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20.01.2006

Salesforce.com greift SAP und Co. an

Der Anbieter von CRM-Mietlösungen tritt mit "App Exchange" gegen die Hersteller von Business-Software an.

Hatte sich Salesforce.com bisher nur als Vermieter von Funktionen für das Kundenbeziehungs-Management hervorgetan, will er nun mit App Exchange ein neues Kapitel aufschlagen. Die jetzt freigegebene Internet-basierende Softwareplattform soll es Drittfirmen erlauben, eigene Applikationen zu entwickeln und mit den vorhandenen CRM-Funktionen zu koppeln.

"Winterkollektion"

Zu den Neuerungen der Version "Winter 08" zählen:

Überarbeitetes GUI: Das Interface soll sich intuitiver bedienen lassen, da Informationen schneller zu finden sind. Der Vorgänger ist jedoch weiterhin verfügbar, so dass Anwender nicht gezwungen sind, das aktuelle Frontend zu nutzen.

Territory-Management: Dies umfasst vom Anwender definierbare Regeln, die Kunden mit den richtigen Key-Account- beziehungsweise Gebietszuständigen zuordnen.

Kampagnen-Management: Nun können von jedem Punkt der Applikation aus Kunden in eine Kampagne eingefügt werden. Vertriebsmitarbeiter können Listen mit den vom Marketing für eine Kampagne ausgewählten Kunden prüfen und erweitern.

Forecasting: Damit lässt sich Geschäftsentwicklung prognostizieren und der Fortschritt von Vertriebsprojekten verfolgen. Neu hinzugekommen sind Vorhersagen auf Ebene von Stückzahlen und Produktgruppen.

Geschäftsdatenanalyse: Zusätzliche Suche in Berichten, neue Ansichten und kundenspezifische Anpassungen.

"Outlook Edition 2.0": Integrierte Synchronisation mit dem Microsoft-Programm Outlook und mehr Kontrollfunktionen für den Administrator.

"Offline Edition 2.0": Die Client-Software legt nun Daten in einer SQL-Datenbank ab.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

571056: Partnerschaft mit iAanywhere;

570404: Sammelklage abgewiesen;

570221: Ausfälle bei Salesforce.com.

Nach Angaben des Unternehmens kann App Exchange bereits 160 solche Applikationen aufweisen. Viele davon wurden von kaum bekannten Herstellern beigesteuert. Doch es finden sich auch klingende Namen. Adobe Systems etwa koppelt einen Online-Dienst an, mit dem Mieter des CRM-Systems Vertriebsdokumente in das Portable Document Format (PDF) umwandeln können. Der Business-Intelligence-Anbieter Business Objects fügte eine spezielle Version des Tools "Crystal Reports" ein, so dass CRM-Anwender Berichte erzeugen können. Und der VoIP-Dienstleister Skype hat seinen Telefonservice mit dem Kontakt-Management der Softwareplattform gekoppelt. Nutzer können auf diese Weise per Internet-Telefonie mit Kunden sprechen.

Laut CEO Marc Benioff setzt App Exchange in der Branche neue Maßstäbe. Im Gegensatz zu den Angeboten der Wettbewerber - dazu zählen für Benioff vor allem SAP, Oracle und Microsoft - laufe die Plattform auf Internet-Basis, so dass sich der Anwender nicht mit dem Betrieb von Software plagen müsse. Die Konkurrenten seien noch damit beschäftigt, monolithische und für den Kunden aufwändig zu wartende Softwarepakete zu schreiben.

App Exchange soll als Entwicklungsplattform für Service-orientierte Software nicht nur für CRM-basierende Lösungen dienen, sondern auch für solche, die andere Prozesse in Unternehmen betreffen. Wie SAP und Oracle arbeitet Salesforce.com nach eigenen Angaben an einer Softwareplattform, die es gestatten soll, aus Web-Services Geschäftsprozesse zu gestalten - mit dem Unterschied, dass die Umgebung des CRM-Vermieters in einem zentralen Rechenzentrum läuft.

Eine weitere Gemeinsamkeit der Konkurrenten ist ihr Bemühen, Partner wie beispielsweise unabhängige Softwarehäuser (Independent Software Vendors, kurz ISVs) zu gewinnen, die auf Grundlage der jeweiligen Plattform neue Produkte entwickeln. Doch während die Softwarehäuser dabei Lizenzen für die Infrastruktur verkaufen wollen, wünscht sich Salesforce.com weitere Mieter in seiner Hosting-Umgebung. Diese Partner entrichten eine monatliche Nutzungsgebühr, die sie von den Anwendern ihrer mit App Exchange gebauten Lösungen eintreiben.

Neben der App-Exchange-Freigabe stellte Salesforce.com die neue Version "Winter 06" seiner Mietsoftware vor (siehe Kasten "Winterkollektion").

Weiteres Data Center

Im vergangenen Dezember erlebten die CRM-Mieter eine böse Überraschung, als ihre Web-Applikationen für etwa zweieinhalb Stunden nicht verfügbar waren. Solche Pannen sollen laut Benioff der Vergangenheit angehören. Man habe die technische Basis der Mietsoftware umgekrempelt und ein weiteres Data Center an der amerikanischen Ostküste errichtet, das im Falle einer Störung den Betrieb übernimmt. Europäische Rechenzentren gibt es bislang keine. (fn)