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30.04.1999 - 

Erstes Quartal besser als erwartet

SAP profitiert von neuer Bilanzierung

MÜNCHEN (CW) - SAP überzeugt durch relative Stärke gegenüber den Konkurrenten. Diese Meinung vertreten Analysten, nachdem der Branchenriese seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt hat und dabei besser abschnitt als erwartet.

Noch im März ging Vorstandssprecher Henning Kagermann von einem Bruttogewinn aus, der deutlich hinter dem des Vorjahreszeitraums zurückbleiben würde. Auch der Umsatz wurde niedriger eingestuft als das ursprünglich für 1999 prognostizierte Plus von 20 bis 25 Prozent. Daß SAP trotz dieser Warnungen jetzt ein vergleichsweise gutes Quartalsergebnis melden kann, ist nicht zuletzt auf den Wechsel bei der Rechnungslegung zurückzuführen, die erstmals den US-Vorschriften der Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) entspricht. Auf dieser Basis stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 1,076 Milliarden Euro (rund 2,1 Milliarden Mark) und lag damit im geplanten Bereich. Der Gewinn vor Steuern ging lediglich um ein Prozent auf 172 Millionen Euro zurück, nach Steuern blieb er unverändert bei 98 Millionen Euro.

Als GAAP-Effekt nennt Kagermann beispielsweise den Umstand, daß sich im Berichtszeitraum geringere Umsatzabgrenzungen als noch im Vergleichsquartal des Vorjahres ergeben haben, so daß die Einnahmen um 40 Millionen Euro höher als nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) lagen. Das negative Ergebnis aus Kurssicherungsgeschäften ist direkt mit dem Eigenkapital verrechnet worden, was die Kostenseite um etwa 18 Millionen Euro entlastet hat. Hätte man nach dem HGB bilanziert, wäre der Umsatz nur um 20 Prozent gestiegen und der Vorsteuergewinn statt um ein gar um 19 Prozent geschrumpft.

Die auf das Quartal bezogenen GAAP-Auswirkungen werden sich laut SAP im weiteren Jahresverlauf allerdings weitgehend ausgleichen, so daß die Unterschiede zwischen GAAP- und HGB-Darstellung auf das gesamte Jahr gesehen gering bleiben.

Den größten Wachstumsschub verzeichnet SAP in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) mit 529 Millionen Euro und einem Plus von 36 Prozent. Bei der Verteilung der Umsätze stehen an erster Stelle die Produkte (615 Millionen Euro), gefolgt vom Beratungsgeschäft (343 Millionen Euro) und Schulungserlösen (110 Millionen Euro). Der Anteil der Produkte am Gesamtumsatz des ersten Quartals ging damit von 65 auf 57 Prozent zurück.

Unterm Strich wird das Ergebnis von den Finanzanalysten als positiv bewertet, insbesondere vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturschwäche im Segment betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. Wie sehr die SAP-Konkurrenten unter dieser Entwicklung leiden, zeigen die ebenfalls für das erste Quartal veröffentlichten Zahlen von Peoplesoft. Der operationale Gewinn dort sank um 77 Prozent, der Nettogewinn schrumpfte von 33,8 auf 7,6 Millionen Dollar. Die Umsätze stiegen um zehn Prozent und lagen Ende März bei 305,4 Millionen Dollar.