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03.09.2004 - 

Kunden konzentrieren sich auf wenige große Anbieter

SAP-Dienstleister Novasoft schlüpft bei Ciber unter

Ciber zahlt den beiden Novasoft-Gründern und -Vorständen Georg Konrad und László Gotthard 3,52 Euro pro Anteilsschein und hält damit ab sofort 64,2 Prozent am Unternehmen. Bis voraussichtlich Ende September wird der US-amerikanische Anbieter auch den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Insgesamt beläuft sich der Wert der Transaktion auf rund 69 Millionen Euro. Der Heidelberger SAP-Spezialist nahm im vergangenen Jahr 61,4 Millionen Euro ein, 60 Prozent davon wurden im Ausland erzielt. Für 2004 strebt der Vorstand einen Umsatz zwischen 61 und 67 Millionen Euro an.

Novasoft beschäftigt rund 450 Mitarbeiter in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Finnland. Das 1989 gegründete Unternehmen bedient vornehmlich Großkunden aus dem Handel sowie der Automobil- und Prozessindustrie mit SAP-Beratungs- und Integrationsdiensten. Dabei steuern die zehn größten Kunden 61 Prozent zum Umsatz bei. Mit den drei wichtigsten Abnehmern erzielte Novasoft ein Drittel aller Einnahmen. Diese Konzentration auf wenige Großkunden wurde für das Unternehmen zunehmend zum Problem. "Früher hatten die Kunden für jede Nische einen eigenen Provider, heute versuchen die Unternehmen die Zahl der Lieferanten auf wenige große Anbieter zu reduzieren", beobachtet Vorstand Konrad.

"Die Kunden wollen von der Management-, Prozess- und SAP-Beratung bis hin zum Outsourcing alles aus einer Hand. Das können nur Anbieter liefern, die eine gewisse Größe haben."

Die kritische Masse hofft Novasoft nun mit dem neuen Partner Ciber zu erreichen. Die neue Mutter erzielt mit rund 7500 Mitarbeitern Einnahmen in Höhe von 850 Millionen Dollar pro Jahr. "Im künftigen Firmenkonstrukt werden wir eine eigenständige Rolle übernehmen und die SAP-Services innerhalb der Ciber-Gruppe betreiben", sagt Konrad. Regionale und thematische Überschneidungen zwischen beiden Dienstleistern gebe es kaum. Ciber erbrachte bislang nur in den Niederlanden SAP-Dienste im nennenswerten Umfang.

"Für Novasoft ist die Übernahme durch Ciber eine der wenigen attraktiven strategischen Optionen. Einen Käufer für IT-Beratungsunternehmen im aktuellen Marktumfeld zu finden, ist selbst bei soliden Verkaufskandidaten nicht trivial, denn mittelgroße SAP-Berater befinden sich aus strategischer Sicht häufig in einer schwierigen Situation", schildert Peter Kreutter vom Institute for Industrial Organization der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar. Einerseits müssen sich die SAP-Dienstleister der Konkurrenz der kleinen und fokussierten Spezialisten erwehren, tun sich dabei aber mit ihrem breiten Portfolio sehr schwer. Andererseits gelingt es ihnen nur selten, Großprojekte gegen Anbieter wie IBM Global Services und Accenture zu gewinnen. Gleichzeitig leidet die gesamte Branche unter schwindenden Einnahmen, geringer Auslastung, niedrigen Tagessätzen und Überkapazitäten am Markt. "Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist schwierig", meint Kreutter mit Blick auf die anderen SAP-Dienstleister in Deutschland.