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18.04.1975

S32 auch für die Groß-EDV interessant

Bereits heute sind nahezu 50 Prozent der MDT-Anlagen in Großunternehmen installiert. Das Konzept verteilter Intelligenz wird sich immer weiter durchsetzen, je mehr preisgünstige, fernverarbeitungstaugliche Satelliten-Stationen auf den Markt kommen. Die Ankündigung des Systems 32 ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Möglicherweise ein Meilenstein.

IBM's neueste Ankündigung ist weder von der Hardware noch von der Software besonders interessant, dergleichen hat es hierzulande schon seit längerem gegeben. Auch der Preis ist keine Sensation. Die Hardware ist recht günstig, die Software - sofern vorhanden - erscheint eher teuer. Von Erdrutsch keine Rede, den hatte ja auch keiner erwartet.

BRD ist ein anderer Markt

Auch die zu erwartenden Vertriebsanstrengungen des IBM-Geschäftsbereiches Basis-Datenverarbeitung dürften nicht das überschreiten, was auch die wichtigeren Mitbewerber zu bieten haben.

So mag das System 32 für die IBM auf internationalen Märkten ein Erfolg werden, - wie die Firma das gewohnt ist. In der Bundesrepublik Deutschland, dem Heimatland des MDT-Konzeptes, wird es ihr wohl kaum gelingen, diese Kleinanlage entsprechend der Anzeigen-Strategie vor allem an solche Anwender abzusetzen, die bisher noch keine EDV- oder MDT-Anlage einsetzten, - zumal das Heer der IBM-Schreibmaschinenverkäufer dieses System nicht vertreiben wird.

Vielmehr dürfte IBM mit dieser MDT-Anlage vor allem bei Groß-EDV-Anwendern, die IBM-Systeme installiert haben, reussieren. Wie gerne EDV-Anwender ihre gesamte Hardware aus einer Hand kaufen, egal wie teuer, zeigt sich am schleppenden, zaghaften Erfolg der Mixed-Hardware-Anbieter. Das wird um so mehr gelten, wenn - wie in diesem Fall - das IBM-Angebot eher preisgünstig ist. Die Kosten teurer Standard-Software interessieren den Großanwender nicht, der ohnehin nur den RPG II Compiler und die Utilities bestellen dürfte.

Lieber "reinrassige" Systeme

Immerhin ist man in Paderborn, Villingen, Nürnberg und anderswo nicht entmutigt. Man meint immer noch die besseren Produkte auch für dieses Marktsegment anbieten zu können. Rationelles Abwägen ist jedoch nicht immer das alleinige Kriterium, - auch wenn darauf hingewiesen werden kann, daß das System 32 als reine Mono-Maschine nur mit einem Dialog-Platz arbeitet, daß die Datensicherung stark behindert ist, und daß ein Upgrade zum System 3 recht teuer kommen dürfte. Es ist anzuzweifeln, ob diese effektiven Wettbewerbsvorteile beim Anwender tatsächlich den Wunsch nach einem "reinrassigen" System ändern können.

Keine teuren online-Lösungen

Das Konzept verteilter Intelligenz wird künftig erneut überdacht werden müssen. Dezentralisierung braucht nicht immer zu online-Lösungen mit teuren Leitungsgebühren führen. Intelligente Außenstationen, die einmal täglich zu Billig-Tarifen mit der Zentrale kommunizieren, müssen als Alternative bei jeder neuen System-Konzeption bedacht werden.

Davon wird vor allem die IBM profitieren, die Mitbewerber aber auch, denn was sie seit langem predigen, wurde nun durch den Marktführer eingesegnet.