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21.11.2003 - 

Mittelstandsgeschäft künftig auch mit Sybase

SAP lockert Bande zu Microsoft

21.11.2003
MÜNCHEN/BOSTON (CW) - Die SAP AG und der Datenbank- und Middleware-Hersteller Sybase werden Partner im Mittelstandsgeschäft. Damit verliert die bisherige Kooperation mit Microsoft in diesem Markt ihre Exklusivität.

Voraussichtlich zum zweiten Quartal 2004 können Kunden über die Vertriebspartner der SAP die Unternehmenssoftware "Business One" zusammen mit der Datenbank "Adaptive Server Enterprise" von Sybase erwerben und diese neben Windows auch unter Linux oder Unix einsetzen. Zudem planen beide Unternehmen, eine mobile Lösung für Business One zu entwickeln.

Bisher konnten kleine und mittelständische Firmen an dieser Stelle nur Windows und den SQL Server als Infrastruktur wählen. Das hat allerdings auch historische Gründe, da Business One ursprünglich eine unter Windows entwickelte Software ist, die im letzten Jahr durch die Übernahme des israelischen Anbieters Top Manage zur SAP kam.

Laut Unternehmenssprecher Ralf Nitsch bedeutet daher das Abkommen mit Sybase keine Abkehr von Microsoft. Es ziele in erster Linie darauf ab, für Business One möglichst viele Plattformen anbieten zu können, wie dies bereits bei der ERP-Software "Mysap Business Suite" der Fall sei. So ist das Abkommen mit Sybase auch nicht exklusiv, sondern schon zum März ist zusätzlich die Unterstützung der IBM-Datenbank "DB2 Express" für Business One geplant.

SAP verspricht sich von diesen Kooperationen in erster Linie Impulse für sein Mittelstandsgeschäft, das offiziellen Plänen zufolge bis 2006 mit 20 Prozent zu den Softwareverkäufen beitragen soll. "Bei der Partnerschaft mit Sybase geht es darum, neue Wachstumschancen zu eröffnen", kommentierte Bill McDermott, President von SAP USA gegenüber der Presse. Bereits jetzt stiegen die Umsätze in diesem Segment schneller als im gesamten ERP-Markt. Dabei gewinnt auch Linux eine immer größere Bedeutung für die SAP.

Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz scheint die Beziehung zu Microsoft nicht mehr ungetrübt. Die Redmonder konkurrieren mit SAP spätestens, seitdem die ERP-Spezialisten Great Plains und Navision in Microsofts Besitz übergingen. Erst vor kurzem hatten die Walldorfer zudem ihre Portalsoftware "Enterprise Portal" von der Microsoft-Technik entkoppelt und wollen sie künftig auch unter Unix-Rechnern von IBM, Sun und Hewlett-Packard anbieten. "Microsoft ist ohne Zweifel eine Konkurrenz für uns", sagte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann vor wenigen Tagen vor Journalisten in Boston. Sein Unternehmen versuche, sich so auf den Markt für betriebswirtschaftliche Software für kleine und mittelständische Firmen vorzubereiten. Hierzu gehört auch die Unterstützung von Linux, das gerade kleineren Firmen einen Kostenvorteil gegenüber Windows verspreche. "Bisher nutzen acht bis zehn Prozent unserer Kunden Linux, aber der Anteil wächst ständig weiter." Kagermann erwartet, dass der Markt für mittelständische Geschäftssoftware auch künftig stark fragmentiert bleibt und Platz für Nischenanbieter lässt. Umfassende ERP-Suiten für mehr als eine Industrie fehlten noch, auch wenn es einige Hersteller gebe, die das Potenzial dafür hätten. (as)