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26.05.2000 - 

Maßnahmen gegen das schleppende US-Geschäft

SAP geht auf Einkaufstour

MÜNCHEN (CW) - Schwächen in einzelnen Produktbereichen und mäßige Zahlen im US-Geschäft bewegen die SAP AG zur Aufgabe ihrer bisherigen Strategie, nur selbst entwickelte Produkte zu verkaufen.

Neue Töne bei der SAP: Kein Softwareunternehmen könne alles selbst entwickeln und in allen Bereichen führend sein, so Hasso Plattner, Vorstandsvorsitzender der Walldorfer in einem Interview mit der "Financial Times". Damit gibt SAP seinen bisherigen Anspruch auf, den Markt ausschließlich mit Eigenentwicklungen zu bedienen. Die neue Losung lautet: Systeme werden so umfassend wie möglich entworfen und in einzelnen Teilbereichen durch zusätzliche Angebote von Drittherstellern ergänzt. Die Entscheidung, künftig neben eigenen Produkten auch Software der Nortel-Tochter Clarify anzubieten, wird somit kein Einzelfall bleiben. So sucht SAP im Bereich Katalogtechnik neben Requisite und Aspect zusätzliche Partner. Auch mit Firmen, die 3D-Simulations-Tools und Retail-Software herstellen, führen die Walldorfer Gespräche.

Darüber hinaus denkt SAP über Zukäufe nach, erste Vorbereitungen zum Füllen der Kriegskasse sind bereits getroffen. Investoren haben im vergangenen Monat der Ausgabe von bis zu zehn Millionen neuer Aktien zugestimmt, was bei dem derzeitigen Aktienkurs einem Zufluss von rund 6,1 Milliarden Euro entspricht. Plattner will davon allerdings nur rund eine Milliarde Euro für den Ankauf von Unternehmen aufwenden.

Um der schlechten Kursentwicklung und den schwachen Absätzen in den USA entgegenzuwirken, verlegt SAP derzeit seinen amerikanischen Firmensitz nach New York und plant ferner die Eröffnung einer Tochtergesellschaft in Palo Alto. Die Neugründung soll sich in erster Linie der Schaffung von Marktplätzen im Internet widmen und zu einem noch unbekannten Zeitpunkt an die Börse gebracht werden. Außerdem will das Unternehmen die Kommunikation seiner amerikanischen Niederlassung mit dem deutschen Hauptquartier verbessern.

Überdies soll das Verkaufspersonal auf Vordermann gebracht und Techniker aus Deutschland hinzugezogen werden. Hintergrund ist der Verlust von rund sechs Prozent der amerikanischen Mitarbeiter, darunter fast das gesamte Management.