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08.02.2002 - 

Vereinigung von SAP Portals und SAP Markets in 60 Tagen

SAP stellt das Management neu auf

08.02.2002
LEIPZIG (mo) - SAP richtet zwei neue Gremien ein, die den Vorstand entlasten und strategische Entscheidungen vorbereiten sollen. Eines der Mitglieder im Produkt- und Technologie-Ausschuss ist Shai Agassi. Der hoch gehandelte Manager will in nur 60 Tagen die Tochtergesellschaften SAP Markets und SAP Portals zu einem Unternehmen verschmelzen.

Mit zwei neuen Boards entlastet sich der SAP-Vorstand bei der Vorbereitung von strategischen Entscheidungen. Das Field Management Board wird sich um die Kunden kümmern. Das Product and Technology Board bestimmt die Richtung bei Produktentwicklung und Technologien. Die neuen Gremien werden noch in diesem Quartal aktiv, sind aber keine rechtlichen Einheiten.

Mitglieder im Field Management Board sind unter anderem Co-CEO Hennig Kagermann, Gerhard Oswald als verantwortliches Vorstandsmitglied für den Support, Richard Stewart von der weltweiten Serviceorganisation Global PSO sowie die Leiter der Regionalorganisationen wie der für Europa, Nahen Osten und Afrika zuständige Leo Apotheker. Im Product and Technology Board sind die Techniker vertreten, unter anderem Hasso Plattner und seine Vorstandskollegen Claus Heinrich und Peter Zencke, Karl-Heinz Hess, der im erweiterten Vorstand für Technologieentwicklung verantwortlich zeichnet, sowie eine starke SAP-Portals- und SAP-Markets-Fraktion mit Shai Agassi, Klaus Kreplin und Peter Lorenz.

Auch wenn die Mitglieder dieser Gremien formal keine Entscheidungen fällen, ist ihr Einfluss nicht zu unterschätzen. Immerhin ist es nur ein kleiner Schritt, die inhaltlich vorbereiteten Beschlüsse dann auch zu verabschieden und umzusetzen. Insidern zufolge sind die noch nicht dem SAP-Vorstand angehörenden Mitglieder der neuen Boards daher auch gute Kandidaten für einen späteren Aufstieg.

Besonders chancenreich scheint gegenwärtig Agassi. Vor knapp einem dreiviertel Jahr kaufte SAP das von ihm gegründete Unternehmen Toptier. Der Manager wurde daraufhin Chef von SAP Portals, das nun mit SAP Markets zu einem Unternehmen verschmolzen werden soll. Am 4. April soll nach Angaben von Agassi, dem designierten Chef des Gemeinschaftsunternehmens, die Integration der beiden bislang eigenständigen Unternehmen abgeschlossen sein.

Obwohl die Planungen für den Zusammenschluss gerade erst anlaufen, steht schon fest, dass das neue Management-Team aus den Mitgliedern der bisherigen Vorstände beider Unternehmen bestehen wird. Entlassungen schließt Agassi weitgehend aus: "Ich glaube nicht, dass wir nach der Vereinigung weniger sind als vorher." Mitte des Jahres sollen bereits 1800 Mitarbeiter dort tätig sein. Der Grund liegt in dem großen Interesse an den Programmen: Die Kundenzahl der Data-Warehouse-Lösung "BW" hat sich seit Juli 2001 um mehr als 50 Prozent auf 5000 erhöht. Bereits 2300 Firmen haben die Portallösung "Enterprise Portal" gekauft und für die E-Selling- und E-Procurement-Produkte gibt es rund 3000 Anwender. Die neuen Versionen BW 3.0 und Enterprise Portal 5.0 sollen den Produkten weiteren Schub verleihen.

Anders als SAP will Agassi aber den Technologiefokus behalten und nicht nur Anwendungslösungen liefern. "Wir haben es mit sehr verflochtenen Geschäftsbeziehungen zu tun", erläutert Agassi im CW-Gespräch, "mein Mitbewerber heute kann morgen mein Partner sein." Daher sollen die Produkte der SAP-Tochter offen für Mitbewerberlösungen bleiben. Das habe er auch Firmenchefs wie Tom Siebel und Larry Ellison versichert.

Trotzdem arbeiten SAP und ihre Töchter an neuen Anwendungen, mit denen sie künftig anderen Anbietern Konkurrenz machen könnten. Hierzu gehört eine Lösung für das Projekt-Ressourcen-Management.

Diese Collaborative-Applikation soll es Unternehmen erleichtern, ihre Projekte zu managen und Ressourcen zuzuteilen. "Diese Art von Anwendungen sitzt oberhalb von den üblichen Lösungen wie CRM, HR sowie Financials und beschäftigt sich mit Partnerbeziehungen", gibt Agassi einen ersten Einblick.

Über die Markteinführung ist aber noch nicht entschieden. Das Produkt ist noch in der Entwicklung. (Das komplette Interview mit Shai Agassi folgt in der nächsten Ausgabe der COMPUTERWOCHE).