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14.12.2004

SAP stellt Mittelstandsorganisation neu auf

Eberhard Heins
Eine neue Mannschaft soll jetzt mit "Business One" Boden gutmachen.

Seit bekannt wurde, dass Microsoft das Geschäft mit Unternehmenssoftware durch eine enge Partnerschaft mit T-Systems ankurbeln möchte, schrillen bei SAP die Alarmglocken. Der ERP-Primus aus Walldorf kämpft mit seinem Anwendungspaket Business One im unteren Mittelstand unter anderem gegen den Softwaregiganten aus Redmond - bislang mit mäßigem Erfolg: Nur 4200 Installationen weltweit kann SAP für die seit mehr als drei Jahren und mittlerweile in 40 Ländern verfügbare ERP-Software bislang vorweisen.

Kein Wunder also, dass der beschaulichen Entwicklung im Geschäft mit Business One derzeit Personalmaßnahmen auf allen Ebenen folgen. Prominentes Opfer der Aktionen wurde jetzt Jürgen Kleinsteuber, Vice President Business One Operation Global Field bei SAP. Ihm weist der deutsche Softwarehersteller neue Aufgaben zu, bestätigte SAP gegenüber der computerwoche. Kleinsteuber werde sich künftig um die strategischen Veränderungen kümmern, die SAPs Mittelstandsorganisation unter der Führung von Donna Troy bewirken soll, beschreiben die Walldorfer vage den neuen Tätigkeitsbereich des Managers.

Nur 650 Kunden in Deutschland

Troy kam im August dieses Jahres zu SAP und verantwortet seitdem das gesamte Mittelstandsgeschäft des ERP-Primus. Sie löste Hans-Jürgen Uhink ab, der seitdem ebenfalls nicht näher spezifizierten Aufgaben innerhalb des Softwarekonzerns nachgeht. Mit ihren 25 Jahren Erfahrung in Channel- und Sales-Positionen, zuletzt bei Network Associates, gilt Troy als ausgewiesene Expertin in diesem Metier. Eigenen Aussagen zufolge strebt sie nach "mehr Volumen im Geschäft mit kleinen und mittleren Kunden".

Doch nicht nur international, sondern auch in ihrem Heimatmarkt erzielten die Walldorfer unter Führung von Michael Schmitt, Leiter Geschäftsbereich Mittelstand bei SAP Deutschland, bislang noch keinen durchschlagenden Erfolg mit Business One: Magere 650 Kunden gewannen die Walldorfer bisher.

Da überrascht es nicht, dass auch im Heimatstandort Gerangel vor allem unter den für das Business-One-Geschäft Verantwortlichen entbrannt ist. Wie unternehmensinterne Kreise berichten, sei Michael Kramer, Channel-Manager für Business One, von Schmitt ebenfalls mit "strategischen Aufgaben betreut" worden. Erste Partner aus seiner Region habe Kramer bereits abgegeben, war von Branchenkennern zu erfahren.

Schmitt, der sowohl die hochpreisige Produktlinie "All-in-one" als auch das deutlich günstigere Business One verantwortet, hat Informationen aus unternehmensnahen Quellen zufolge die Umsatzverantwortung für das Billigpaket in Deutschland seinem bisherigen Stellvertreter Uwe Hampp aufgebürdet. Damit wäre zumindest ein Konfliktherd etwas entschärft, da die bisherige Konstellation manchmal dazu führte, dass in Ausschreibungen beide Lösungspakete gleichzeitig angeboten wurden. (ciw)