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03.07.1998 - 

Sapphire 98: Neue Produkte zielen auf Großunternehmen

SAP macht sich im Projektgeschäft breit

In Madrid wurden SAPs Pläne deutlich, sich bei Produkten künftig als Komplettanbieter zu etablieren, also auch stärker vom Beratungsgeschäft zu profitieren. Die Softwerker wollen in strategischen Vorhaben bei Großkunden sogar wieder öfter als Generalunternehmer auftreten.

Anwender aus kleineren Unternehmen, die oft noch mitten in der ERP-Implementierung stecken, kritisierten bereits im Vorfeld, daß die Konferenz immer mehr zur Spielwiese der großen, als strategisch geltenden SAP-Kunden mutiere. In Deutschland gebe sich das Unternehmen sehr mittelstandsfreundlich, zeige aber mit der Auswahl der Madrider Vorträge ein ausgeprägtes Interesse für die angestammte Großkundschaft, so der Vorwurf. Andreas Pestinger, Analyst bei der Meta Group, bewertet die Be- mühungen der SAP, die Implementierungszeiten ihrer Standardsoftware gerade für kleinere Unternehmen zu verkürzen, dennoch positiv. Initiativen wie "R/3 Ready to run", wo R/3-Software, Hardware und Service gebündelt werden, würden aber hauptsächlich von den SAP-Partnern getragen. Ähnlich fällt das Urteil von Karin Henkel aus, Analystin bei Strategy Partners: "Im Vergleich zu den vorangegangenen Veranstaltungen war für kleinere und mittlere Betriebe auf der Sapphire in Madrid nicht viel zu holen."

In seiner Keynote-Rede verdeutlichte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann die Strategie: "Auf der einen Seite erweitern wir unser klassisches Portfolio und wollen eigenständige, von R/3 unabhängige Produkte anbieten." Die zweite Stoßrichtung sei, die SAP-Software in den nächsten Monaten um industriespezifische Funktionen zu erweitern. Damit sollen verstärkt Kunden aus dem Luftfahrtsektor, Produktionsunternehmen, Banken sowie stahlverarbeitende Betriebe, Dienstleister und Transportunternehmen angesprochen werden.

Die Walldorfer haben in puncto neue Produkte noch reichlich Hausaufgaben zu machen. Zur Sapphire waren die Lösungen, die mit der Initiative Supply Chain Optimization, Planning and Execution (Scope) Anfang des Jahres angekündigt wurden, dann auch erst ansatzweise fertig. Demzufolge präsentierte man nur Prototypen der Vertriebs- und Marketing-Anwendungen, Software zur Steuerung von Lieferketten und Data-Warehouse-Applikationen. Im Herbst sollen dann fertige Produkte wie das "Business Information Warehouse" (BW) verfügbar sein, versprach Kagermann. Technisches Highlight der Messe stellte das Anwendungspaket "Strategic Enterprise Ma- nagement" dar (siehe Seite 22).

Neben der Erweiterung des bisherigen Kerngeschäfts zeigte sich, daß sich die SAP für den Gang an die amerikanische Börse im August herausputzt: Begriffe wie Shareholder- und Stakeholder-Value prägten den sonst eher fachlich gehaltenen nüchternen Vortrag des Vorstandssprechers. Konkret will SAP die Informationskanäle zum Unternehmen öffnen.

Diese Taktik ist nach Auffassung von Analysten richtig. Die SAP habe aus Fehlern anderer Unternehmen gelernt. Software-Anbieter wie Sybase, Informix und zuletzt auch SAP-Rivale Baan hatten die Sensibilität von Anlegern, Analysten und Kunden zu spüren bekommen, als sie gegen amerikanische Buchungspraktiken verstoßen beziehungsweise nicht ausreichend darüber aufgeklärt hatten.