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Entity-Relationship-Erweiterung für Adabas vorgestellt:


02.06.1989 - 

SAG kehrt Codd und Date den Rücken

KÖLN (qua) - Ins DBMS-Abseits stellt sich die Darmstädter Software AG (SAG) mit der Ankündigung von "Adabas Entire": Anstatt dem DB2-Anbieter IBM ein Heimspiel auf relationalem Boden zu liefern, ziehen sich die Hessen auf einen Nebenspielplatz zurück: auf den Entity-Relationship-Ansatz (ERA).

Diese objektorientierte Methode der Datenspeicherung ist keineswegs neu: Mitte der 70er Jahre von Peter Chen entwickelt, wird sie zur Zeit vor allem in den frühen Phasen der Anwendungsentwicklung eingesetzt. Die in der Analyse gewonnenen Daten werden dann in hierarchische, netzwerkorientierte oder relationale DBMS-Strukturen übersetzt.

Mit der Adabas-Erweiterung "Entire", verspricht SAG-Vorstand Peter Pagé seinen Kunden, können die Daten aus der ERA-orientierten Analyse unmodifiziert in das DBMS übernommen werden. Die voraussichtlich im November dieses Jahres verfügbare Datenbank-Komponente ermöglicht es dem Anwender, Beziehungen zwischen Datenobjekten im DBMS abzubilden, zu pflegen und als Suchkriterien zu verwenden. Kein Problem sei auch eine rekursive Abfrage in beliebiger Tiefe ("... die Freunde der Freunde der Freunde ... von ...").

Wie Pagé berichtet, hat die SAG bereits 1979 mit der ERA-Implementierung begonnen; 1984 sei die Entwicklungsarbeit beendet worden. Die Ergebnisse hätten Eingang in die Case-Umgebung "Predict" und das Wissensbasis-Tool "Natural Expert" gefunden.

Um dem Markt ein ERA-basiertes DBMS anzubieten, war die Zeit nach Ansicht des SAG-Vorständlers bislang noch nicht reif. Dessen ungeachtet wurde aber auch anderswo an der Implementierung des ERA in ein Datenbank-Management-System gearbeitet. So bastelt Peter Dadam im Auftrag der IBM an einem Prototyp mit der Bezeichnung "AIM-P"; Hewlett-Packard nennt sein Datenbank-Versuchskaninchen "Iris"; die Kölner Infodas GmbH reklamiert NF2-Relationen für ihr DBMS "Pisa"; Unisys und der kanadische Software-Anbieter Zanthe weisen lauffähige Produkte auf der Grundlage des ERA vor.

Seine Umsatzerwartungen für das erste Jahr nach der "Entire"-Freigabe nennt Pagé "minimal". Von den Kunden werde ein Umdenkprozeß verlangt, der sich über zwei Jahre hinziehen könnte.

Viele Anwender werden der SAG möglicherweise die Gretchenfrage stellen: "Wie haltet Ihr's mit unserer Daten-Altlast?" Pagé

vertröstet seine Kundschaft mit einer Option, die in drei Jahren eingelöst werden soll: "Wir sind dabei, eine Brücke zu bauen, um alle bestehenden Daten in die neue Struktur überführen zu können." (Siehe auch COMPUTERWOCHE Nr. 23 vom 26. Mai 1989, Seite 7: "Es war schon immer alles relativ relational.")