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Die Relectronic spezialisiert sich auf "Elektronik-Reinigung"


20.07.1979 - 

Sanierungsgewinn aus aufgemöbelten Computern

MÜNCHEN - Allein die Brand- und Wasserschäden an versicherten EDV-Anlagen dürften bundesweit jährlich ein Volumen von zehn Millionen Mark übersteigen. Wie hoch alle Teil- und Totalschäden mitsamt den mehrheitlich nicht versicherten Kaufanlagen ausfallen, bleibt im Dunkeln. Hilfe für die Flut-, Schlamm- und Brandopfer offeriert nunmehr die Münchener Relectronic GmbH: "Was wir aufmöbeln, funktioniert", so tönt Relectronic Geschäftsführer Wilhelm Tondok selbstsicher und holt das Trumpf-As aus dem Ärmel: "Das kostet durchschnittlich zehn Prozent des Wiederbeschaffungswertes, Brand- oder Wasserschäden zu beseitigen."

Die Relectronic GmbH, neben Tondok von Helmut Renz kommandiert, ist das marktfähig gewordene Experiment zweier Spezialisten: Der Tela-Versicherung, die sich als Computer-Assekuranz rund 50 Prozent Marktanteil zurechnet, und der Brandsanierungsgesellschaft (mit 25 Prozent an der Relectronic beteiligt), die vor allem ihre Manpower beisteuert.

"Wir haben uns auf die Reinigung und nicht auf die Reparatur von zerstörten Teilen spezialisiert", präzisiert Tondok, der den Kunden je Facharbeiter-Stunde 35 Mark, für eine Einsatzleiter-Stunde 40 und für die Ingenieur-Stunde 80 Mark in Rechnung stellt. Weil sich die Relectronic aber um die gesamte Elektronik und nicht nur um die DV-Anlagen kümmert, rechnen die Kontakt-Putzer bereits im ersten mit mehr als einer Million Mark Umsatz.

Die Zusammenarbeit mit den Herstellern charakterisiert Tondok "bisher als gut". "Zwar freut sich der Vertrieb des Herstellers über jedes Feuer, während wir sagen, wir können den schwarzen Vogel wieder aufrüsten. "Die Nagelprobe mußte die Relectronic schon für die meisten Mainframer ablegen, obgleich sie selbst via den 50 Prozent-Tela-Aktionär Siemens "hier besonders gut kurzschließen kann" (Tondok).

Die "Sanierungs-Gewinne", die die Relectronic noch als Tela-Labor für die Mutter erwienert hat, sprechen für sich (siehe Tabelle). Zugute kommt der im Allianz-Zentrum für Technik residierenden Gesellschaft das nun seit Jahren angesammelte Know-how, das zum Schritt in die Selbständigkeit ermutigte. So wissen die Relectronic-Profis, daß Ultraschallbäder mehr zerstören als reinigen, das Wasser mehr Kontakte blockiert als blanklegt und daß auch mal ein Weichmacher in einem PVC-Schlauch überraschende Wirkung auf die Elektronik haben kann. Und gelegentlich weisen sie Mainframer auch darauf hin, daß "hartnäckige Staubkristall-Ablagerungen" durch bauartbedingte Schaltkonstruktionen begünstigt werden.

Wenn nach der Sanierung durch die Relectronic Funktionsfehler auftauchen sollten, "was bisher erst einmal der Fall war" (Tondok), dann deckt im übrigen die Tela, sofern es sich um einen Versicherungsfall handelt, den Schaden. "Wir sind aber auch grundsätzlich bereit", visioniert Tondok, "auch mal nicht versicherte Anlagen zu übernehmen, aufzumöbeln und weiterzuvermarkten. Jetzt reden wir noch nicht vom Second hand."