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Den Mittelstand versorgt die Steeb-CAS GmbH

SAP demonstriert erste Module der Unix-Standardsoftware R/3

29.03.1991

HANNOVER (hv) - Genau zwei Jahre nach der Ankündigung wagt sich die Walldorfer SAP AG mit ersten Produkten der Standardsoftware R/3 an die Öffentlichkeit. Die Fertigstellung des Gesamtpakets läßt aber noch auf sich warten: Um mittelständische Anwender in dieser Zeit nicht an die Konkurrenz zu verlieren, hat sich SAP vorsorglich bei den wichtigsten Mitbewerbern eingekauft.

"Wir haben mit Steeb und CAS zwei Unternehmen, die zusammengenommen einen Großteil der kommerziellen Anwendungssoftware im IBM-Midrange-Bereich abdecken", bestätigt Vorstandsmitglied Hasso Plattner. Die Steeb-Gruppe ist seit Jahresbeginn eine 100prozentige SAP-Tochter, CAS bereits seit November letzten Jahres. Beide Unternehmen sollen zum 1. April zur Steeb-CAS GmbH mit Sitz in Abstatt verschmelzen und in erster Linie Standardsoftware für die AS1400 entwickeln und vermarkten. Das strategische Produkt "SC400", so verspricht CAS-Geschäftsführer Winfried Bönnhoff, wird später in die R/3-Linie von SAP überführt werden.

Ebenfalls um den Mittelstandsmarkt kümmert sich derzeit noch die SAP-Tochtergesellschaft SAP Consulting, an der zu 50 Prozent die Sulzbacher Andersen Consulting GmbH beteiligt ist. Dieses Unternehmen ist in erster Linie für die Unterstützung einer Gruppe mittelständischer R/2-Anwender verantwortlich. Bönnhoff geht aber davon aus, daß SAP langfristig nur ein Mittelstandsunternehmen führen möchte. Demzufolge würden SAP Consulting und Steeb-CAS in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen verschmelzen. Für Andersen Consulting, so ist aus Branchenkreisen zu vernehmen, wird in diesem SAP-Konzept langfristig kein Platz sein.

Mittelständischen Anwendern rät SAP-Chef Plattner, zunächst in Produkte von Steeb und CAS zu investieren. Der Umstieg auf die neue R/3-Architektur könne in einigen Jahren gleitend und zu günstigen Konditionen vollzogen werden. Der Unix-Markt werde vom nächsten Jahr an mit ersten Produkten der R/3-Software bedient. Auch durch den anhaltenden Unix-Boom und den wachsenden Konkurrenzdruck sieht sich Plattner nicht veranlaßt, den Fortgang des 320-Millionen-Mark-Projektes R/3 zu beschleunigen. Die Software wird zuerst unter Unix, später auch unter OS/2 und auf der AS/400 laufen. Langfristig, so Plattner, wird das Paket dann die R/2 Software auf den Mainframes von IBM und SNI ersetzen.

Mittelfristig sieht das SAP-Vorstandsmitglied diese Entwicklung aber noch nicht. "90 Prozent unserer Geschäfte dürften wir auch in Zukunft mit unserem Standardsoftware-Paket R/2 machen", lautet seine Prognose.

SAP geht R/3-Geschäft noch mit Vorsicht an

Mit zunehmender Komplettierung der R/3-Produktfamilie durchdringe die neue Software den Markt von selbst. An außerordentliche Vertriebsmaßnahmen denke die SAP AG nicht, zumal auch das Geschäft mit den R/2-Produkten ohne extreme Marketing-Aktivitäten ausgekommen sei.

Entsprechend dünn fiel auch die Präsentation zur CeBIT aus: Gezeigt wurden ein Finanzbuchhaltungs- und ein Materialwirtschaftssystem sowie Software für die Personalverwaltung - alles Produkte, die dem Anwender frühestens Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen werden. Erst 1994 soll R/3 den vollen R/2-Leistungsumfang aufweisen.

Die R/3-Software setzt auf relationale Datenbanktechnologie auf, wobei im Unix-Bereich zunächst das DB-System von Oracle Vorrang vor anderen Produkten hat. Als Datenmanipulations-Sprache wird SQL verwendet. Für Verbundanwendungen sollen die Kommunikationsstandards SNA-LU6.2, CPIC und EDI genutzt werden. Um eine systemweite Vereinheitlichung der Benutzerschnittstelle zu erzielen, werden die Common-User-Access-Vorgaben (CUA) des SAA-Konzeptes von IBM berücksichtigt.

SAP denkt vor 1995 noch nicht daran, die neue Produktfamilie auf die angestammte Domäne, die IBM- und Siemens-Großrechner, zu bringen, um dort das R/2-Paket abzulösen. Umstiegswilligen werden allerdings schon jetzt die maschinelle Umsetzung der Daten sowie Beratungsleistungen zur Verfügung gestellt.

Mainframern, die nicht an einen Wechsel ihrer Standardsoftware denken, bietet der Hersteller neue Komponenten an, mit deren Installation die Anwender denselben Leistungsumfang erhalten, den die erste R/3-Version bieten wird.