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30.04.2007

SAP predigt Enterprise SOA

Auf der Kundenmesse Sapphire bekräftigt der Konzern seine SOA-Ambitionen. Partner ergänzen das Produktportfolio.

Für SAP-Chef Henning Kagermann ist "Enterprise SOA" bereits Realität. Mit E-SOA seien Unternehmen in der Lage, untereinander Wertschöpfungsnetzwerke zu bilden, versprach Kagermann auf der Sapphire in Atlanta. Solche Netze würden Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten zusammenschließen. Seien die 90er Jahre von ERP-Einführungen zur Effizienzsteigerung im eigenen Unternehmen geprägt gewesen, würden Firmen mittels E-SOA heute firmenübergreifende Geschäftsprozesse gestalten. Dazu reichten jedoch die klassischen ERP-Lösungen nicht aus.

Hier lesen Sie ...

• wie SAP weiter in Richtung Enterprise SOA voranschreitet;

• dass der Name "Mysap" verschwindet;

• dass noch dieses Jahr eine SOA-fähige Business-Suite auf den Markt kommen soll;

• welche neuen Business-Intelligence-Funktionen die Walldorfer anbieten;

• wie es mit "Duet" weitergeht;

• dass E-Learning künftig Bestandteil der ERP-Software wird.

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www.computerwoche.de/

590889: Alles über Netweaver;

1218698: SAP-Berechtigungen verwalten;

1218583: Agassi geht;

587876: Migration auf Mysap ERP.

SOA-fähige Business-Suite

Aus diesem Grund liefere SAP mit "SAP ERP" (vormals Mysap ERP 2005) ein auf dem Service-orientierten Konzept beruhendes Kernsystem aus. Noch in diesem Jahr sollen die Anwendungen der "SAP Business Suite" (vormals Mysap Business Suite) auf E-SOA umgestellt werden. Die Business Suite umfasst beispielsweise SAP-Lösungen für Kunden-Management (CRM) und Lieferkettensteuerung (SCM), die auf dem Basissystem SAP ERP aufsetzen. Gelänge dies noch in diesem Jahr, wäre SAP mit einer SOA-fähigen Produktsuite früher am Markt als der Erzrivale Oracle. Dieser hatte angekündigt, nächstes Jahr eine neue, komplett Service-orientierte Business-Software - die "Fusion Application Suite" - freizugeben.

Serviceorientierung innerhalb der SAP-Lösungen bedeutet indes nicht, dass Programmierer sämtliche Abap-Module in Java-Code umschreiben. Vielmehr kapseln Softwareexperten seit einiger Zeit Funktionen der bestehenden Software in Services, die dann zur Gestaltung von neuen Geschäftsprozessen herangezogen werden können. Dies zu gewährleisten ist Aufgabe der Integrations- und Ablaufumgebung "SAP Netweaver".

SAP webt den SOA-Ansatz in die bestehende Software ein. Oracle hingegen will die bestehenden Business-Software-Produkte aus eigener Entwicklung und die hinzugekauften Erzeugnisse von Oracle, Peoplesoft sowie Siebel weiterführen und parallel dazu die Fusion-Software vermarkten.

Wartung von SAP ERP verlängert

Doch auch wenn SAP schneller sein sollte als Oracle: Derzeit denken Anwenderunternehmen im Gegensatz zu Kagermann vor allem daran, wie und wann sie ihre R/3-Umgebungen auf SAP ERP migrieren. Nur wenige beschäftigen sich schon ernsthaft mit Enterprise SOA. Release-Wechsel sind nicht selten aufwändig, teuer und unbeliebt. Letzteres vor allem dann, wenn sie durch die Wartungspolitik des Softwareanbieters erzwungen werden. Die meisten R/3-Migrationsprojekte finden deshalb statt, weil die Anwender nicht bereit sind, höhere Wartungsgebühren für die Altprodukte zu zahlen.

Damit nach einem Umstieg auf SAP ERP so bald keine umfänglichen Systemänderungen notwendig sind, haben die Walldorfer die Standardwartung für das Produkt auf Ende 2012 ausgedehnt. Ursprünglich war diese auf Anfang 2011 terminiert. Wie bereits im letzten Jahr verkündet, soll etwa 2012 ein neues ERP-Release auf den Markt kommen. In der Zwischenzeit verabreicht der Softwarekonzern den Kunden funktionale Erweiterungen der ERP-Software sowie der Business Suite in Form von "Enhancement Packages", die sich ohne viel Aufwand in operative Systeme einspielen lassen sollen. Eines der nächsten Erweiterungspakete soll beispielsweise eine neue Benutzeroberfläche enthalten, den Netweaver Business Client.

