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09.09.1994

SAP goes America

SAP dementiert. Es ist nicht richtig, so US-Geschaeftsfuehrer Klaus Besier vor Vertretern der deutschen Presse, dass amerikanische Sales-Leute des Walldorfer Wirtschaftswunders jaehrlich bis zu zwei Millionen Mark verdienen koennen. Diese Zahl war von der "Business Week" im August publiziert worden. Ob Besier auch vor amerikanischen Journalisten einen Rueckzieher gemacht haette, ist fraglich, denn die Zahlen dokumentieren den Erfolg des Softwarehauses - und Erfolg kommt in der neuen Welt an.

Zur Zeit tut die SAP alles, um sich in den USA zu etablieren. Ein neues Servicekonzept, das eine intensive Kundenbetreuung ueber elektronische Medien vorsieht, wurde zuerst nicht in Deutschland, sondern in den Staaten vorgestellt. Auch die R/3-Light-Variante "Heidelboerg" wird erst einmal englischsprachig herauskommen, und die R/3-Version 2.2, erscheint ebenfalls zunaechst am US-Markt.

Rund 4000 Besucher waren auf der Benutzerkonferenz Sapphire A94 in Orlando zugegen; Veranstaltungsort war - surprise, surprise - die Disney World. Und SAP gab den Amis, was sie wollten. Allen voran Unternehmensgruender Hasso Plattner, der sich nicht scheute, seine Grundsatzrede mit einem Solo a la Chuck Berry auf der E-Gitarre einzuleiten, ehe er sich so ernsten Dingen wie dem Client-Server- Computing oder der massiv-parallelen Verarbeitung widmete.

Amerika ist fuer die SAP das gelobte Land der Datenverarbeitung, daran liess Plattner im Pressegespraech keinen Zweifel. Es handle sich um den "groessten homogenen einsprachigen Markt" - wer die USA hat, hat die Welt. Und noch einen Vorteil, so scheint es, bringt die starke Fokussierung auf den US-Markt mit sich: Das Altlastenproblem der SAP schrumpft auf ein Minimum.

Wenn US-Unternehmen im grossen Stil R/3 installieren, handelt es sich fuer die SAP in den allermeisten Faellen um Neukunden. Keine laestigen Mainframe-Anwender, die wissen wollen, wie sie ihre R/2- Investitionen sichern koennen. Keine unbequemen Fragen nach Releasewechseln. Die USA sind fuer die SAP in der Tat das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten.

Sicher, der Marketing-Wind weht in den Staaten ein wenig rauher als in der alten Welt. Die Wettbewerber haben keine Scheu, sich im Kundengespraech gegenseitig am Zeug zu flicken - eine Erfahrung, die fuer die Walldorfer neu ist. Trotzdem steht unbegrenztes Wachstum ins Haus: Schon im naechsten Jahr, so meint Klaus Besier, wird die amerikanische Dependance groesser als die deutsche sein.