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12.06.1998 - 

Kolumne

"SAP bietet Angriffsfläche

Der Fall Microsoft schlägt hohe Wellen. Die Kernfrage, ob der Softwarekrösus sein Monopol mißbraucht, um neue Märkte - in diesem Fall das Internet - unter Kontrolle zu bringen, stellt sich jedoch auch im Zusammenhang mit anderen Software-Anbietern, allen voran der SAP AG.

Die Walldorfer haben den weltweiten Markt für betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware fest im Griff. Der Abstand zu den Verfolgern Peoplesoft, Baan und Oracle ist so groß, daß von einer monopolartigen Marktstellung die Rede sein muß.

Die Frage ist nun, ob SAP diese Position auf unlautere Weise nutzt. Es gibt eine Analogie zum Fall Microsoft. Dort kreisen die Ermittlungen vor allem um die Frage, welche Funktionen per definitionem Teil des Betriebssystems sind. Auf SAP gemünzt, müßte die Frage lauten: Wo sind die Grenzen einer betriebswirtschaftlichen Standardsoftware zu ziehen?

Fakt ist, daß SAP unter der Marke R/3 immer mehr Softwareprodukte für verschiedene Aufgaben bündelt. So gehört inzwischen eine Workflow-Komponente zum Paket, die schon bald von einem Gutteil der Anwender genutzt werden dürfte - zum Leidwesen von Spezialisten wie Staffware, CSE und anderen.

Teil des SAP-Pakets ist in Kürze ebenfalls Software für die Optimierung von Lieferketten. Die Walldorfer hatten diesen Markt zunächst verschlafen - ein Versäumnis, das angesichts der Marktposition nicht weiter tragisch ist: R/3-Anwender warten stets auf die integrationsfähige Lösung des Marktführers. Nicht zuletzt deshalb geriet ein Spezialist wie Manugistics in massive Schwierigkeiten.

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im Markt für Kunden-Management und Sales Force Automation ab. SAP wartete ab, ob sich hier neue Chancen ergeben, und übernahm dann den Spezialisten Kiefer & Veittinger, um sich ein Entree in das als lukrativ identifizierte Geschäft zu verschaffen. Schlagartig wurden die Prognosen für Spezialisten wie Siebel, Vantive oder Clarify schlechter.

Gegenwärtig beschäftigen sich deutsche oder internationale Wettbewerbshüter nicht mit der SAP. Der Expansionsdrang der Walldorfer, die für ihr R/3-Paket immer neue Softwaremärkte öffnen, könnte jedoch dazu führen, daß die Kartellwächter schon bald aufmerksam werden.