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09.07.1976 - 

Erfahrungen mit Standard-Software

SAP ist benutzerfreundlicher als IBM

"Gute Erfahrungen mit Standard-Paketen" machte (CW Nr. 22/23 vom 4. Juni 1976), wer auf einem IBM-System die IBM-Software IFB einsetzte. Er entschied sich dafür, "weil das Programm vom Hersteller des Systems kommt". Ganz andere Erfahrungen machte in Fellbach bei Stuttgart die Firma Elring: Sie stand vor der gleichen Alternative - verzichtete aber nach einer Testinstallation schnell wieder auf das IBM-Paket zugunsten des Konkurrenzprogrammes aus dem unabhängigen Softwarehaus SAP.

FELLBACH - Wir arbeiten mit einer 370/135 und haben Anfang 1975 die IBM-Software IFB testweise installiert. Aus internen Gründen mußten die neue Personen- und Sachkontenbuchhaltung für drei Unternehmen unserer Firmengruppe bis zum 31. Dezember 1975 voll funktionsfähig installiert sein.

Mitte des Jahres 1975 standen wir vor einer Vielzahl ungelöster Fragen, die im Hinblick auf den Termindruck zu neuen Überlegungen führten. Wir kamen zurück auf den Systemvergleich IFB/SAP vom Ende 1974. Damals haben wir uns für IFB entschieden, weil das System vom Hersteller überzeugend angeboten wurde und wir den DBOMP auch für die Kundendatei seit langem im Einsatz haben. Mit einem sehr umfassenden Katalog ungelöster bzw. nicht befriedigend gelöster Anforderungen wendeten wir uns erneut an SAP. Eine Prüfung ergab, daß diese Forderungen zum überwiegenden Teil durch SAP termingerecht lösbar seien.

Ende August haben wir aus den genannten Gründen die IFB-Installation revidiert und einen Vertrag mit der Firma SAP Mannheim abgeschlossen. Ein wesentlicher Vertragsbestandteil war die Zusage, daß zum 31. 12. 75 ein funktionsfähiges Gesamtsystem implementiert und eingeführt werden konnte.

Wir konnten termingerecht zum 1. Januar 76 das ausgetestete und voll an unsere Anforderungen angepaßte System in Betrieb nehmen. Wir arbeiten somit inzwischen ein halbes Jahr mit dem neuen System und machten folgende Erfahrungen:

1. Der Aufwand für die Implementierung, Anpassung und Einführung einschließlich Schulung und Organisationsunterstützung für die Fachbereiche erforderte sechs Mann-Monate unseres EDV-Teams.

2. SAP erbrachte für die Installationsschulung und die erforderliche Modifikation einen Gesamtaufwand von etwa einem Mann-Monat.

3. Ein Vergleich der IFB- und SAP-Software ergibt:

a) Wir konnten den PL1-Compiler, den wir für die Testinstallation extra anmieten mußten, einsparen.

b) Der Einsatz der SAP-Datenbank unter Verwendung von DAM/ISAM brachte uns keine Nachteile. Die für IFB erforderlichen Verkettungen des Buchungsstoffes aus der Protokoll Datei in die Datenbank (beim Tagesabschluß) entfällt.

c) Der Kaufpreis für SAP ist zwar erheblich höher, aber unterm Strich durch die geringeren Implementierungs- und Anpassungskosten voll zu vertreten.

d) Die SAP-Handhabung im Fachbereich ist - verglichen mit IFB - wesentlich einfacher. Begründung: IFB verwendet eine Vielzahl von Funktionstasten am Bildschirm, die zum Teil unterschiedliche Bedeutung haben.

Dadurch ist der Aufwand für die Arbeitsunterlagen-Erstellung und Schulung relativ hoch. SAP hingegen verwendet ausschließlich die Datenfreigabe-Taste. Die Steuerung erfolgt durch einfache Codes. Nach zwei- bis dreitägiger Schulung der Fachdbereichs-Mitarbeiter waren diese in der Lage, selbständig am Bildschirm zu üben und praktisch zu arbeiten.

Wir sind auch der Meinung, daß der Einsatz von Standard-Software-Paketen in vielen Arbeitsgebieten von großem Interesse ist. Allerdings ist der wirtschaftliche Erfolg abhängig von einer Vielzahl von Einzelkriterien, die zum Teil schwer zu ermitteln und zu bewerten sind. Hierfür wäre ein intensiverer Erfahrungsaustausch von Software-Anwendern wünschenswert.

Harro Erben ist Leiter der DV/Org., Lothar Keinert EDV-Leiter bei Elring Dichtungswerke KG in Fellbach