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11.08.2000 - 

Homlish wird Nachfolger von Tolkmit

SAP organisiert den Service- und Marketing-Sektor neu

MÜNCHEN (CW) - Bei der deutschen Vorzeige-Softwareschmiede SAP AG, Walldorf, stehen gravierende Änderungen an. Die Maßnahmen sollen unter anderem das Marketing auf Mysap.com-Kurs bringen. Der Servicebereich wird ausgegründet und an die Börse gebracht.

Das weltweite Marketing des Softwarekonzerns verantwortet einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge ab sofort nur noch ein Mann, und zwar Martin Homlish. Der Manager war nach 15 Jahren beim Consumer-Electronics-Riesen Sony erst im vergangenen Januar zu SAP gestoßen, wo er bisher für das US-Marketing zuständig war. Er berichtet direkt an Vorstand und Firmengründer Hasso Plattner. Der bisherige Marketing-Chef Günther Tolkmit wechselt zum Investment-Bereich SAP Ventures. Homlish soll eine globale Branding- und Werbestrategie entwickeln, die von SAP ein einheitliches Bild erzeugt. Das weltweite Marketing sitzt künftig in New York und nicht länger in Walldorf. John Hagerty, Analyst beim ERP-Spezialisten AMR Research, hält die Neuordnung für den richtigen Schritt zur richtigen Zeit: "Bisher hat SAP eine Reihe unzusammenhängender Themen präsentiert. Dieser Schritt sollte helfen, eine klare und einheitliche Message herüberzubringen."

SAP-SI geht an die BörseIntern wurde die Neubesetzung bereits in der vergangenen Woche vor rund 5000 Mitarbeitern angekündigt. In einer rund eineinhalbstündigen Rede, die anschließend auch in elektronischer Form an alle 22000 Angestellten weltweit ging, schwor Plattner seine Leute auf die vor 16 Monaten auf der Sapphire in Nizza eingeführte Internet-Strategie Mysap.com ein. SAP stehe vor "der Herausforderung, sich als eine führende E-Business-Company neu zu definieren" und müsse einen "laserscharfen Marketing-Fokus entwickeln". Offenbar liegt hier noch immer vieles im Argen. Wenn die SAPler selbst noch nicht begriffen haben, was Mysap.com eigentlich ist, wie sollen es dann die Kunden verstehen?

Außerdem macht SAP offenbar Ernst mit dem ursprünglich bereits für Mai dieses Jahres avisierten Börsengang ihrer Servicetochter SAP Systems Integration (SAP-SI) AG. Mitte Juli hatten die Walldorfer die damals noch als GmbH firmierende SAP-SI mit der SAP Solutions GmbH und der SRS AG zusammengelegt. Hauptsitz der Company ist Dresden. Mit rund 150 Millionen Euro Jahresumsatz ist SAP-SI der zehntgrößte Systemintegrator Deutschlands.

Das Unternehmen soll am 13. September an den Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gebracht werden. Konsortialführer sind Commerzbank und Hypo-Vereinsbank. Presseberichten zufolge wird damit eine Ausweitung des Portfolios auf Produkte von Drittanbietern einhergehen.