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11.05.2001 - 

Hauptversammlung beschließt Umwandlung aller Vorzugsaktien

SAP-Chefs lehnen sich weit aus dem Fenster

MANNHEIM (CW/vwd) - Angesichts zuletzt wieder stabiler Umsatz- und Ertragszuwächse sowie einer positiven Kursentwicklung der Aktie nutzten die beiden SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann und Hasso Plattner die Hauptversammlung zu einem selbstbewussten Auftritt. Vorrangiges Ziel der Walldorfer ist es demnach, bis 2004 einen Umsatz von gut zwölf Milliarden Euro anzustreben.

Kagermann bezeichnete vor den Aktionären entsprechende Wachstumsprognosen von Analysten als "Ansporn und Herausforderung zugleich". Grob geschätzt müsse SAP dazu die Einnahmen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2000 innerhalb von vier Jahren verdoppeln und wäre dann ein Unternehmen mit 40000 bis 45000 Angestellten. Mittelfristiges Ziel sei es zudem, die Bruttoumsatzrendite von derzeit knapp 20 wieder auf 25 Prozent (unter Nichtberücksichtigung von Mitarbeiterbonusprogrammen) zu steigern.

Künftig sei es aber, so Kagermann, stärker als bisher erforderlich, sich auf neue Geschäftsfelder und -modelle zu konzentrieren. Dies bedeute auch, dass strategische Beteiligungen wie die an Commerce One oder Übernahmen wie etwa von Top Tier alltäglicher würden. Für die ersten neun Monate 2001 bekräftige Kagermann die jüngste Prognose, wonach ein Umsatzwachstum von über 23 Prozent erreicht werde. Dieses Ziel sei trotz des schwierigen Konjunktur- und Marktumfeldes realistisch.

Plattner kritisiert AnalystenSAP-Gründer und Co-Vorstandssprecher Plattner attestierte seiner Company "das derzeit breiteste Produktangebot von allen Mitbewerbern". Angesichts der Internet-Euphorie hätten viele SAP im vergangenen Jahr schon abgeschrieben. Dabei sei, so Plattner, übersehen worden, dass der Konzern 2500 Ingenieure eingestellt habe, um neue Lösungen zu entwickeln. "Die Aufstellung der SAP ist heute besser, als sie je war", verteidigte er den Kurs der vergangenen Jahre, für hohe Investitionen kleinere Gewinnzuwächse in Kauf zu nehmen. Ähnlich wie vor kurzem Oracle-Chef Larry Ellison prognostizierte der SAP-Frontmann eine Marktbereinigung in der Softwareindustrie. Firmen wie Ariba und Intershop könnten angesichts sinkender Investitionen der Anwender immer schwieriger ihre Geschäftsziele erfüllen. Plattner kritisierte in diesem Zusammenhang Äußerungen von Analysten, die SAP immer wieder mit kleineren Wettbewerbern, die in letzter Zeit gehäuft Gewinnwarnungen, Umsatzrückgänge und Entlassungen bekannt geben mussten, verglichen hatten.

Wichtigster Programmpunkt der Hauptversammlung war die Umwandlung aller stimmlosen Vorzugsaktien im Verhältnis eins zu eins in stimmberechtigte Stammaktien, die die Aktionäre fast einstimmig beschlossen. Damit könne man eine deutliche Rückgewichtung im Frankfurter Dax und damit einhergehende Kursverluste vermeiden, erklärte Kagermann. Die Deutsche Börse AG will ab Sommer 2002 nur noch die frei handelbaren Stammaktien bei der Gewichtung von Unternehmen für den Dax berücksichtigen. Darüber hinaus genehmigte die Hauptversammlung die Auszahlung einer Dividende von 81 Cent je Stammaktie beziehungsweise 83 Cent je Vorzugsaktie und ermächtigte den Vorstand, im Bedarfsfall - also beispielsweise bei anstehenden Übernahmen - eine Kapitalerhöhung um 120 Millionen Euro vorzunehmen.