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Warnschuß gegen Oracle - Ausbau des Mittelstandsgeschäfts


21.05.1999 - 

SAP reanimiert Adabas D als R/3-Daten-Server

MÜNCHEN (bs) - Die SAP mutiert immer mehr zum Multiproduktanbieter. Jetzt könnten die Walldorfer auch ins Datenbankgeschäft einsteigen. Vor kurzem haben sie von der Software AG das Recht erworben, die Datenbank "Adabas D" sowohl an Neukunden von SAP-Produkten als auch unabhängig davon zu verkaufen.

"Wir wollen unseren Kunden lediglich eine weitere Datenbankoption bieten", wiegelt SAP-Marketier Günther Tolkmit Spekulationen ab, der Hersteller werde ins Datenbankgeschäft einsteigen. Von der Option, Adabas D separat ohne weitere SAP-Produkte zu verkaufen, wolle man keinen Gebrauch machen: "Wir sind kein Datenbankanbieter" (siehe CW 19/98, Seite 15). Die R/3-Software solle zudem in Zukunft weder mit der Datenbank gebündelt noch als bevorzugte Plattform angeboten werden. Der erweiterte Vertrag verpflichtet die Walldorfer allerdings dazu, den Namen des Produkts zu ändern. Die Bezeichnung ist bislang nicht bekannt.

Das ursprüngliche Abkommen zwischen der SAP und SAG, das auf das Jahr 1997 zurückgeht, wurde Anfang des Monats geändert, teilte Wolf-Rüdiger Hansen, Sprecher der Software AG aus Darmstadt, mit. Bereits im Oktober 1997 hatte die SAP die Rechte für die Wartung und Weiterentwicklung von R/3 auf Adabas D innerhalb ihrer Bestandskunden erworben. Bis auf wenige Erweiterungen, etwa wenn ein Anwender eine neue Geschäftsstelle eingerichtet oder ein Tochterunternehmen gegründet hat, ist die Zahl der Installationen von R/3 auf Adabas D mit rund 700 konstant geblieben, bestätigte Tolkmit.

Für Analyst Helmuth Gümbel von Strategy Partners, München, ist die Möglichkeit der SAP, Adabas D nun auch Neukunden zu verkaufen, ein Warnschuß gegen Oracle: "Adabas D soll ein Gegengewicht zu Oracle bilden, auf dessen Plattform derzeit rund 75 Prozent aller R/3-Systeme basieren."

Oracle verdient zuviel Geld mit R/3

- Walldorf befürchte man, daß Oracle die Datenbank mit Funktionen ausstatte, die die "Oracle Applications", das Konkurrenzprodukt zu SAPs R/3, besser unterstütze als die Walldorfer Software. Auch verdiene die Company aus Redwood Shores, Kalifornien, im Geschäft mit der Mainstream-R/3-Daten-Engine kräftig, und das ist Plattner und Co. ein Dorn im Auge: "Oracle ist ein Konkurrent, und es kann nicht unser Interesse sein, einen Mitbewerber finanziell zu unterstützen", hatte Karl Heinz Hess, Vorstandsmitglied der SAP, bereits am Rande der Sapphire-Konferenz in Nizza verlauten lassen.

Darüber hinaus sei, so Gümbel, Oracle im ERP-Umfeld sowie bei den Lösungen für Vertrieb, Marketing und Service ein ernstzunehmender Rivale. Vor kurzem hatte das Unternehmen "Oracle Application Interconnect" angekündigt, womit sich SAPs Back-Office- und Oracles Front-Office-Produktfamilien schnell integrieren lassen sollen. Ein Angebot, das zumindest so lange interessant zu sein scheint, bis die Walldorfer ihre eigenen Vertriebs-, Marketing- und Servicesoftware mit ausreichender Funktionalität auf den Markt bringen, heißt es in Fachkreisen.

Joshua Greenbaum, Analyst bei Enterprise Application Consulting, geht davon aus, daß SAP mit Adabas D ein preiswerteres Gesamtpaket für den Mittelstand anbieten wird. Für ihn zielt die Offerte eher gegen Microsofts "SQL Server 7.0", der von kleineren Unternehmen stark nachgefragt wird, denen eine preiswerte Alternative sehr gelegen käme.

Eine mögliche Konkurrenz für ihren eigenen Datenbankvertrieb befürchtet die SAG indes nicht: Der Anteil am Umsatz durch den Verkauf von Adabas D an den Gesamterlösen des Unternehmens liege laut Hansen unter zehn Prozent. Besonders gut komme die Engine bei Linux-Anwendern an, wo sie nach Angaben des Linux-Distributors Suse marktführend sein soll.