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04.07.1980 - 

Graham diagnostiziert und bereinigt Magnetband-Probleme:

Sanierungskonzept für Band-Mißwirtschaft

DARMSTADT (je) -18 Mark pro Magnetband und Jahr betrugen bislang die durch Bandfehler verursachten Folgekosten bei einem Kunden, der den Graham Deutschlandvertrieb, Darmstadt, um Abhilfe anging. Den 18 Mark Kostensatz ermittelte Graham Deutschland-Chef Ernst Theobald mit Hilfe von MER (Management Tool for Tape Economy and Reliability) und entwickelte auf dieser Basis ein Sanierungskonzept mit mehreren Wahlmöglichkeiten.

Die Untersuchung des Magnetband-Altbestandes aus den Jahren 1969 bis 1977 brachte an den Tag, daß 76 Prozent des Bestandes gemäß dem IBM-Aussonderungsstandard von maximal 20 Fehlern pro Band unbrauchbar waren. Im konkreten Fall handelte es sich um 11100 auszusteuernde Bänder oder - in Geld ausgedrückt um 263 000 Mark jährlich anfallende Folgekosten.

Diese Werte, urteilte Theobald, liegen etwa 100 Prozent über denjenigen Folgekosten, die in einem durch vorbeugende Bandkontrolle überwachten Bestand als normal gelten können. Erwartungsgemäß zeigte es sich, daß der untersuchte Graham-Kunde mit steigendem Bandalter auch steigende Folgekosten aufzubringen hatte.

Da aber auch eine starke Streuung der Kosten pro Band innerhalb der Jahrgänge beobachtet wurde, warnte Theobald vor einer Aussonderung der Bänder ausschließlich

nach Maßgabe des Bandalters, da dies den auffälligen Qualitätsschwankungen über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg nicht gerecht geworden wäre.

Die beim Kunden durchgeführte Ist-Analyse ergab im einzelnen:

- Es gab kein durchgreifendes Offline-Bandüberwachungs- und pflegeprogramm.

- Die Kontrolle über Online-Fehlerstatistik war unzureichend, vor allem da durch "Fehlermaskierung" nur ein Bruchteil der Fehler dokumentiert wurde.

- Auch Neubänder hatten zum Teil bereits hohe Fehlerraten.

- Ungereinigte Bänder wurden durch Langzeitarchivierung zerstört.

- Der bisher eingesetzte "Reiniger" verursachte Verschmutzungen und Bandzerstörungen .

- Das durchschnittliche Alter der eingesetzten Bänder betrug 5,8 Jahre and lag damit 20 Prozent über dem üblichen Mittelwert von 4,5 Jahren.

- Der Band-Archivraum war nicht klimatisiert

- Horizontalablage und Stapelung der Bänder im Operating und auf den Sortiertischen des Archivs führten zu Kantenfehlern.

Theobald führte sodann Berechnungen über alternative Kostensenkungsbeitrage, eventuelle Bandrehabilitations-Maßnahmen und mögliche Fehlerratenreduzierung durch und präsentierte folgende Lösungsmatrix:

Zur Wahl der optimalen Bandsanierung erläuterte Theobald:

Der Istzustand bringt hohe Verluste in Form von Folgekosten und für die Zukunft Risiken für die Lesbarkeit der langfristig gesperrten Datenbestände. Die Auswahl unter den verschiedenen möglichen Vorgehensweisen 1 bis 5 (siehe Grafik) wird durch folgende Entscheidungskriterien bestimmt

- Senkung der Band-Folgekosten

- Erhöhung der Datensicherheit

- Reduzierung der Bandfehler (Operating-Probleme)

- Investitionshöhe, Kapitalrendite.

Alternative 2 bringt hohe Datensicherheit, sehr geringe Bandfehler, erfordert aber hohe Investitionen. Die Kapitalrendite ist gering.

Alternative 4 erfordert zwar geringe Investitionen bei guter Kapitalrendite. Jedoch ist die Verbesserung der Datensicherheit gering.

Die Alternativen 3 und 5 bringen gute Ergebnisse für die Datensicherheit. 5 hat

dabei den Vorzug wesentlich geringerer Investitionen und folglich eine sehr gute Kapitalrendite.

Falls keine ausgefallen hohe Anforderung an die Datensicherheit gestellt wird, ist Alternative 5 die wirtschaftlichste aller Lösungsvarianten für die Sanierung des Bandbestandes.

Einige weitere Empfehlungen Theobalds betrafen eine für den überprüften Kunden geeignetere Bandqualität und zwei abschließende Tips:

Nach unseren Erfahrungen läßt sich die Zerstörung von Magnetbändern im Zusammenhang mit Handling-Fehlern durch gezielte Unterrichtung der Operatoren und des Archivpersonals deutlich senken.

Langzeitarchivierung (mehr als drei Jahre) erfordert im Interesse der Datensicherheit drei spezielle Vorsorgemaßnahmen.

Datensicherheits-Fibel

Graham wird in Kürze eine "Datensicherheits-Fibel" für EDV-Manager und Datenschutzbeauftragte herausbringen. Darin behandelt der "Führer in Magnetband-Technologie" (Eigenaussage) neben Fragen der Sicherheit allgemein oder der Bandpflege beispielsweise auch die beiden folgenden Themen:

Datenverlust, wie kommt es dazu?

Die physikalischen Gründe sind einleuchtend:

- Entweder hat die datentragende Oxydschicht des Bandes Löcher (Oxydverlust);

- oder das Band ist deformiert, hat Knicke, Falten, Randwellen.

- Und schließlich verursacht der Schmutz auf dem Band - vor allem gelöste Oxydpartikel - ebenfalls Fehler.

Die Bandstation reagiert darauf beim Schreiben und Lesen mit bis zu 100 Wiederholversuchen. - Das kostet teure Rechnerzeit!

Lassen sich die Fehler so beheben so nennen wir sie temporär.

Müssen dagegen die Wiederholungen erfolglos abgebrochen werden, dann liegt ein permanenter Fehler vor.

Und dies bedeutet beim Lesen Jobabbruch mit allen Konsequenzen: Datenverlust, Daten-Neugenerierung Wiederholungslauf. Kurz: Störung der Verarbeitung und Folgekosten.

Wie sind nun die Ursachen zu finden?

- Ein Angelpunkt ist mangelhafte Qualität des Neubandes. Vor allem bei hoher Schreibdichte.

- Geringe Verschleißstabilität und rasche Bandalterung.

- Unzureichende Klimatisierung und unsachgemäßes Handling.

- Und schließlich der Mangel an vorbeugender Bandreinigung und Bandfehler-Überwachung.

Und wie Daten zuverlässig löschen?

(Wichtig für Transport und Vernichtung von Datenträgern; ° 6 BDSG)

Hier geht es darum, nicht Daten zu sichern, sondern zum Schutz vor unberechtigtem Zugriff zuverlässig zu löschen.

Das ist zum einen wichtig beim Austausch von Datenträgern: Rücksendung der "Leerbänder".

Aber auch bei der Aussonderung alter, unbrauchbarer Bänder.

Die Fibel ist kostenlos erhältlich bei Graham Deutschlandvertrieb, Frankfurter Str. 78, Postfach 111 125, 6100 Darmstadt, Tel.: 0 61 51/2 69 31