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16.03.2001 - 

Rundgang Speichersysteme

SAN und NAS kommen sich näher

Immer stärker rücken die Speichersysteme von der Peripherie ins Zentrum des IT-Geschehens. Schließlich wachsen die zu verwaltenden Datenberge ins Unermessliche. Die Anbieter reagieren mit facettenreichen Entwicklungen, die heterogene Speicherkonzepte und -produkte unter einen einheitlichen Management-Hut bringen sollen.

Die Menge der weltweit digital gespeicherten Daten nimmt in einem geradezu atemberaubenden Tempo zu - nicht zuletzt eine Folge der wachsenden Verbreitung des Internets. Eine Prognose der University of California in Berkeley drückt dies recht anschaulich aus: Danach rechnet man mit einer Verdopplung der jährlich erzeugten Informationen. Allein das Volumen der in den Jahren 2001 und 2002 anfallenden Daten soll größer sein als die Gesamtheit aller bisher im Laufe der Menschheitsgeschichte gesammelten Informationen.

Keine Frage: Um derartige Datenmengen effizient managen zu können, braucht man Lösungen. Denn die Unternehmen sind weder Willens noch in der Lage, ihre Personalkapazitäten entsprechend aufzustocken. Mit SAN (Storage Area Network) und NAS (Network Attached Storage) verfolgt die Industrie seit geraumer Zeit zwei Konzepte, die auch die Verwaltung von Speicherressourcen im Netz vereinfachen sollen. SANs entbündeln dabei Storage-Geräte und -Anwendungen, da die Speichersysteme über ein eigenes Netz verfügen und Vorgänge wie Datenspiegelung, Backup oder Restore das reguläre firmeninterne Datennetz nicht belasten.

Verwaltungsaufwand sinktNach dem NAS-Prinzip werden dagegen Speichereinheiten direkt an das lokale Netz (LAN = Local Area Network) des Unternehmens angeschlossen. Die gesamte Speicherkapazität steht den Anwendungen auf diese Weise mit verhältnismäßig geringem Verwaltungsaufwand zur Verfügung. Man handelt sich aber den Nachteil ein, dass der Datenverkehr das Netz bei speicherbezogenen Arbeiten belastet.

Problematisch aus Anwendersicht ist, dass es eine vollständige Interoperabilität zwischen den Produkten verschiedener Hersteller zurzeit weder in einem SAN- noch in einem NAS-System gibt. Immerhin arbeiten die Anbieter daran, die bestehenden Unterschiede zumindest unter einer gemeinsamen Management-Schicht zu verbergen. Auf der CeBIT zeigen die einschlägigen Anbieter die Früchte dieser Arbeit, allerdings meist im Verborgenen hinter den Kulissen der Firmenstände.

IBM (Halle 1, Stand 4G2/5D2) wartet mit einer echten Neuerung auf. Der Hersteller führt erstmalig mit dem "Total Storage IP Storage 200i" ein iSCSI-(Small-Computer-Systems-Interface-)basierendes Speichersystem vor. Es verbindet Rechner mit Speicher-Pools in einem IP-Netzwerk. Neu ist außerdem der multiprotokollfähige Dateiserver "NAS 300G", der ein Netz auf IP-Basis mit einem SAN verbindet. Von der Netzwerkseite aus erscheint das Gateway als NAS-Einheit, obwohl die benutzten Speicherressourcen eigentlich im SAN liegen. Dabei kann das System die IBM-eigenen Speichergeräte wie zum Beispiel die "Enterprise Storage Server" (Shark), den "IBM Modular Storage Server" sowie den "IBM 7133" ansprechen. Speicherexponate ergänzen anschlussfertige SAN-Pakete, die aus den Komponenten Modular Storage Server, Ultrium Linear Tape Open (LTO) Bandspeicher, IBM StorWatch Resource Management Software, Flash Copy oder Peer-to-Peer Remote Copy (PPRC), Flash Copy und PPRC Copy-Middleware, SAN Data Gateway und SAN Switches bestehen.

