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05.09.1997 - 

Datenbank der Software AG auch für R3, Version 4

SAP hilft Kunden aus dem Adabas-Dilemma

"Die SAP übernimmt ab Oktober die Verantwortung für die Weiterentwicklung und Pflege von Adabas D im R/3-Umfeld", erklärt Karl-Heinz Schwalme, Bereichsleiter Adabas D bei der Software AG (SAG) in Darmstadt. In diesem Zusammenhang wechselten rund 20 Mitarbeiter der Berliner SAG-Tochter SQL Datenbanksysteme GmbH zu SAP. Das Unternehmen hatten die Darmstädter 1995 von Siemens-Nixdorf, dem vormaligen Besitzer der Datenbank, gekauft.

Die SAG selbst will Adabas D nun jenseits der R/3-Welt als Workgroup-Server neu im Markt positionieren. "Ein entsprechender Release-Plan ist in Arbeit", berichtet Schwalme. Man werde künftig nicht mehr gegen Oracle und Informix ins Rennen gehen, sondern positioniere sich gegen Microsofts "SQL Server" und Centuras "SQL-Base".

SAP stimmte dem Abkommen mit der Software AG eigenen Angaben zufolge zu, um die Interessen der Adabas-D-User zu wahren: "Wir wollen unseren Bestandskunden zeigen, daß wir diesen Bereich selbst in die Hand nehmen", erläutert Frank Schabel, PR-Manager bei der SAP. Eine aggressive Vermarktung von R/3 auf der SAG-Datenbank sei jedoch nicht geplant.

Keineswegs beabsichtige SAP, nun in den Datenbank-Markt einzusteigen, um dort als Konkurrent von Oracle aufzutreten.

Zur künftigen Entwicklung von R/3 und Adabas D werde man die Reaktion am Markt abwarten. Neukunden sollen jedoch auf Basis von Adabas D nicht gewonnen werden, stellt Schabel klar. Eine Erweiterung der bestehenden Lizenzen sei allerdings gewährleistet, falls Unternehmen ihre Benutzerzahlen erhöhen wollten. Natürlich könnten Kunden mittelfristig auf eine andere Datenbanken umsteigen. Informix etwa stelle entsprechende Migrations-Tools zur Verfügung.

Wolfgang Martin, Vice-President Europe bei der Meta Group, sieht in der Übernahme von Pflege und Erweiterung eine Art Versicherung: "Wenn SAP mit Oracle Probleme bekommt, hätte man ein eigenes Produkt anzubieten. Oracle hat mittlerweile auch erkannt", so Martin, "daß sich im Applikationsgeschäft viel Geld verdienen läßt."

Die Leidtragenden im mittlerweile jahrelangen Hin und Her zwischen SAP und SAG sind die Anwender. Hermann Herrlein, Leiter Informationssysteme Oetker International West: "Die anhaltenden Diskussionen haben uns stark irritiert. Dadurch, daß SAP die Pflege jetzt zunächst sicherstellt und auch R/3 4.0 auf Adabas D unterstützen will, haben wir zur Zeit etwas Ruhe." Aber er traut dem Frieden nicht und baut lieber vor. "Grundsätzlich sind wir mit der Datenbank sehr zufrieden. Sie läßt sich einfach administrieren und hat bislang keine Probleme bereitet." Um aber Diskussionen zu vermeiden, denke man bei Oetker ernsthaft darüber nach, auf eine andere Datenbank zu migrieren.

Der Anteil des Adabas-D-Geschäfts mit R/3 macht rund 30 bis 40 Prozent des gesamten SAG-Umsatzes mit dem relationalen Datenbank-System aus. Der Bereich schrieb aber trotz der rund 700 Installationen weltweit keine schwarzen Zahlen. "Wir ziehen uns aus einem für uns unwirtschaftlichen Bereich zurück", erklärt Schwalme. Nur Oracle habe seiner Meinung nach im SAP-Markt Freude. Alle anderen müßten erheblichen Aufwand betreiben, um mit der Entwicklung von Features Schritt zu halten. Rund 75 Prozent aller R/3-Installationen laufen derzeit auf Oracle, den Rest teilen sich Datenbank-Hersteller wie Informix, Microsoft und die SAG.