlagen sowie der Prüfverfahren und -techniken. Ulf Bauernfeind

Die Hardware

(RWTU-Rechnerausstattung ohne Prozeßdatenverarbeitung. Stand März 1985)

Essen-Steubenstraße:

2 BM 4341

1 VAX-11/750

Essen-Langemarckstraße:

1 VAX-11/750

1 PDP-11/44

Essen-Kurfürstenstraße:

1 VAX-11/750

Hagen:

1 VAX-11/750

Außerdem sind seit Ende 1983 eine Reihe von Arbeitsplatzcomputern der PDP-11-kompatiblen DEC-Professional-Serie in das Rechnernetz eingegliedert worden.