Mittelstand im AugeDer große Konkurrent EMC (Halle 1, Stand 7f2) setzt seine Ausstellungsschwerpunkte in Hannover vornehmlich auf den Midrange-Markt. Dazu gehören die neuen EMC "Clariion 4700"-Systeme, die "Celerra SE File Server" und die Software "Highroad". Das Clariion FC 4700 lässt sich wahlweise in NAS-, SAN- oder Cluster-Konfigurationen einsetzen. Für IP-basierte NAS-Systeme verbirgt sich hinter diesem Gerät die schon im Dezember letzten Jahres vorgestellte Clariion IP 4700. Die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten führten wohl auch zum Codenamen "Chamäleon" für das neue System.

Nach Hannover mitgenommen hat EMC zudem die Management-Software "ESN" (Enterprise Storage Network), die eine einheitliche Plattform für die Konfiguration und Steuerung von Storage Area Networks(SAN) bilden soll. Unter anderem bietet die Management-Software eine Kontroll-Schnittstelle für komplexere Aufgaben wie zum Beispiel die Zoneneinteilung (Zoning) und den Zugriff auf die logischen Speicher-Volumes. Mit Hilfe des Tools können Administratoren beispielsweise mehrere Zonen an Fibre-Channel-Connectivity-Devices von EMC (Connectrix), McData- und Brocade-Switches einrichten.

Zu begutachten sind die neuen EMC-Produkte auch bei Vertriebspartnern wie Comparex (Halle1, Stand 6f4) und Fujitsu-Siemens Computer (FSC) (Halle 1, Stand 5e2). Comparex hat zudem noch mit der "Infinistore Virtual Disk" (IVD) eine virtuelle Speicherlösung für kleine NAS-Anlagen im Gepäck. Bei FSC gehört die virtuelle Speicherlösung "Centricstor", zu der Storagetek Technik beisteuert, mit zum Messeangebot. Sie unterstützt neben Komprimierung 64 virtuelle Laufwerke pro Controller und mehrere Host- und Bibliotheksverbindungen. Über Letztere ist es unter anderem möglich, mit "Dual Save Volumes" alle Daten auf zwei Bändern im selben Archiv oder in unterschiedlichen Archiven zu speichern.

Compaq (Halle 1, Stand 4h2), mit IBM im Rahmen einer Kooperation auf dem Gebiet der Datenspeicherung verbandelt, will in der Leinestadt Massenspeicher jeder Größenordnung präsentieren - vom RAID-System bis zum unternehmensweiten Speichernetz. Mit "Versastor" lassen sich beispielsweise sämtliche SAN-Speicherressourcen für heterogene Systemwelten unter eine virtuelle Sicht stellen. Um einzelne SANs aus der Isolation zu erlösen, haben die Texaner zudem "Storagework SAN" im Portfolio, das sich zu einem vermaschten Speichernetzwerk mit bis zu 20 Switches und 320 Ports ausbauen lässt, mit einer Speicherkapazität von bis zu 280 TB.

In den "SANworks Storage Management Solutions" nutzt Compaq im Übrigen Techniken der Firma Highground SRM, die seit kurzem zu Sun Microsystems (Halle 1, 8A2) gehört. Die Kalifornier haben in letzter Zeit durch Firmenübernahmen ihr Spektrum an Speicherlösungen zügig ausgebaut. In Hannover zeigt Sun das bereits im letzten Jahr vorgestellte RAID-Speichersystem "Storedge T3", bei dem sich Speicher dynamisch lokalisieren und Volume Snapshots durchführen lassen. Außerdem bringt der Hersteller schnelle Fibre-Channel-Switches mit, die Sun "Enterprise-220R"-Server und Speichersysteme miteinander verbinden sollen.

Tape-Library-Sezialist Storagetek (Halle 7, Stand H2) mischt mit der "Storagenet"-Familie ebenfalls im SAN-Umfeld mit. Die Speicher-Domain "SN 6000" ermöglicht durch Virtualisierung einen einheitlichen Blick auf alle Ressourcen im Speichernetz. Der Domain-Manager wird hierzu im SAN zwischen den Server-Systemen und den physikalischen Speichereinheiten positioniert.

