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06.09.1996 - 

Sapphire '96 in Philadelphia

SAP legt neueste Pläne für R/3 offen

In Philadelphia gab sich das SAP-Management alle Mühe, Klarheit über die architektonische Zukunft von R/3 zu schaffen. Das Standardpaket R/3 wird derzeit in betriebswirtschaftliche Komponenten zerlegt sowie um weitere Bausteine ergänzt, die Ende dieses Jahres erstmals mit der Version 3.1 ausgeliefert werden sollen. Bei letzteren handelt es sich um 25 Internet- und Intranet-Komponenten. Hinzu kommen bis Ende 1997 etwa 180 sogenannte Business Objects - über das Web anzubindende R/3- Benutzer-Formulare, die nur zum Teil von der SAP selbst stammen werden. Der Web-Zugriff erfolgt über einen dem R/3-System aus Sicherheitsgründen vorgeschalteten "Internet Transaction Server", den Microsoft beisteuert. Schließlich sollen ab der Version 4.0 Kernfunktionen von R/3 als Komponenten vorliegen.

Die Vermischung von Komponenten und Business-Objekten sorgt derzeit für große Verwirrung. So hat selbst die Forrester Research Inc., Cambridge, Massachusetts, irrtümlich gemeldet, der R/3- Monolith werde in "170 verteilte Komponenten aufgebrochen". Ein derartig grundlegender Umbau werde so viele Probleme mit sich bringen, schlossen die Marktbeobachter, daß Anwender gut beraten seien, den Ausstieg aus der R/3-Technik vorzubereiten.

Daran ist richtig, daß die SAP ihr Standardpaket bereits seit der Version 3.0 in 170 Komponenten einteilt.

Nach und nach soll der Workflow zwischen den Komponenten über objektorientierte Anwendungsschnittstellen (Business APIs) organisiert werden.

Die Angst vor einer Aufsplittung von R/3 ist laut SAP jedoch insofern unbegründet, als zentrale Module wie die Personalwirtschaft noch lange Zeit in sich homogen bleiben werden. Ab der für Ende 1997 angekündigten Version 4.0 soll es die Kernfunktionen Personalwirtschaft, Produktdaten-Management, Treasury, Reporting und Auftragsverfolgung allerdings als eigenständige Komponenten geben. Gleiches gilt, wie bereits auf der Sapphire in Wien angekündigt, für die Entwicklungsplattform "Abap/4 Development Workbench" und das Einführungswerkzeug "Business Engineering Workbench".

Die Bausteine sind laut SAP "eigenständige betriebswirtschaftliche Komponenten", die sich über "geschäftsprozeßorientierte Schnittstellen" integrieren lassen. Dabei wird neben Microsofts OLE- auch die offene Corba-Technik unterstützt. Der Vorteil der Modularisierung liegt darin, daß die Anwender künftig nicht mehr mit großem Aufwand das gesamte System updaten müssen, sondern die Bausteine einzeln auswechseln können.

Weitere Features der Version 4.0 sind die Vorbereitung auf die Europawährung Euro sowie Erweiterungen für die Bereiche Rechnungswesen, Waren- und Personalwirtschaft. Außerdem soll es neue Branchenlösungen mit rund 200 Geschäftsprozessen insbesondere für den Handel und die öffentliche Hand geben.