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14.11.2003 - 

Kosten sind runter, aber der Umsatz auch

SAP-Dienstleister arrangieren sich mit der Krise

MÜNCHEN (CW) - Für die börsennotierten kleineren deutschen SAP-Dienstleister SAP SI, Itelligence, Novasoft und Realtech, einst mit die Stars am Neuen Markt, bleibt der Weg zu einer nachhaltigen Erholung ihres Geschäfts steinig.

Der Titel, mit dem etwa die Itelligence AG ihren jüngsten Ouartalsbericht überschrieb, sagt eigentlich alles: "Erste positive Auswirkungen auf Ertragslage bei planmäßig umgesetzten Restrukturierungsprojekt." Anders formuliert: Der SAP-Dienstleister büßte im dritten Quartal weiter Umsatz ein, konnte jedoch - nach einem weiteren Tritt auf die Kostenbremse - seinen operativen Verlust senken. So reduzierte das Unternehmen den Verlust vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum von 3,7 Millionen auf 900000 Euro; die Einnahmen gingen von 37,7 auf 35,3 Millionen Euro zurück. Ähnlich verhält es sich mit der Neun-Monats-Bilanz der Bielefelder, die gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzminus von 128,2 auf 111,6 Millionen aufweist.

Als Ursachen für den erneuten Einbruch bei den Einnahmen nannte Itelligence neben "saisonalen Effekten" den Rückgang von Beratungsleistungen im Non-SAP-Bereich sowie die anhaltende Investitionszurückhaltung in Europa. Der Umsatz in den USA sei jedoch im sequenziellen Vergleich um knapp 20 Prozent gestiegen. Insgesamt sehen sich die Bielefelder bei ihrem Konsolidierungskurs bestätigt. So sank die Zahl der Arbeitsplätze um weitere 126 auf insgesamt 1175 Stellen. Bis Jahresende werden alle Aktivitäten im Non-SAP-Bereich eingestellt, hieß es. Durch die Restrukturierung sollen die Betriebskosten kommendes Jahr um 25,1 Millionen Euro sinken.

Mit ihren Problemen, im Markt wieder Boden gut zu machen, sind die Bielefelder jedoch nicht alleine. So verbuchte die Walldorfer Realtech AG in den ersten neun Monaten aufgrund niedrigerer Erlöse im Beratungsgeschäft erneut ein fünfprozentiges Umsatzminus auf 41,1 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im Vorjahresvergleich von 3,2 auf 2,7 Euro. Realtech geht nun davon aus, die bisherige Umsatzprognose für das Gesamtjahr nicht erfüllen zu können: Anstelle eines Antiegs rechnet die Company nun nur noch mit Einnahmen auf Vorjahresniveau (57 Millionen Euro).

Novasoft sieht positive Tendenz

Ähnlich ist die Situation bei der Novasoft AG. Die Einnahmen der Heidelberger sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal abermals leicht von 15,3 auf 15,1 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte dagegen von 600000 auf 1,1 Millionen Euro zu. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das SAP-Beratungshaus allerdings noch einen Ebit-Profit von 2,3 Millionn Euro bei 19,1 Millionen Euro Umsatz gemeldet. Das Unternehmen führte die rückläufigen Umsätze vor allem auf die Geschäftsentwicklung in Deutschland zurück, sah allerdings in den letzten Wochen wieder eine etwas positivere Tendenz.

Die scheint man zumindest auch bei der SAP Systems Integration (SAP SI) AG zu erkennen. Die Dresdener SAP-Tochter hat zwar für das dritte Quartal einen gegenüber dem Vorjahr leicht von 73,3 auf 70,6 Millionen Euro gesunkenen Umsatz ausgewiesen. Gegenüber dem zweiten Quartal, das mit Einnahmen von 65,5 Millionen Euro besonders schwach ausgefallen war, bedeutete dies aber immerhin wieder einen sequenziellen Anstieg. Mit einem Ebit von 11,1 Millionen Euro gelang den Sachsen dabei sogar gegenüber dem dritten Quartal 2002 nahezu eine Ergebnisverdoppelung - ein Umstand, der Unternehmensangaben zufolge nicht nur auf die Senkung des Kostenniveaus, sondern auf die auch wieder "hohe Auslastung" der eigenen Berater zurückzuführen ist. (gh/mb)