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17.09.2008

RZ-Abwärme heizt Büros

Stefanie Schoene
Der Data-Center-Betreiber Hostway probt intelligente Kühlkonzepte und wird damit zum Energieversorger.

Schnellere, dafür aber auch heißere Prozessoren und enorme Energiekosten stellen hohe Anforderungen an Klimatisierungssysteme und Budgets der Betreiber von Rechenzentren. Das musste auch der Web-Hosting-Anbieter Hostway Deutschland erfahren. Er betreibt in Hannover ein Data Center, das aus vier voneinander unabhängigen, netztechnisch aber miteinander verbundenen Anlagen besteht. Es ist hochperformant ausgelegt.

Kraftwerk im Haus

Für die Datensicherheit sorgen spezielle Security-Appliances, unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) und Zutrittskontrollsysteme. Dazu kommen spezielle Konfigurationen wie redundante Strom- und Netzwerkspeisung sowie Load-Balancing-Systeme, bei denen die Leistung auf verschiedene Server möglichst gleichmäßig verteilt wird. Für mehr Effizienz in dieser Anlage wurde Hostway sogar zum Energieversorger.

Mit Strom versorgt Hostway die Rechenzentrumsanlagen über eine Zehn-Kilowatt-Anlage und einen 1000-Kilovoltampere-Transformator. Dazu kommen eine USV-Anlage mit 720 KVA und zwei Dieselgeneratoren mit je 1000 KVA. Diese sorgen unter anderem für eine Temperatur von 21 Grad Celsius (plus/minus zwei Grad Celsius) im Rechenzentrum.

Wärme für die Nachbarn

Um die Energiekosten für die Server-Kühlung im Zaum zu halten, setzt Hostway in allen deutschen RZ-Anlagen unter anderem auf die so genannte Freikühlung. Hierbei werden niedrige Außentemperaturen zur Wasserkühlung genutzt, die Kühlmaschinen schalten sich erst ab einer bestimmten Außentemperatur ein. Außerdem speist Hostway die im Data Center anfallende Warmluft über die Rückkühler in das Heizsystem ein. "Mit der Abwärme, die wir produzieren, können wir nicht nur die Büros in der Firmenzentrale, sondern auch noch die Gewerbeflächen in unserer Nachbarschaft heizen", erklärt Cord Bansemer, CEO der Hostway Deutschland GmbH.

Abwärme nach Plan

Die neueste Rechenzentrums-Anlage des Unternehmens ging im Sommer 2007 in Betrieb und ist druckbodenklimatisiert. Dieses Kühlungskonzept basiert auf einer gezielten Luftführung mit einem höheren Wirkungsgrad der Kühlung. Dabei sind die Racks auf den Doppelböden in Reihen und nach dem Front-zu-Front-Prinzip aufgestellt. Die Kaltluft wird den Servern mit einer Vorlauftemperatur von 22 Grad über gelochte Doppelbodenplatten und gelochte Schranktüren von vorne zugeführt. "Hinter den Racks wird die Warmluft über die Decke wieder abgesaugt. Die Kaltluftgänge vor und die Warmluftgänge hinter den Schränken sind klar voneinander getrennt", schildert Bansemer das Prinzip. Hostway baute hier einige neue Rack-Reihen des Herstellers Schäfer IT auf. Bei der Einrichtung der Server wurde darauf geachtet, dass pro Rack nicht mehr als vier Kilowatt Abwärme entstehen - eine für dieses Kühlkonzept optimale Leistung. Zur weiteren Verbesserung sollen die Kalt- und Warmluftgänge je nach Temperatur demnächst zumindest nach oben verschlossen werden.

Räume mit Kaltluft

Mittlerweile befindet sich auf dem Hostway-Gelände in Hannover ein fünftes Rechenzentrum im Bau, in dem das Prinzip der Kalt- und Warmluftgänge konsequent weiterentwickelt wird. "Hier werden die Racks bis zur Decke reichen und komplett geschlossene Kalt- und Warmlufträume entstehen", erklärt Bansemer. "Zur Kühlung können sich die Server je nach Bedarf aus dem Kälteraum bedienen. So werden Hochdruck-Kaltluftpressen komplett überflüssig." (jm)

Das Sparkonzept

  • Freikühlung in allen Rechenzentren: Niedrige Außentemperaturen werden zur Wasserkühlung genutzt.

  • Die im RZ anfallende Warmluft wird über Rückkühler in das Heizsystem eingespeist.

  • Kaltluftgänge vor und Warmluftgänge hinter den ServerSchränken. Pro Rack dürfen nicht mehr als vier Kilowatt Abwärme entstehen.