Im Vorfeld der CeBIT hat Hewlett-Packard (Halle 1, Stand 7i2) seine Open-SAN-Strategie umbenannt. "Federated Storage Area Manager" lautet der neue Name, der den Integrationsaspekt unterstreichen soll. Auf dem Stand wird in diesem Sinn eine SAN-Komplettlösung vorgeführt, an die sich Anwendungs-Server einfach anschließen lassen sollen. In einem Rack sind das neue Virtual-Array-RAID-System "VA7100", eine Tape-Library, ein Brocade-Switch sowie ein Windows-NT-Server mit der entsprechenden Management-Software gebündelt. Mit dabei sind außerdem die Backup-Software "Omniback" sowie der "Openview Storage Node-Manager" und "LUN" (Logical Unit Network), das - vergleichbar zum Framework Openview für das Gesamtsystem - Monitoring-Funktionen im Speichernetz bieten soll.

HP setzt auf HitachiDie ebenfalls zu besichtigenden Plattenarrays der "Surestore XP"-Linie bezieht der kalifornische Hersteller seit der Auseinandersetzung mit dem vormaligen OEM-Lieferanten EMC bekanntlich von Hitachi Data Systems (HDS) (Halle 12, Stand D06), bei dem die Systeme "Lightning" heißen. Anders als die Japaner hat HP aber viel Softwareschmalz eingesetzt, um die Speichersysteme für Microsofts Datacenter-Server (Cluster) zertifizieren zu lassen. HDS nutzt den Auftritt in Hannover, um ein Storage-Service-Provider-(SSP-)Szenario aus vier Speichereinheiten vom Typ Lightning 9910 zu simulieren. Als Netzwerk kommt das Nortel "Networks Optera Metro 5200" zum Einsatz.

Die Entwicklungsanstrengungen der Hardwarehersteller belegen, wie wichtig Software für die einheitliche Sicht auf die Speicherressourcen ist. NAS-Hersteller Auspex Systems (Halle 1, Stand 7n12), der sich bislang tapfer gegen die Phalanx der SAN-Verfechter stemmte, wird wohl bald NAS auch rückwärts buchstabieren können und gewährt erste Einblicke in ein kommendes Produkt. Legato Systems (Halle 3, Stand Do4) - auf der CeBIT mit den Partnern Andante, Assistra, IQproducts und Lantec präsent - zeigt seine "Octopus"-Software, laut Hersteller die erste für Windows 2000 zertifizierte Data-Replication-Software der Branche. Der "Networker 6.0", der Funktionen wie Backup und Recovery bietet, verwaltet sowohl NAS- als auch SAN-Systeme. Das ab März verfügbare Legato "Wancluster 4.8" erlaubt ein automatisiertes Management in SAN-basierten Datenzentren sowohl über Wide- als auch Local-Area-Networks.

Veritas Software (Halle 11, Stand E06) rückt das Management von SAN-Umgebungen in den Mittelpunkt und zeigt auf der Messe die Produkte "SAN-Point Direct", "SAN-Point Foundation Suite HA" sowie "SAN-Point Control", das in der neuen Version 2.0 zu sehen sein wird. Die Programme ermöglichen zentrale Verwaltung, Shared Data Clustering in SANs und gemeinsamen, direkten Zugriff von Anwendungen auf Speicherressourcen. Zusätzlich präsentiert der Speicherspezialist Produkte für Backup und Restore, darunter Veritas "Backup Exec 8.5" für Windows NT/2000 und "Netbackup 4.0V" mit dem "Netbackup Server Free Agent" für Server-loses Backup im SAN.

System-Management unterstützt SANsTypische Management-Softwareanbieter wie BMC (Halle 3, Stand C65), CA (Halle 3, Stand B39) oder Tivoli (Halle 2, Stand D50) sind mit eigenen Produkten im SAN-Umfeld unterwegs. Während BMC-Software über die Hersteller-eigenen KMs (Knowledge Module) Informationen aus den Speicherressourcen sammelt und der eigenen Konsole zuführt, bietet CA mit "Arcserve 2000" eine SAN-Verwaltungssoftware an, die über eine grafische Bedienungsoberfläche im Web-Stil die zentrale, plattformübergreifende Fernverwaltung aller Unternehmensdaten erlaubt. Die Applikation verfügt ferner über eine integrierte Virensuche und -beseitigung. Tivolis "SANergy File Sharing", das auf eine Entwicklung der 1999 übernommenen Mercury Computer Systems zurückgeht, erlaubt unter anderem LAN-lose und Server-unabhängige Backups, den gleichzeitigen Zugriff auf Daten und Speichersysteme durch mehrere Rechner sowie die gemeinsame Sicherung unterschiedlicher Dateisysteme.

