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16.08.2007

SAP konkretisiert PLM-Fahrplan

Product-Lifecycle-Management (PLM) soll bis 2010 alle Geschäftsbereiche in den Firmen erreichen.

SAP hat erste Details seiner PLM-Roadmap bis 2010 veröffentlicht. Demnach soll Ende des Jahres ein erstes Erweiterungspaket für den PLM-Kern herauskommen. Dieser werde neue Prozesse für die Portfolio-Planung beinhalten. Mit Hilfe eines verbesserten Ideen-, Portfolio-, Ressourcen- und Projekt-Managements sollen Anwender den Entwicklungsprozess von Produkten verkürzen können. Im kommenden Jahr planen die SAP-Verantwortlichen ein vereinfachtes User Interface für die PLM-Lösung. Die Präsentation der Informationen soll sich individuell an bestimmte Rollen anpassen lassen. Damit benötigten die Nutzer weniger Training und Einarbeitung, um mit dem System effizient arbeiten zu können, verspricht der Hersteller.

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Integration der Prozesse

2009 soll laut den SAP-Plänen das nächste Erweiterungspaket auf den Markt kommen. Dabei wird das Hauptaugenmerk dem Hersteller zufolge auf der Integration aller mit PLM zusammenhängenden Prozessen liegen. Das System werde dann in der Lage sein, alle PLM-Prozesse von der Produktidee über dessen Planung und Herstellung bis hin zu Vertrieb und Service abzudecken. Dieses integrierte PLM-System soll die Datenkonsistenz sowie die Abläufe im Gesamtprozess weiter verbessern. Das für 2010 geplante PLM-Enhancement-Package wird SAP zufolge die Möglichkeiten verbessern, Daten zwischen dem Planungs- und Fertigungsprozess und dem PLM-System auszutauschen, beispielsweise durch eine verbesserte Anbindung von Herstellungs-Tools sowie die Integration von RFID-Informationen. Den Anwendern verspricht SAP damit mehr Transparenz im Planungs- und Herstellungsprozess sowie eine bessere Qualität durch die Rückkopplung und Einhaltung von regulatorischen Vorgaben.

Die Strategie, seine Lösungen im Rahmen von Enhancement Packages auszubauen, verfolgt SAP auch bei seiner Kernapplikation ERP 6.0. Erst kürzlich hat der Konzern sein zweites Erweiterungspaket für den ERP-Kern vorgestellt.

PLM sei heute nicht mehr allein eine Domäne für Ingenieure, meint Gartner-Analyst Marc Halpern. Viele Verantwortliche arbeiteten verstärkt daran, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse effizienter zu gestalten. Die Anforderungen des Marktes wie beispielsweise verkürzte Produktzyklen zwingen die Unternehmen, neue Entwicklungen schneller zur Marktreife zu bringen.

E-SOA als Basis

Diese Anforderungen will SAP mit dem Ausbau seiner PLM-Lösung adressieren. Die Lösung basiert auf SAPs E-SOA-Plattform und setzt die Integrationsplattform Netweaver sowie das aktuelle ERP 6.0 voraus. Dies ermögliche eine enge Integration mit anderen SAP-Anwendungen wie Enterprise-Resource-Planning (ERP), Customer-Relationship-Management (CRM) und Supply-Chain-Management (SCM). Darüber hinaus will der Konzern künftig eng mit Partnern und anderen Softwareherstellern zusammenarbeiten wie beispielsweise Anbietern von Computer-aided-Design-Lösungen (CAD). Auch im Rahmen des Duet-Projekts mit Microsoft seien PLM-Szenarien wie Projekt-Management denkbar, hieß es. Dies erlaube den Anwendern, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse auch firmenübergreifend zu steuern.

"Ein isoliertes PLM-System reicht heute nicht mehr aus", sagt Hans Thalbauer, Leiter Solution Management PLM von SAP. Es gelte, eine Brücke zu allen Geschäftsbereichen im Unternehmen wie Produktion, Vertrieb und Marketing zu schlagen. Neben den Kundendaten seien die Produktdaten das wichtigste Gut einer Firma. Derzeit setzten rund 5500 Kunden SAPs PLM-Lösung ein. Thalbauer geht davon aus, dass die Zahl der Anwender schnell steigen wird. Immer mehr Firmen würden sich mit PLM beschäftigen.

Auch bei einigen großen Anbietern rückt das Thema PLM verstärkt in den Blickpunkt. So hat beispielsweise erst im Mai SAPs Erzrivale Oracle den PLM-Spezialisten Agile für knapp eine halbe Milliarde Dollar geschluckt.

Bis dato hatte der Datenbank-, Middleware- und Applications-Anbieter lediglich vereinzelt PLM-Funktionen im Rahmen seiner E-Business-Suite und der zugekauften Produktlinie von J.D. Edwards zu bieten. Mit der Akquisition werteten die Oracle-Verantwortlichen ihr PLM-Portfolio deutlich auf.

PLM-Konkurrenz schläft nicht

Anfang des Jahres hat Siemens die Übernahme von Unigraphics Solutions (UGS) angekündigt. Rund 3,5 Milliarden Dollar überwies der Mischkonzern für den CAD- und PLM-Spezialisten an die Investment-Firmen Bain Capital, Silver Lake Partners und Warburg Pincus. Im Mai wurde der Deal nach der Genehmigung durch die Kartellbehörden abgeschlossen. Siemens gliederte die PLM-Lösungen in seine Sparte Automation and Drives (A&D) ein. (ba)