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30.07.2004 - 

CRM-Hoster mit heftigem Börseneinbruch

Salesforce.com will an die großen Fleischtöpfe

Marc Benioff, Gründer und Chief Executive Officer von Salesforce.com, hat sein Handwerk bei Oracle gelernt. Dessen Chief Executive Officer Lawrence Ellison scheint seinem Zögling vor allem eine Lektion mit auf den Weg gegeben zu haben: Klappern gehört zum Handwerk. Benioff klapperte gleich so laut, dass die US-Börsenaufsicht einschritt und den Börsengang um vier Wochen aufschob. Der Salesforce.com-Chef hatte während der Vorbereitungsphase für das Initial Public Offering (IPO) unerlaubte Informationen an die "New York Times" weitergegeben.

Das IPO geriet trotzdem zum vollen Erfolg, die zu 11 Dollar angebotene Aktie stieg am ersten Handelstag auf über 15 Dollar. Vier Wochen später dann die böse Überraschung: Um 27 Prozent brach die Aktie ein, nachdem das Unternehmen mitteilte, weder beim Umsatz noch beim Profit die hochgesteckten Erwartungen der Finanzanalysten erfüllen zu können. Benioff wusch seine Hände in Unschuld: " Ich weiß nicht, worauf die Schätzungen der Analysten basieren."

Der Unternehmensgründer sieht sein Unternehmen dennoch voll im Plan. Nachdem insbesondere mittelständische Betriebe von dem Hosting-Angebot Gebrauch machen, will Salesforce.com in Zukunft auch größere Projekte realisieren - zunächst in den USA und Großbritannien. "Hier sehen wir bereits die ersten Siebel-Ablösungen", freut sich Peter Steidl, Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Der Mittelstand ist zwar nach wie vor unsere Cashcow, aber mittlerweile haben auch die großen Firmen, die unsere Lösung früher in einzelnen Abteilungen einsetzten, so viele Komponenten dazugekauft, dass die Projekte einen Umfang von zum Teil mehreren tausend Usern erreicht haben."

In den USA, wo Salesforce.com mit einem Marktanteil von 30 Prozent größter CRM-Hoster ist, sei die Nachfrage weiter hoch. "Da herrscht ein regelrechter Hype", behauptet Steidl. In Europa laufe das Geschäft derzeit noch recht schleppend - abgesehen von England, wohin die Welle allmählich überschwappe, was sich in größeren Projekten und kürzeren Vertriebszyklen äußere. Bislang stammen nur 1500 der weltweit 10 700 Salesforce-Kunden aus Europa, 1200 davon aus Großbritannien.

In Deutschland ist das Unternehmen seit 15 Monaten aktiv und zählt rund 150 Kunden. Pro Monat kommen laut Steidl zehn Neukunden hinzu. Vor allem dank dem geringen, einmaligen Betreuungsaufwand liege CRM-on-Demand bei kostenbewussten Anwendern im Trend. "Bei CRM-Inhouse-Projekten ist der Erstaufwand teilweise doppelt so hoch wie bei uns - abgesehen vom Folgeaufwand, den ganzen Anpassungen, Wartungsarbeiten, Updates etc." Prognosen von IDC geben ihm Recht. Den Berechnungen zufolge soll der weltweite On-Demand-CRM-Markt von 425 Millionen Dollar Ende 2003 auf 2,6 Milliarden Dollar 2007 wachsen.

ERP-Anbindung bleibt schwierig

Allerdings hat Salesforce noch einige Hürden zu überwinden. Speziell die Anbindung an die ERP-Systeme der Kunden gilt als problematisch - und teuer. "Da haben wir auch nicht die Superlösung parat", räumt Steidl ein. Es gebe zwar eine Reihe von SAP-Konnektoren, mit denen sich der Integrationsaufwand um 60 bis 70 Prozent reduzieren lasse.

Vor allem aber die Konkurrenz durch den CRM-Spezialisten Siebel, der gemeinsam mit IBM ein On-Demand-Paket geschnürt hat, könnte die Position von Salesforce schwächen. Doch Steidl wiegelt ab: "Siebel kanni-balisiert sich mit der zusätzlich zur Lizenzsoftware angebotenen Hosted-Variante ein Stück weit selbst", behauptet der Manager.

Über kurz oder lang, da ist Steidl überzeugt, werden alle CRM-Hersteller auf On-Demand-Angebote umschwenken, weil Software sich zum Commodity-Produkt entwickle. "Der CRM-Softwaremarkt ist tot", so der Firmenchef. (sp)

Die Summer Edition '04 von Salesforce.com

Neben der Unterstützung zusätzlicher Sprachen verfügt die "Summer Edition '04"über eine Reihe neuer Funktionen, mit der sich die CRM-Umgebung ohne großen Aufwand auf kundenspezifische Anforderungen zuschneiden lassen soll - etwa durch das Hinzufügen neuer Kategorien, die Gestaltung des Seitenlayouts per Drag and Drop oder die Anpassung an verschiedene User-Gruppen. Die neue Version unterstützt zudem mehr Entwickler-Tools für Anwendungen von IBM, Bea, Borland, Microsoft sowie offene Standards wie Perl, Apache und PHP. Damit soll sie sich besser an die bestehende Softwarelandschaft der Kunden anpassen lassen.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Version ist die "Enterprise Edition 2.0", ein Update der speziell für Großunternehmen entwickelten Komponente, die mehr Skalierbarkeit und Integration als Version 1.0 bieten und sich damit auch für den Einsatz in Betrieben mit mehreren Tausend Usern eignen soll.