Duet singt noch zu leise

In Sachen Softwareinnovation verlassen sich die Walldorfer nicht mehr nur auf eigene Stärken, sondern auch auf Partnerfirmen wie Microsoft, Adobe und Acorn Systems. Beispielsweise präsentierte SAP gemeinsam mit Microsoft und Hewlett-Packard das Produkt "Duet by SAP and Microsoft, powered by HP". Dahinter verbirgt sich ein für "Duet" ausgelegter Appliance-Server. Die von SAP und Microsoft seit zwei Jahren gemeinsam entwickelte Software Duet erlaubt es Unternehmen, Anwender über das weit verbreitete Office-System direkt mit den SAP-Anwendungen im Backend zu koppeln. Bei Duet handelt es sich um ein optionales Produkt für Firmen, die das aktuelle ERP-Produkt sowie Office Professional 2003 oder 2007 verwenden. Der vorkonfigurierte "Proliant"-Server soll Kunden in erster Linie als Evaluationssystem dienen. Über mitgelieferte Scripte können die Anwender Duet-Implementierungen starten und testen.

Zwar besteht seitens der SAP-Kunden Interesse an Duet, von den 36 000 Anwenderunternehmen haben Schätzungen zufolge bislang aber lediglich etwa 250 das Integrationsprodukt im Einsatz. Duet wendet sich vor allem an Endanwender, die nur sporadisch ERP-Funktionen nutzen, etwa für Urlaubs- und Reiseanträge, Bestellungen sowie zum Einbuchen von geleisteten Arbeitsstunden. SAP hofft, dass Firmen mehr ERP-Lizenzen für diese Anwendergruppen erwerben. Nach Einschätzung von Experten reicht das bisherige Angebot dafür jedoch noch nicht aus. Vor allem aber schrecken offenbar die starren Lizenzmodelle viele Kunden ab. Analysten wie Rüdiger Spies von IDC gehen deshalb davon aus, dass die Anbieter in der nächsten Zeit eine Art Light-Lizenz für Gelegenheitsnutzer offerieren, die nur selten über Office auf die betriebswirtschaftliche Standardsoftware zugreifen. Die für nächstes Jahr geplante Version 2.0 von Duet soll zusätzliche Werkzeuge beinhalten, die es den Nutzern erlauben, die Umgebung einfacher auf ihre individuellen Anforderungen hin zu konfigurieren. Gemeinsam mit Adobe entwickelt SAP Module für E-Learning ("SAP E-Learning Environment") die in Form von Erweiterungspaketen an Nutzer von SAP ERP ausgeliefert werden sollen.

Mehr Business Intelligence

Neuigkeiten verkündete SAP auch zur Software für Unternehmenssteuerung. Die Lösung "SAP GRC Risk Management" soll dabei helfen, Unternehmensleitlinien, Kontrollmechanismen und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder zusammenzuführen und gleichzeitig Verlustrisiken zu mindern. Es handle sich um integrierte Anwendungen, mit denen sich Risikopotenziale analysieren sowie neue Geschäftsfelder bestimmen lassen. Der CFO (Chief Financial Officer) könne so die Kosten für die Risikovermeidung in Relation zu den Wachstumspotenzialen stellen.

Finanzchefs werden zu Strategen

Nach Ansicht der SAP sind Finanzchefs nicht mehr nur die obersten Controller im Unternehmen, sondern nehmen auch strategische und beratende Aufgaben wahr. Aus diesem Grund benötigten diese Manager neue Softwarefunktionen, mit denen sie anhand von Geschäftszahlen Entscheidungen treffen sowie Risiken abschätzen können.

An CFOs wendet sich auch "Business Profitability Management by Acorn", ein neues Angebot, das auf dem Produkt "Profit Analyser" des Kooperationspartners Acorn Systems aus Houston, Texas, basiert. SAP tritt hier als Wiederverkäufer von Acorn auf. Stärken möchte SAP damit das bestehende Angebot im Segment Corporate-Performance-Management (CPM). Laut Hersteller gestattet es die Lösung dem CFO, die Unternehmensleistung zu verbessern. Ferner soll sie ihn bei Entscheidungen zu betriebswirtschaftlichen Ereignissen unterstützen. Das Profitabilitäts-Management stellt eine zentrale Komponente von CPM-Lösungen dar, da es die Möglichkeit bietet, die Produkte und Kunden mit der höchsten Wertschöpfung für das Unternehmen schnell zu identifizieren, so SAP.

Viele SAP-Kunden nutzen für Business-Intelligence- und CPM-Aufgaben Produkte von Drittherstellern, vor allem dann, wenn sie neben R/3-Systemen auch andere Datenquellen einbinden und analysieren wollen. Zu den Drittsystemlieferanten zählt auch die von Oracle geschluckte Firma Hyperion. Der Datenbankspezialist will auf diese Weise sein Middleware-Angebot um BI-Funktionen ergänzen und damit auch bei SAP-Kunden punkten.