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22.09.2014 - 

Erste Partner an Bord

SAP-Cloud lohnt sich erst nach 4 Jahren

freier Autor aus Waldenbuch
SAP will zu einer Cloud Company werden: Bernd Leukert, Vorstand für Produkte und Innovation, erklärt, wie einfach, flexibel und modular Cloud-Applikationen des Softwareriesen heute schon einzusetzen sind. Dabei will man jedoch keinesfalls On-premise-Kunden außen vor lassen, sondern auf die Reise mitnehmen.
Bernd Leukert, SAP-Vorstand für Produkte und Innovation: "Unsere Kunden fordern einfache Lösungen"
Bernd Leukert, SAP-Vorstand für Produkte und Innovation: "Unsere Kunden fordern einfache Lösungen"
Foto: SAP

"Unsere Kunden fordern einfache Lösungen", erklärte Leukert. "Einfachheit in Aufbau und Handhabung." Diese Einfachheit im IT-seitigen Aufbau lassen sich mit der Applikationsplattform HANA erreichen, die verschiedene Elemente der Datenhaltung überflüssig macht. Die Handhabung soll mit SAP-Fiori-Apps und entsprechenden Web-basierten und geräteunabhängigen Benutzeroberflächen leichter werden.

HANA-basierte Analytik-Funktionen werden künftig ebenso in die SAP-Anwendungen integriert wie auch Social-Collaboration-Funktionen. Damit sollen auch die Kundenprozesse vereinfacht werden können. Die nächste, bereits eingeleitete Stufe der Entwicklung sind vorausschauende Applikationen, etwa Predictive Analysis für Maintenance oder Service. Sie sollen neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

Gartner-Analyst Christian Hestermann: "SAP hat nicht gesagt, wie seine verschiedenen Cloud-Anwendungen zusammenspielen sollen."
Gartner-Analyst Christian Hestermann: "SAP hat nicht gesagt, wie seine verschiedenen Cloud-Anwendungen zusammenspielen sollen."
Foto: Gartner

SAP gibt zwar die Losung "Cloud first!" aus, will aber auf keinen Fall auf seine On-premise-Kunden verzichten oder sie gar im Stich lassen. "Sie können beispielsweise Simple Finance genauso gut on-premise einsetzen", so Leukert - solange sie HANA nutzen. Leukert sieht für Bestandskunden Hybrid-Szenarien voraus, in denen On-premise-Installationen mit Public-Cloud-Anwendungen kollaborieren.

Er gab zu, dass die Migration bestehender SAP-Anwendungen für diese schöne, neue Cloud-Welt ein gewisses Maß an Überarbeitung des Quellcodes erfordern wird. "SAP hat nicht gesagt, wie seine verschiedenen Cloud-Anwendungen zusammenspielen sollen", gibt Gartner-Analyst Christian Hestermann zu bedenken. "Denn hinter Ariba, SuccessFactors und Hybris stecken ja jeweils eigene Plattformen."

SAPs Finanzvorstand Luka Mucic: "Die Cloud könnte sich erst nach vier Jahren amortisieren."
SAPs Finanzvorstand Luka Mucic: "Die Cloud könnte sich erst nach vier Jahren amortisieren."
Foto: SAP

Bislang sei in der SAP BusinessSuite alles miteinander integriert, von den Daten bis zu den Prozessen. "Doch diese Suite löst sich nun unter dem Einfluss der Cloud auf." Daran müssten sich die Kunden gewöhnen.

Teure Wolke, meint Gartner

Ingrid-Helen Arnold, CIO und Mitglied des Globalen SAP-Vorstandes, erläuterte, dass der Begriff "Private Cloud" von SAP als SAP-Managed Cloud as a Service verstanden wird: die HANA Enterprise Cloud. Aus der SAP Public Cloud kommen hingegen die HANA Cloud Platform (PaaS) und SaaS-Applikationen für Fachabteilungen, Collaboration oder Mobile. Alle diese Cloud-Angebote laufen auf HANA. Nur wer seine SAP-Landschaft on-premise betreibt, kann hingegen jede beliebige Datenbank nutzen.

Christian Hestermann weist darauf hin, dass den SAP-Kunden die Migration in die Cloud auf lange Sicht teurer zu stehen kommt als das bisherige Lizenzmodell. Das hat SAPs Finanzvorstand Luka Mucic in einem Diagramm anschaulich dargestellt. Für SAP rechnet sich der Cloud-Betrieb einer Kundenanwendung erst nach vier Jahren, dann aber besser als das Lizenzmodell. Im Abo-Modell des Cloud-Betriebs besteht u.a. weniger Druck, durch Preisnachlässe für Kunden die Vertriebsbilanz zum Quartalsende zu verschönern: Es gibt sie nicht mehr, sondern nur noch Monatsgebühren. Hestermanns Kritik: "Damit haben Kunden einen Hebel für ihre Verhandlungen weniger."

Fritz & Macziol als SAP-Cloud-Vorreiter im Channel

IDC-Analyst Matthias Zacher. "Die Übernahme von Concur unterstreicht noch einmal, wie ernst es SAP mit Cloud Computing meint", meint ."
IDC-Analyst Matthias Zacher. "Die Übernahme von Concur unterstreicht noch einmal, wie ernst es SAP mit Cloud Computing meint", meint ."
Foto: Uwe Noelke MENSCHENfotografie

SAP hat heute weltweit 38 Millionen Cloud-Nutzer. Mit den Cloud-Firmen SuccessFactors und Ariba hat SAP eine entsprechend umfangreiche Nutzerbasis erworben. Spätestens Anfang 2015 sollen noch die 25 Millionen aktiven Nutzer der 23.000 Kunden des US-Cloud-Unternehmens Concur hinzukommen, das SAP America für 8,3 Milliarden Dollar kaufen will. "Die Übernahme von Concur unterstreicht noch einmal, wie ernst es SAP mit Cloud Computing meint", meint IDC-Analyst Matthias Zacher. IDC zähle Concur mit einem Umsatz von einer guten halben Milliarde US-Dollar im Jahr 2013 zu den Schwergewichten im weltweiten SaaS-Markt.

"Die angekündigte Übernahme des Reisekostenmanagement-Anbieters Concur, immerhin laut Gartner der siebtgrößte ERP-Anbieter weltweit, zeigt erneut, wie schnell sich SAPs Cloud-Strategie ändern kann", meint Hestermann. "Nach der Business Suite und dann der auf SAP Business ByDesign basierenden Cloud for Travel and Expense ist dies nun der dritte Anlauf für eine Reisekosten-Lösung. SAP-Kunden werden sich auf erneute tiefgreifende Änderungen einstellen müssen."

Auch erste SAP-Partner sind bereits in den Cloud-Vertrieb involviert. Das Ulmer Systemhaus Fritz & Macziol, mittlerweile ein Mitglied der französischen Vinci-Gruppe, gehört zu den ersten SAP-Partnern, die Lösungen auf Basis der "SAP Software Cloud for Customer" seinen Kunden anbietet, (ChannelPartner berichtete). (rw)

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