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13.06.1975 - 

Standleitung zum Großrechner ersetzt MDT-Anlage

RZ-Kunde ständig online

WUPPERTAL - Gerd Prange, Inhaber des Schuhhauses Klauser KG. in Wuppertal, kann jederzeit erfahren, welche Schuhmodelle in seinem Geschäft am meisten verkauft werden: er ist über ein Bildschirmgerät online mit dem 1,5 Kilometer entfernten Rechenzentrum der Zeda Gesellschaft für Datenverarbeitung verbunden.

Ohne die Investition eines eigenen Computers kann das Schuhhaus die Leistungen und den Komfort der Groß-EDV nutzen: Eine IBM/ 370-145 im Rechenzentrum der Zeda, einem Unternehmen der Vorwerk-Gruppe, bearbeitet nicht nur die gesamte Verwaltungsarbeit von der Bestellung über die Kassenabrechnung bis zur Verkäuferinnenabrechnung, sie gibt auch in Sekundenschnelle Auskunft, wenn die Klauser-Geschäftsführung aktuelle Daten für Entscheidungen benötigt. Hermann Richter, Prokurist im Hause Klauser, nennt an einem praktischen Beispiel die Vorteile des Direktabfragesystems: "Wenn schönes Wetter ist, dann gehen Sandalen reißend weg und es muß schnellstens nachbestellt werden. Da können wir nicht erst das Lager nachzählen."

"Hitliste" der bestverkauften Schuhmodelle

Im Zeda-Service bekommt das Klauser-Management eine "Hitliste" der 15 bestverkauften Artikel. Aufgegliedert nach Filialen zeigt diese Statistik, wohin der Modetrend geht. Aus den im Zeda-Computer gespeicherten Daten, die täglich aktualisiert werden, liefert der "Schnelldatenservice" 35 verschiedene Informationen über Bestellungen, Lagerbewegungen und Verkäufe. Allein nach den umgesetzten Stückzahlen errechnet sich, welche EDV-Kosten der Firma Klauser monatlich entstehen: Zeda berechnet nach verbuchten Verkäufen pro Paar Schuhe 15 bis 20 Pfennig. Freut sich Michael Bauer, Marketingleiter des Service-Unternehmens:

"Wenn Klauser gute Geschäfte macht, dann geht es uns auch gut." Auch Gerd Prange bereut heute - fünf Monate nach der Umstellung auf das neue Verfahren - die Entscheidung für Datenverarbeitung außer Haus nicht: "Wir haben jetzt eine volle Übersicht über die Entwicklung des ganzen Sortiments, können unsere Filialen besser steuern und machen bei kleinerem Lager mehr Umsatz."

"Sprung ins kalte Wasser"

Er bekennt allerdings freimütig, daß zur Verabschiedung des Konzepts einiger Mut gehörte: "Die Umstellung war für uns ein Sprung ins kalte Wasser."

Für das Direktabfragesystem interessieren sich inzwischen eine Reihe von Einzelhandelsfirmen, vor allem aus der Schuhbranche, wie CW von Zeda erfuhr.

Das System läßt zu, daß Ein- und Ausgabe voll flexibel gehandhabt werden, so daß jeder Kunde aus den verschiedenen Möglichkeiten (Lochkarte, Lochstreifen, Magnetband, Direkterfassung per Bildschirm, Kassenterminal) die für ihn passende Datenerfassungsmethode auswählen kann.

Zudem kann das Informations- und Abrechnungssystem in jedem Rechenzentrum implementiert werden, das über eine TP-fähige Anlage verfügt.

65 Programme

An der Entwicklung des datenbank-orientierten Direktinformationssystems hatte die Klauser KG. maßgeblichen Anteil. Das Projekt wurde innerhalb von vier Monatem realisiert, was nur durch den Einsatz wirkungsvoller Software-Werkzeuge für die Amvendungsprogramme und die Datenbank erreicht werden konnte, wie Michael Bauer erklärt. Zum Aufbau der Datenbank wurde der Programmgenerator Isogen eingesetzt. Diese Datenbank-Software - in ihrer Größe abhängig von der Datenbankstruktur und der Dateianzahl - benötigt für die Verwaltung der "Schuh-Datenbank" unter dem Betriebssystem OS 45 KB, was bei einer Hauptspeicherkapazität der installierten 370/145 von 1024 KB "nicht ins Gewicht falle".

"Sollten wir einmal soviel Kunden für unseren Schnelldatenservice haben, daß die Anlage aufgestockt werden muß, nehmen wir das gerne in Kauf", meint der Zeda-Marketingmann scherzhaft.

Für die Erstellung von 46 Stapelprogrammen (Änderungsdienst und Auswertungen) wurde das von Zeda entwickelte Programmiersystem STICO (Standard Interpretations- und Compilierungssystem) verwendet. STICO erzeugt aus 17 Funktionsanweisungen - sprich Makrobefehlen - ein vollständiges, lauffähiges Programm: Automatische Funktionen ersetzen bestimmte Programmroutinen. Außer den genannten Auswertungsprogrammen wurden noch 19 Online-Programme für Abfrage und Datenerfassung geschrieben.