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01.08.1997 - 

Hopp und Plattner sind gleichberechtigte Vorstandssprecher

SAP legt zu und strebt den Gang an die US-Börse an

Immer wenn das Frühjahr naht, muß sich Dietmar Hopp ärgern. Der Chef der SAP AG, dessen bisheriger Stellvertreter Hasso Plattner zum gleichberechtigten Vorstandssprecher aufgerückt ist, hat zwar seine Geschäfte im Griff - nicht aber die Medien. Anläßlich einer Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz verwies er noch einmal auf die Chronik der Ungerechtigkeiten, die seinem Unternehmen widerfahren seien - angefangen mit dem allzu kritischen Artikel der "Wirtschaftswoche" ("Wie die Lemminge") vor gut zwei Jahren.

Es folgte im vergangenen Jahr die vom "Handelsblatt" veröffentlichte Analyse der Forrester Group, in der den SAP-Produkten Museumsreife attestiert wurde. Darüber kann der zweite SAP-Sprecher, Hasso Plattner, heute nur noch lachen. "Die Forrester Group hat recht behalten", amüsiert sich der Vordenker des Unternehmens: SAP-Software sei in der Tat museumsreif. Das Smithonian-Museum in Washington habe dem deutschen Unternehmen ein Denkmal gesetzt und seinen Werdegang biografisch festgehalten.

Laut Hopp hat sich auch die dritte große Krise, ebenfalls durch die Medien geschürt, in Luft aufgelöst. Der Vorwurf, SAP-Mitarbeiter hätten Aktienhandel auf der Basis von Insiderwissen betrieben, sei "tief unter die Haut gegangen", habe sich aber letztlich als haltlos erwiesen.

Keiner der 71 Primär-Insider - SAP hat diese Zahl inzwischen auf 34 reduziert - habe sich an der Börse unbotmäßig Vorteile verschafft. Der Verdacht richte sich nur noch gegen drei bis vier Sekundär-Insider, von denen lediglich einer bei der SAP beschäftigt sei.

SAP will Mitarbeitern Aktienoptionen geben

Um sich in Zukunft vor solchen Problemen zu schützen, will die SAP die verbliebenen Primär-Insider dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel nennen. Außerdem ist daran gedacht, einen "Compliance Officer" einzusetzen, dem diese Personen ihre Geschäfte mit SAP-Aktien melden sollen.

Frühestens Ende 1998 strebt SAP auch an die US-Börse. Als Grund nennt das Unternehmen die hohe Aufmerksamkeit, die IT-Unternehmen jenseits des Atlantiks zuteil werde, sowie die besseren Möglichkeiten, Mitarbeiter am Gewinn zu beteiligen. Hopp und Plattner wollen die Beschäftigten künftig weltweit mit Aktienoptionen beglücken, um so höhere Arbeitsanreize zu schaffen. In den USA setzt dieser Schritt die Notierung an einer landeseigenen Börse voraus.

Mit den aktuellen Geschäftszahlen ist die SAP hochzufrieden: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 52 Prozent auf 1,37 Milliarden Mark. Der Gewinn vor Steuern betrug 401 Millionen Mark - ein Plus von 56 Prozent. Damit hat SAP im ersten Halbjahr Einnahmen von 2,4 Milliarden Mark (plus 51 Prozent) und einen Gewinn von 582 Millionen Mark (plus 56 Prozent) verbucht.

Hatten die Verantwortlichen noch vor einem Jahr über negative Währungseinflüsse geklagt, profitieren sie nun davon. Der Umsatz fiel aufgrund günstiger Wechselkurse im ersten Halbjahr um 145 Millionen Mark höher aus, der Gewinn vor Steuern gar um 61 Millionen Mark.

Die Führungsmannschaft rechnet für die zweite Hälfte des laufenden Jahres mit einem abgeschwächten Wachstum, zumal die Vergleichsbasis des Vorjahres sehr hoch war. Dennoch will man das angepeilte Ziel für das gesamte Geschäftsjahr 1997 - ein Umsatzplus von 25 bis 30 Prozent - übertreffen.