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24.02.2006

Salesforce.com integriert SAP-Backends

Der Applikationsvermieter bietet Schnittstellen zu ERP-Systemen hinter der Firewall der Kunden.

Primär ist Salesforce.com ein Anbieter von CRM-Programmen zur Miete. Mit "Appexchange", einer Entwicklungs- und Applikationsplattform, sollen Anwender darüber hinaus in der Lage sein, ihre CRM-Umgebung mit Softwaremodulen zu erweitern. Diese Module stammen von Partnerfirmen, die Funktionen für Appexchange entwickeln und eigenständig über die Internet-Plattform verkaufen. Wie in einem Online-Shop können Mieter diese Bausteine erwerben. Salesforce.com fördert die Entwicklung, will daran aber nicht verdienen. Interessiert ist das Unternehmen lediglich daran, möglichst viele Kunden für das Mietmodell zu gewinnen; und die Partnerfunktionen machen die Umgebung attraktiver. Nach Angaben des Deutschland-Chefs Peter Steidl gibt es beispielsweise Module für das Bestell- und Mahnwesen sowie für die Rechnungsabwicklung.

Salesforce.com in Zahlen

Kunden weltweit: 18 700.

500 in Deutschland, jeder zehnte betreibt laut Salesforce.com SAP-Software im Backend.

Anwender weltweit: 351 000.

Durchschnittliche Anzahl User pro Kunde: 18.

Die Kunden verteilen sich Firmenangaben zufolge zu je einem Drittel auf Kleinunternehmen, mittelständische Betriebe und Großfirmen.

Mitarbeiter insgesamt: 1300, davon 20 in Deutschland.

Mietangebote:

Professional Edition: 70 Euro (für den Mittelstand).

Enterprise Edition: 135 Euro (bietet zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten und Zugriff auf Integrationsmodule).

Unlimited Edition: Preis noch nicht festgelegt (Zugang zu weiteren Funktionen sowie umfangreicher Support)

Neben dem Standard-Support bietet Salesforce.com für Großkunden einen Premium-Support mit speziell für sie zuständigem Personal an.

Konkurrenten werfen zwar dem CRM-Vermieter vor, keine Integration der On-Demand-Lösung in das Backend der Kundensysteme gewährleisten zu können. Diesem Eindruck stellt Steidl auf Web-Services basierende Koppelelemente entgegen. Ein Partner hat eine mittlerweile von SAP und von Salesforce.com zertifizierte Schnittstelle geschaffen, die es Firmen mit SAP-Backbone gestattet, die CRM-Mietlösung mit ERP-Prozessen zu verzahnen, die hinter der Firewall ablaufen. Der Adapter erlaubt Integrationsszenarien zum Abgleich von Stammdaten zwischen der On-Demand- und IT-Umgebung des Kunden.

Ferner lassen sich aus Verkaufsmöglichkeiten (Opportunities) im CRM-Tool Daten in die Auftragsverwaltung der ERP-Lösung übermitteln. Aus Sicherheitsgründen initiiert dabei immer die interne IT des Anwenders eine Verbindung.

Freie Wahl bei den Tools

Obwohl Appexchange laut Hersteller eine komplette Entwicklungsumgebung bereitstellt, sind Partner nicht gezwungen, diese Tools zu verwenden. Ein Toolkit mit Schnittstellenbeschreibungen auf Basis der Web Services Definition Language (WSDL) gestattet es, auch mit Umgebungen wie Jbuilder, Eclipse, PHP, Perl und Visual Studio .NET zu entwickeln.

Die technische Architektur in den Rechenzentren von Salesforce.com besteht aus Sun-Servern vom Typ "Sun Fire E25K" und der Datenbank "Oracle 9.2". Die Sun-Systeme werden im Cluster betrieben. In den vergangenen Wochen war zweimal einen Systemausfall zu beklagen. Beim ersten Mal hatte ein Kunde eine Funktion getestet und durch eine Vielzahl an Zugriffen auf eine Programmierschnittstelle (Application Programming Interface = API) das Gesamtsystem lahm gelegt.

Der Hersteller hat das betreffende API so gekapselt, dass solche Pannen der Vergangenheit angehören sollen. Der zweite Störfall geht nach Unternehmensangaben auf das Konto des Lieferanten Oracle. Der Ausfall eines Cluster-Knotens veranlasste durch einen Bug in der Da- tenbanksoftware das Herunterfahren aller Knoten. Diese Schwachstelle soll durch ein Software-Update künftig verhindert werden.