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26.10.2004

Sainsbury kreidet IT-Probleme Accenture an

Handelskette will einen Drei-Milliarden-Dollar-Vertrag neu verhandeln.

Die britische Supermarktkette Sainsbury Plc. hat Probleme. Im Juli veröffentlichte sie eine Gewinnwarnung für das am 26. März 2005 endende Geschäftsjahr; jetzt wurden die Gründe für die pessimistische Einschätzung offenkundig: Das für die vier neuen Distributionszentren entwickelte Automatisierungssystem war nicht in der Lage, den Nachschub für die Sainsbury-Läden zu regeln, so dass etliche Regale leer blieben. Für Sainsbury zog dies nicht nur Umsatzausfälle und Kursverluste nach sich, sondern auch Abschreibungen für angeschafftes, aber nicht genutztes IT-Equipment und weitere Investitionen in die Neugestaltung des als zu komplex beurteilten Systems. Presseberichten zufolge belaufen sich die Kosten für überflüssige IT- und Automatisierungs-Assets auf umgerechnet 460 Millionen Dollar, der Wertverfall der Sainsbury-Aktie schlägt mit mehr als 50 Millionen Dollar zu Buche.

Für diese Unannehmlichkeiten macht Sainsbury das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Accenture verantwortlich. Mit ihm unterhält der Handelskonzern seit 2000 ein weitreichendes Outsourcing-Abkommen. Der Deal gilt als Herzstück des mit 3,2 Milliarden Dollar bewerteten "Business-Transformations-Programms".

Gegenstand der Vereinbarungen zwischen Sainsbury und Accenture waren insbesondere die Übernahme der Personalabrechnung und der Betrieb der IT-Infrastruktur für die 530 Läden der Handelskette. So hoffte Sainsbury, rund 62 Millionen Dollar jährlich einsparen zu können. Im Rahmen des Outsourcing-Kontrakts wechselten rund 800 Sainsbury-Mitarbeiter den Arbeitgeber. Ursprünglich auf sieben Jahre befristet, wurde der Vertrag vor einem Jahr überarbeitet und um drei Jahre, also bis 2010, verlängert.

Tatsächlich ist der für die IT aufgewendete Umsatzanteil aber nicht gesunken, sondern sogar gestiegen. "Außerdem haben die IT-Systeme nicht den erwarteten Produktivitätsgewinn gebracht", teilte der frisch gebackene Sainsbury-CEO Justin King jetzt mit. Aus diesem Grund möchte das Handelsunternehmen künftig stärker in die Auswahl und Implementierung von Systemen und Lösungen einbezogen werden. Die vorgesehenen Erneuerungen sollen fürs Erste ausgesetzt und die bereits vorhandene Technik weiter ausgeschöpft werden. Darüber hinaus ist geplant, die internen IT-Kapazitäten wieder aufzubauen.

Accenture hingegen betrachtet sich als unschuldig an den IT-Problemen der Supermarktkette. Zwar zeichne man für das IT-Transformations-Programm als Ganzes verantwortlich, so der Dienstleister, doch die automatisierten Verteilungszentren fielen nicht unter den Vertrag mit Sainsbury. (qua)