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Langfristige Zusammenarbeit mit Commerce One ist fraglich


25.01.2002 - 

SAP dementiert Trennungsgerüchte

WALLDORF (mo) - SAP und Commerce One richten ihre Partnerschaft neu aus. Während sie bei der Beschaffung getrennte Wege gehen, soll das Marktplatzgeschäft weiterhin gemeinsam betrieben werden. Analysten zweifeln aber an der Ernsthaftigkeit der gegenseitigen Treuebekundungen.

"Die Partnerschaft mit Commerce One ist weiterhin strategisch wichtig für die zur SAP-Gruppe gehörenden Unternehmen", widerspricht Hasso Plattner, CEO bei SAP und deren Tochter SAP Markets, Meldungen, die beiden Unternehmen würden von nun an getrennte Wege gehen. Die "Financial Times" hatte berichtet, Plattner habe Mark Hoffmann, den CEO von Commerce One, in einem Gespräch Anfang dieses Jahres dazu gedrängt, sich neue Einnahmequellen außerhalb der SAP-Welt zu suchen.

Das hat Hoffmann nämlich schon zuvor getan. Bereits Mitte Dezember hat das US-Unternehmen eine Software für die unternehmensübergreifende Beschaffung (Strategic Sourcing) herausgebracht, die in Konkurrenz zu einer Lösung von SAP steht: "Mysap SRM". Außerdem haben SAP und Commerce One ein Abkommen aufgelöst, das den gegenseitigen Vertrieb der in beiden Unternehmen vorhandenen E-Procurement-Lösungen unter dem gemeinsamen Namen "Enterprise Buyer" vorsah. Über beide Vorgänge hat die COMPUTERWOCHE bereits im Dezember vergangenen Jahres berichtet (siehe CW 51/01, Seite 4). "Der Erfolg von Commerce One als unabhängigem Unternehmen nützt sowohl Commerce One als auch SAP/SAP Markets", unterstreicht Plattner die Eigenständigkeit seines Partners.

Unabhängig von den Vorgängen im Bereich Beschaffung bleiben die beiden Firmen Partner bezüglich Produkten für Web-Marktplätze. "Wir werden unsere strategische Entwicklung bei Marktplätzen und der Business-to-Business-Integration weiter vorantreiben", stellt Plattner klar. Hierzu haben die Unternehmen vor rund eineinhalb Jahren die gemeinsame Entwicklung und den Vertrieb der Web-Marktplatz-Software "Marketset" vereinbart. Mittlerweile haben sich über 40 Internet-Handelsplattformen für diese Lösung entschieden. Diese Kooperation steht zurzeit nicht zur Disposition. Der entsprechende Kooperationsvertrag läuft noch weitere eineinhalb Jahre.

Was danach passiert, ist allerdings unklar. Helmuth Gümbel, als Managing Partner des Beratungsunternehmens Strategy Partners ein intimer Kenner der SAP, bezweifelt, dass die Zusammenarbeit Bestand hat: "Die Marketset-Kooperation hat ihren Zenit überschritten." Der Markt für Web-Marktplätze habe sich nicht in dem Maße entwickelt, wie SAP sich das erhofft hätte. Es sei daher wahrscheinlich, dass das Walldorfer Softwarehaus unabhängig von Commerce One eine eigene Software für dieses Segment entwickle. "Oft hat SAP in taktischen Kooperationen erste Erfahrungen gesammelt, um dann im zweiten Anlauf in Eigenregie die Funktionen besser, stärker integriert und vor allem für das Unternehmen lukrativer zu offerieren. Nicht selten war dieser Ansatz für die Anwender auch billiger", erläutert Gümbel. Außerdem hätten aus SAP-Sicht wichtige Commerce-One-Mitarbeiter das Unternehmen mittlerweile verlassen.

Bruce Richardson, Analyst beim Beratungsunternehmen AMR Research, verweist auf einen weiteren Knackpunkt: "SAP wollte alle Anwendungen besitzen, während Commerce One die schwierigen Arbeiten übernehmen sollte" - nämlich die komplizierte technische Aufgabe, Backend-Systeme mit Web-Marktplätzen zu verbinden. Aus diesem Grund habe Commerce One seine Strategie allmählich geändert.