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30.08.1991 - 

Stammaktien immer noch mit Vorschußlorbeeren

SAP hat den Kursanstieg der letzten Jahre konsolidiert

Die Aktie der SAP AG wird mit mehr als dem Dreifachen des für 1991 erwarteten Umsatzes bewertet. Bei einem erklärten Umsatzziel von 700 Millionen Mark für 1991 spiegelt die Börsenbewertung der SAP in Höhe von 2,1 Milliarden Mark immer noch eine Menge Vorschußlorbeeren wider - trotz eines Kursrückgangs von über 40 Prozent seit Mitte 1990.

Der Zwischenbericht für das erste Halbjahr scheint die optimistische Einschätzung der Marktteilnehmer zu unterstützen. Im Vorjahresvergleich kletterte der Gruppenumsatz um 40,3 Prozent auf 303,3 Millionen Mark. Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit kletterte um 24,4 Prozent auf 58,1 Millionen Mark. Der Jahresüberschuß erhöhte sich um 31,8 Prozent auf 39,4 Millionen Mark.

Die SAP AG berichtet lediglich über die Entwicklung der gesamten Gruppe, unterscheidet also nicht zwischen intern erwirtschaftetem Umsatz und durch Beteiligungskäufe erworbenem Umsatz.

Auffällig ist die weiterhin niedrige Steuerquote von 30 Prozent, eine Folge der Konsolidierung der Auslandsbeteiligungen bei der Schweizer Tochtergesellschaft. Darüber hinaus setzt sich der seit Jahren zu beobachtende Rückgang der Umsatzrendite fort. Nach 16,6 Prozent im Jahr 1990 wurde im ersten Halbjahr 1991 noch eine Nettorendite von knapp 13 Prozent, bezogen auf den Umsatz, erwirtschaftet. Beim Vergleich mit dem ersten Halbjahr 1990 ergibt sich ein Rückgang der Umsatzrendite von knapp einem Prozent.

Rechnet man das Ergebnis des ersten Halbjahres, gemessen am Verhältnis der Entwicklung der zwei Halbjahre 1990, hoch, ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 55 Mark.

SAP-Vorzugsaktie ist angemessen bewertet

Dies liegt im Rahmen der Analystenerwartungen, die zwischen 55 und 65 Mark Gewinn je Aktie schwanken.

Die Stammaktie wäre damit mit dem 24,5fachen und die Vorzugsaktie mit dem 17,3fachen des erwarteten Gewinnes bewertet.

Auch wenn wegen der nachlassenden Gewinndynamik die hohen Kurs- und Gewinnverhältnisse der Vergangenheit nicht mehr erreicht werden können, erscheint zumindest die SAP-Vorzugsaktie nach dem Kursrückgang seit Mitte 1990 jetzt angemessen bewertet.

Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München.