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11.07.2003 - 

iSCSI wird die Speichertechnik der Zukunft

"SANs sind ziemlich primitiv"

MÜNCHEN (kk) - Network Appliance (Netapp) will Network Attached Storage (NAS) und Storage Area Network (SAN) integrieren. Mit Dan Warmenhoven, CEO von Netapp, sprach CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter.

CW: Welche Rolle spielen Speichernetze in Ihrer Produktstrategie?

WARMENHOVEN: Eine sehr große.Wir sehen, dass sich die Märkte von NAS und SAN annähern. Unser Ziel ist es, einer der führenden Anbieter sowohl von SAN- als auch von NAS-basierenden Speicherlösungen zu werden. Noch wichtiger ist es, die erste Geige bei der Integration dieser beiden Techniken innerhalb einer Infrastruktur zu spielen.

CW: Erwarten Sie eine Änderung des SAN-Marktes im Hinblick auf die zunehmende Verlagerung der Speicherintelligenz in die Switches und Directors?

WARMENHOVEN: Die SAN-Infrastruktur war bislang sehr einfach. Da ist generell viel Platz für Verbesserung. Selbstverständlich sollten die Switches intelligenter werden, und sie sollten über mehr Funktionalität verfügen.

CW: Auf welchen Gebieten?

WARMENHOVEN: Sie sollten bessere Verwaltungswerkzeuge für Zoning, Virtualisierung oder die Verwaltung der Logical Unit Number (LUN) enthalten. Die Speichersysteme, die an diesen Switches hängen, sollten ebenfalls mit mehr Funktionalität und Intelligenz ausgestattet sein.

CW: Welche Funktionen erwarten Sie in Zukunft für die Subsysteme?

WARMENHOVEN: Ausgefeiltere Lösungen für Datenmigration und -spiegelung. Auch für die Virtualisierung, denn diese Funktion betrifft eher das Subsystem als den Switch; beide Geräte müssen aber zusammenarbeiten. Die dritte Komponente, die optimiert werden soll, sind die Speicherverwaltungsprogramme.

CW: Was passiert, wenn beispielsweise Veritas seine Software auf ein Blade packt, das in einen Director oder Switch eingesteckt wird?

WARMENHOVEN: Eine wunderbare Idee. Lassen Sie sich nicht irritieren: Es ist nicht so, dass Veritas sein Geschäft dann beispielsweise an Cisco abgibt. Einige Programme, die derzeit auf den Servern ablaufen, könnten effektiver im Switch arbeiten, andere wären im Subsystem besser aufgehoben.

CW: Wo sehen Sie die Technik der vernetzten Speicher derzeit angekommen?

WARMENHOVEN: Wenn Sie ein Modell für die Entwicklung von vernetzten Speichern haben wollen, dann betrachten Sie, wie sich die Welt von Ethernet und TCP/IP entwickelt hat. Im Speicherbereich stehen wir ungefähr da, wo Ethernet in den späten 80er Jahren war, vor der Einführung von Active Directories und dergleichen. Es war schwierig, Probleme zu identifizieren, Leistung zu steigern, für Sicherheit zu sorgen oder die Verwaltung zu organisieren. All diese Funktionen müssen jetzt erst über die Komponenten im Speichernetz verteilt werden.

CW: Gehen Sie deshalb davon aus, dass sich iSCSI durchsetzen wird?

WARMENHOVEN: Oh ja! Es wird meiner Meinung nach schon in ein paar Jahren die am weitesten verbreitete Technik sein. In meinen Augen ist Fibre Channel sehr teuer, sehr kompliziert, und es gibt dafür kaum Management-Infrastruktur. Nicht umsonst hat Microsoft volle Unterstützung für iSCSI, nicht aber für Fibre Channel angekündigt. Für mich liegen die Vorteile von iSCSI in den geringeren Kosten, besserer Verwaltbarkeit, Robustheit und reiferer Infrastruktur. Hinzu kommt, dass das Kostenargument im SAN-Umfeld um so wichtiger wird, je mehr sich preisgünstige Blade-Rechner durchsetzen. Man wird nicht 2000 Dollar für einen Blade-Server investieren und 1500 Dollar dafür, ihn in ein SAN einzubinden. Das gibt keinen Sinn.