Sondershow gibt ÜberblickDiese Anwendungen lassen sich natürlich auch zusammen mit den "großen" Management-Produkten der Hersteller betreiben. Wer sich nicht der Anstrengung unterziehen will, sämtliche Stände abzuklappern, kann sich zunächst auch einen Überblick auf einem der Gemeinschaftsstände verschaffen - sei es auf der Sondershow Fibre-Channel-Exchange (Halle 6, Stand H34, siehe Kasten) oder auf dem US-amerikanischen Gemeinschaftsstand (Halle 6, Stand F20), wo unter anderem Brocade (F12) und Vixel (H11) vertreten sind. Brocade, deren Fabric Switches "Silkworm FC" die Schaltstelle vieler SANs bilden, erlaubt mit "Fabric OS" die aktive Überwachung und Verwaltung der verschiedenen Elemente innerhalb einer SAN-Umgebung. Mit der "Solutionware Library" bietet der Hersteller zudem einen Konfigurationsleitfaden für mehr als 30 getestete und zertifizierte Konfigurationen von SAN-Umgebungen und -Anwendungen an.

Auch Konkurrent Vixel arbeitet derzeit daran, die Interoperabilität auf Switch-to-Switch-Basis zu verbessern. Dabei nutzt die US-Firma unter anderem den kommenden ANSI SW-2 Standard, der das Fabric-Shortest-Path-First- (FSPF-)Protokoll nutzt. Mit "SAN Insite 2000" bietet der Hersteller zudem eine Monitoring- und Management-Software auf Java-Basis an.

Eine Art Gemeinschaftsstand unterhält auch Distributor Magirus (Halle, Stand 8e4), der mit einem Multi-Vendor-SAN das heute schon Machbare demonstriert. Mit dabei sind acht Anbieter, die Produkte rund um Compaq-Speicher, Tivolis Management-Software SANergy und HP OpenView/IT-Server-Management Storage/SAN sowie dem Linux Cluster von Red Hat mit Hochverfügbarkeit und Lastverteilung vorführen.

Auch die auf Initiative der TIM AG (Halle 1, Stand 6l2) gegründete Vereinigung der "SAN Solution Provider" will den Besuchern einen umfassenden Überblick über die aktuellen Lösungen anhand einer Live-Demo verschaffen. Zu den SAN Solution Providern gehören inzwischen viele bedeutende Hersteller von Speichersystemen und Softwarelösungen für das Storage-Management (unter anderem Adic, CA, Datacore, EMC, Legato, STK und Veritas) sowie eine große Gruppe deutschlandweit tätiger Systemhäuser.

Sondershow Fibre-Channel-ExchangeWas sich mit dem Fibre Channel alles anstellen lässt, führen über 20 Aussteller auf dem Fibre-Channel-Exchange (Halle 6, Stand H34) vor. Themen sind unter anderem Netz-Switches und Überwachungssysteme, Connectivity-Produkte und -Adapter, Controller, Lösungen zur Datensicherung, Fibre-Channel-Laufwerke, Glasfasersysteme, SCSI-Speicher, Speicherprodukte und Switching-Systeme. Die vertretenen Hersteller - Brocade, Crossroads, Datacore, McData, Seagate Technology oder Storeage Networking - zeigen dabei Techniken rund um das Thema SAN (Storage Area Networks). So führt Datacore Software die neueste Entwicklungsstufe seiner "SANsymphony"-Software zur Virtualisierung von Netzspeichern vor. Durch simples Drag and Drop am Bildschirm lassen sich damit beispielsweise Speicherbereiche ohne Behinderung des laufenden Betriebs verschiedenen Servern zuweisen.