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24.05.2005

SAP baut ESA zur Process Platform aus

Otto-Jörg Schröder
Die "Enterprise Services Architecture" realisieren die Walldorfer, indem sie "Netweaver" zur "Business Process Platform" ausbauen.

Eine Service-orientierte Architektur (SOA) dient als Fundament für flexible, an die Anforderungen eines Unternehmens leicht anzupassende Softwarekomponenten. Enterprise Services Architecture nennt SAP ihren Weg, um das SOA-Konzept für Geschäftslösungen zu adaptieren. Allmählich erhält ESA Gestalt und Struktur.

Mit dem ESA-Konzept sollen sich neue Lösungen für Geschäftsprozesse wesentlich schneller umsetzen und gleichzeitig die Betriebskosten senken lassen. Dazu bedient sich der Hersteller des Konzepts der Web-Services, erweitert um betriebswirtschaftliche Funktionen, und verknüpft sie mit der technischen Infrastruktur ("Netweaver") sowie "Composite Applications". Letztere sind Programme, die sich aus unterschiedlichen Web-Services zusammensetzen. Eng verbunden mit der SOA- beziehungsweise ESA-Vision ist die Idee eines Plug and Play der Services nach dem Baukastenprinzip.

Das klingt überzeugend und kommt einem lang gehegten Wunsch entgegen, hat jedoch wenig mit der Realität in vielen Unternehmen gemein, die da heißt R/3 beziehungsweise "Mysap Business Suite". Und dieser Wahrheit stellt sich offensichtlich auch die SAP. Sie will den Spagat bewältigen, die Bestandskunden mit ihren funktionierenden Lösungen weiterzubedienen und zugleich die neue Softwaregeneration mit Substanz zu versehen. Nachfragen können da nicht ausbleiben. Auffällig wird das insbesondere bei Netweaver, das einerseits die Infrastruktur für die Mysap Business Suite ist und andererseits als Business Process Platform das Instrumentarium für den ESA-Umbau bereitstellen soll.

Aus der Warte eines heutigen SAP-Kunden hat Netweaver nur bedingt etwas mit der Enterprise Services Architecture gemein. Es stellt in erster Linie einen "Software-Stack" als Ablauf- und Entwicklungsplattform dar, der unter anderem die erforderlichen Techniken zur Integration von Personen (Portaltechnik), Informationen (Business Intelligence, Knowledge-Management sowie Master Data Management) und Anwendungs- beziehungsweise Prozessintegrationssoftware (Exchange Infrastructure) beinhaltet. Netweaver ist darüber hinaus auch Wegbereiter der Serviceorientierung. SAP vollzieht den Umbau, indem sie Anwendungen und Benutzerkontext prozessbezogen integriert und Daten anwendungsübergreifend harmonisiert. Die eigentlichen Services sind jedoch noch mit den vergleichsweise grobschlächtigen Strukturen der R/3-Module oder Mysap-Lösungen verbunden.

Wichtige Schritte Richtung ESA vollzieht SAP mit dem jüngst vorgestellten Ausbau von Netweaver zur Business Process Platform (BPM). Der ursprünglich vom US-amerikanischen Beratungshaus Gartner stammende Begriff ergänzt Netweaver um Content. Dieser wird von einem datenbankgestützten "Enterprise Services Repository" (ESR) bereitgestellt, das globale Datentypen, aufsetzende Business Objects und hieraus zusammengesetzte Enterprise-Services beinhaltet. Aus diesen Diensten lassen sich dann die kompletten Prozessketten montieren, die dann noch um Nutzerführung und Ähnliches ergänzt werden.

Mit dem ESR löst SAP folglich das bislang in den Lösungen integrierte Metadatenmodell heraus und macht es als externes System allgemein zugänglich. Es zieht einer allgemeinen SOA das notwendige semantische Gerüst ein, um Inkonsistenzen sowie Redundanzen bei dem Zusammensetzen von Services zu unterbinden.

Die realen Unternehmensprozesse lassen sich so erheblich flexibler und einfacher durch Kombinieren in Software gießen, als dies heute durch das Anpassen der Client-Server-Programme der SAP möglich ist. Voraussetzung für reibungsloses Gelingen ist natürlich, dass man sich in der semantischen Welt der SAP aufhält.

ESA-Dienste als Demo

Ende April wurde eine erste Demoversion von über 500 vordefinierten Objekten und Services für Geschäftsprozesse vorgestellt, quasi als Vorgeschmack auf ESA. Das Preview-System steht Partnern, Entwicklern und Kunden im Hosting-Verfahren zur Verfügung, damit sie erste Erfahrungen mit den Enterprise Services und deren Aufbau sowie Granularität sammeln. Eine gute Fingerübung für den Umfang mit Prozessen und Services ist zudem die Einführung der Netweaver-Integrationstechnik Exchange Infrastructure (XI), da diese im grundsätzlichen Aufbau Parallelen zur ESR-Struktur aufweist. Die im "Integration Repository" des XI definierten Metadaten lassen sich außerdem weiterverwenden, da dieses in dem ESR aufgehen soll.

Bis Ende 2007, so die Ankündigung, will SAP die gesamte Mysap Business Suite und wesentliche Branchenlösungen auf die neue serviceorientierte Architektur umstellen. Erst dann wird sich zeigen, ob und was sich für den Anwender mit der neuen Softwaregeneration ändert und ob sie der versprochene große Fortschritt hinsichtlich besserer Abstimmung von Geschäfts- und IT-Prozessen ist. (fn)