CW: Inwieweit ist Microsoft Ihr Konkurrent im Speichergeschäft?

WARMENHOVEN: Microsoft ist wie die Luft, die wir atmen, die sind überall. Das Unternehmen hat sich kürzlich umstrukturiert und wird, so vermute ich, die Betriebssysteme speicherfreundlicher machen. Disk C ist kein besonders gutes Modell für unternehmensweite Speicherverwaltung.

CW: Sie haben jetzt auch eine Kooperation mit Sun Microsystems angekündigt. Worum geht es da?

WARMENHOVEN: Wir arbeiten zusammen an Network File System (NFS) und Remote Direct Memory Access (RDMA). Es geht darum, die nächste Generation der Verbindung zwischen Servern und Speichern zu definieren, insbesondere für Cluster-Umgebungen.

CW: Wie wichtig ist für Netapp in Zukunft die Auslieferung von Software?

WARMENHOVEN: Wir konzentrieren uns darauf, Zusatzfunktionalität für unsere Systeme zu liefern. Immerhin haben wir im vergangenen Quartal schon 20 Prozent unseres Umsatzes mit Software erzielt. Die Verwaltung von Speichersystemen aller anderen Hersteller interessiert uns nicht.

CW: Sie liefern ja auch Virtualisierungslösungen.

WARMENHOVEN: Das NAS-Konzept beruht darauf, dass viel virtualisiert ist. Die derzeitige Diskussion über die Virtualisierung spiegelt nur wider, dass das SAN sehr primitiv ist. Wir werden unseren Kunden zeigen, wie sie auch ihr SAN virtualisieren können.

CW: IBM und Hewlett-Packard wollen ja demnächst ihre Virtualisierungslösungen auf den Markt bringen.

WARMENHOVEN: .ich hoffe, der Tag kommt.

CW: Wird das die Architektur der Speichernetze verändern?

WARMENHOVEN: Nein. Es wird ein paar Dinge vereinfachen, aber mehr nicht. Speichervirtualisierung beim SAN bedeutet nicht mehr, als dass die einzelnen virtuellen Volumes der Disks jetzt Namen bekommen, statt sie wie bisher mit LUN 0 oder 1 bezeichnen zu müssen. Wenn der Anwender seine Daten durchforstet, will er nach einem File-Namen suchen und nicht nach einer LUN. Vor der Einführung des Domain Name Service (DNS) im Internet mussten Sie auch die physikalischen Adressen eintippen, heute gibt man den virtuellen Namen ein, und ein kleiner Directory-Server verknüpft den mit der physikalischen Adresse. Das hätte man schon vor fünf Jahren bei der Einführung der SANs ermöglichen müssen.

CW: Ist das derzeit das Hauptproblem der Speichernetze?

WARMENHOVEN: Die ganze Verwaltung der Ressourcen und der Zugriff darauf - mit der Einrichtung der Zonen und dergleichen - ist sehr kompliziert und teuer. Das zweite Problem, das für SANs gelöst werden muss, ist die Interoperabilität der Ressourcen. Es ist heute immer noch so, dass die Speicherhersteller die Hostbus-Adapter verkaufen, die dem Server den Zugriff auf den Speicher ermöglichen. Das ist im LAN anders, da kaufen Sie die Network Interface Card (NIC) natürlich vom Server-Hersteller. Der dritte Kritikpunkt ist die gesamte Kostenstruktur bei SANs, die meiner Meinung nach kollabieren wird.

iSCSI

Internet Small Computer System Interface (iSCSI): iSCSI überträgt das SCSI-Protokoll über TCP/IP und meist via Ethernet. Dabei muss das SCSI-Protokoll Bit-weise serialisiert und auf die Netztopologie abgebildet werden. Um die hohe CPU-Belastung durch diesen Vorgang auf der Server-Seite zu verringern, wurden TCP/IP Offload Engines (TOEs) für Netzwerkkarten entwickelt.