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21.04.1995

SAP-Forum/Vorgehen mit der Brechstange

Zielkonflikte zwischen den Fachbereichen und Fachabteilungen kann auch SAP-Software nicht loesen. Der Anspruch, der sich mit der grossen Flexibilitaet verbindet, taeuscht.

Die Systemauswahl anhand von Studien oder durch Berater, die nur selten Einfuehrungserfahrung haben und sich auf Aussagen in der "Silberbroschuere" oder aehnlichen Schriften berufen, wecken in den Fachbereichen der Unternehmen mit ihren gegensaetzlichen Teilzielen unrealistische Erwartungen. Diese ziehen dann den ueberproportionalen Einfuehrungsaufwand nach sich. Denn spaetestens in der Implementierungsphase muss auch bei SAP im Falle von gegensaetzlichen Anspruechen der Bereichs- und Abteilungsfuersten eine eindeutige Entscheidung fallen.

Bei einem methodischen Vorgehen, zum Beispiel nach ISOTEC, haette eine praezise Gestaltung bereits im Fachkonzept in die Wege geleitet werden muessen. Unternehmensleitungen, die sich dann auch noch in der Einfuehrungsphase, zum Beispiel im Lenkungsausschuss, um eindeutige Zielvorgaben herummogeln, verursachen die hinlaenglich bekannten Grabenkaempfe. Frustration und Zeitverzug unter dem inzwischen gewachsenen Erfolgs- und Kostendruck sind die Folge.

Nach meinen Erfahrungen setzt sich in dieser Phase das Vorgehen mit der Brechstange durch - selten zum Vorteil der betroffenen Unternehmen; immer aber zum Schaden der Mitarbeiter der Informatikabteilungen sowie deren Ansehen und Akzeptanz.

Das war nicht immer so. Solange die SAP Module voellig getrennt eingefuehrt und optimiert hat, waren alle Beteiligten mit den - am Unternehmensziel vorbei - an den Forderungen der Fuersten orientierten Loesungen zufrieden. Die Probleme zeigen sich jetzt bei Unternehmen, die einem weltweiten Wettbewerb ausgesetzt sind. Diese Schwierigkeiten sind fuer Mittelstaendler toedlich.

Bei der Gesamtdiskussion zum Thema SAP scheinen mir interessante Gesichtspunkte bis jetzt nicht genuegend beruecksichtigt worden zu sein:

1. Der Einfluss von Lehrstuehlen, deren peripheren Instituten und Mitarbeitern bei der Einfuehrung zum Beispiel von Leitstaenden. Er verwischt die Grenzen zwischen Lehre, Forschung und Unternehmenspraxis. Pilotanwender werden zu Versuchskaninchen von Informatikgurus. Das Image der DV-Mitarbeiter - besonders im Meisterbereich - verschlechtert sich.

2. Der Datenschutz beziehungsweise das Berechtigungskonzept unter dem Gesichtspunkt des Daten-, Programm- und Tabellenaustausches zwischen den Unternehmen, externen Partnern und der Entwicklung in Walldorf. Alle diese Partner brauchen fuer ihre Aufgaben sehr umfangreiche Zugriffsrechte - auch auf Produktivsysteme.

Es ist schon ruehrend, zu sehen, wie sich so mancher Konzern mit Pfoertnern und aehnlichen Kraeften schuetzt, waehrend er gleichzeitig zulaesst, dass externe Spezialisten - oder andere, die deren Passwort kennen - mit ihrer Berechtigung beispielsweise von jedem Terminal einer Vertriebsniederlassung in aller Welt oder aus Walldorf im Dialog sogar aendernd auf Programme, Tabellen und sensible Daten zugreifen koennen.

Albrecht Petzoldt, 71394 Kernen, i. Remstal (Rommelshausen)