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04.06.1993 - 

Bei R/3 entfaellt Beschraenkung auf 200 Anwender

SAP erteilt Big Blue eine Absage: DB2/6000 nicht fuer R/3-Software

Damit wird die Client-Server-Software auch fuer groessere Unternehmen mit 500 bis 1000 Anwendern interessant.

Kritik uebte Plattner an der neuen IBM-Datenbank DB2/6000, die in der heutigen Form nicht fuer R/3 in Frage komme.

Die Trennung der Produktlinien R/2 und R/3 schien fuer SAP bisher klar: Die Mainframe-Software R/2 war fuer grosse Unternehmen konzipiert. Mit R/3 wollten die Walldorfer mittelstaendische Betriebe und Konzerntoechter bedienen. Jetzt verwischen sich die Grenzen zwischen der Mainframe- und der Client-Server-Software. "Es gibt keinen Grund mehr, das R/3-System auf 200 Anwender zu limitieren", erklaerte SAP-Vize Plattner. Heute gilt die Standardsoftware als ressourcenhungrig. Doch dieses Manko soll durch die Reduktion einer implementierten Ueberwachungssoftware jetzt beseitigt sein. Die freigewordenen Ressourcen ermoeglichen laut SAP mehr Transaktionen.

Kleinere Konfigurationen seien vorstellbar, und ausserdem koennten mehr Benutzer mit der Software arbeiten. R/3- Installationen mit 500 bis 1000 Usern schliesst Plattner deshalb nicht mehr aus.

Ansonsten gab es in Berlin wenig Neues. Eine deutliche Absage erteilte Plattner dem Datenbankhersteller Ingres, der, da es sich bei der Ingres-Mutter ASK um einen Mitbewerber handelt, auch in Zukunft nicht von R/3 unterstuetzt werden soll. Klare Worte fielen zudem in bezug auf die neue IBM-Datenbank DB2/6000. Plattner: "Die Spezifikationen reichen noch nicht aus. Wir brauchen mindestens den vollen Leistungsumfang von DB2, und der steht nicht zur Verfuegung."

Waehrend das Unternehmen mit R/2 auf die Dominanz der IBM im Mainframe-Bereich setzte, sieht es bei R/3 anders aus. Dort hat Hewlett-Packard als Lieferant der Hardwareplattform deutlich die Nase vorn.

AS/400 nur als Datenbank-Server

Der Workstation-Marktfuehrer Sun beziehungsweise Systeme mit Sparc-Prozessoren werden von SAP bisher nicht unterstuetzt, dies gehoert jedoch laut Plattner zu den naechsten Plaenen der Walldorfer. Keine guten Karten hat dagegen die IBM mit dem proprietaeren Midrange-System AS/400. "Die AS/400 unterscheidet sich trotz der Behauptungen der IBM, sie sei ein offenes System, so stark von den anderen Rechnertypen, dass uns die Portierung schwerfaellt," begruendet der SAP-Manager die Entscheidung, die Midrange-Maschine nur als Datenbank-Server fuer R/3 anzubieten. Doch auch diesbezueglich klang Plattner nicht sehr zuversichtlich. Man arbeite an diesem Projekt, doch einen genauen Auslieferungszeitpunkt koenne er nicht nennen.

Ungewoehnlich stark betonte der SAP-Mitbegruender die internationale Ausrichtung von SAP. Vor allem in den USA sei man "mit R/3 zum ersten Mal konkurrenzfaehig". Ein eigenes Entwicklungszentrum in der kalifornischen Bay Area soll jetzt den Einstieg in den US-Markt unterstuetzen. Plattner: "An der Quelle zu sitzen, ist absolut entscheidend."

Nach Angaben der Walldorfer setzen bisher 250 Unternehmen die Unix-basierte Standardsoftware ein. Allerdings musste Plattner seine Voraussagen fuer 1993 revidieren. Die geplanten 1000 Systeme lassen sich wahrscheinlich nicht verkaufen. Der SAP-Mitbegruender rechnet aber dennoch fuer 1993 mit einem Umsatz von 200 Millionen Mark mit R/3-Systemen und mit 400 Millionen Mark durch die R/2- Software. Von der angepeilten einen Milliarde Mark Gesamtumsatz wuerden damit knapp zwei Drittel mit dem reinen Produktgeschaeft erzielt.