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10.10.2003 - 

Master Data Management ist verfügbar

SAP-Tool räumt die Stammdaten auf

BASEL (fn) - Das von SAP vor etwa eineinhalb Jahren vorgestellte "Master Data Management" (MDM) ist nun verfügbar. Mit der Software sollen Kunden die Qualität ihrer Stammdatenbestände verbessern können.

Das Software-Tool Master Data Management dient dazu, Stammdaten wie etwa Artikel oder Kunden über unterschiedliche Anwendungen hinweg zu harmonisieren. Mit MDM soll es beispielsweise möglich sein, in den Kundendaten von ERP- und CRM-Systemen Duplikate des gleichen Datensatzes ausfindig zu machen und die Bestände entsprechend zu aktualisieren. Über Match-Funktionen lassen sich zum Beispiel Kundenadressen in unterschiedlichen Systemen aufspüren und über Mappings Verbindungen zwischen den gleichen Einträgen herstellen. Ein Regelwerk erlaubt es, Datenbestände automatisch zu durchsuchen. Erforderliche Eingriffe in die operativen Systeme lassen sich über Freigabefunktionen steuern. Neben generischen Methoden wollen die Walldorfer künftig branchentypische Funktionen anbieten, etwa für die Konsumgüterindustrie oder Finanzdienstleister.

Das neue SAP-Produkt vermag die Kosten für die Datenverwaltung erheblich zu reduzieren, verspricht Stephan Schindewolf, Vice President Product Management der Global Business Unit PLM. So seien bei großen Unternehmen im Durchschnitt zehn bis 15 Prozent der Artikelstammdaten doppelt angelegt. Konsolidierte Daten erlaubten es Firmen beispielsweise, exaktere Aussagen über ihr Bestellvolumen bei Lieferanten zu treffen ("Spend Analysis") beziehungsweise einheitliche Lieferantenkataloge zu erstellen. Zudem eignet sich das Tool laut Schindewolf dazu, Altsysteme Schritt für Schritt abzulösen.

Ölkonzern stimmt Kundendaten ab

Viele Anwender dürften MDM auch dazu nutzen, ihre unterschiedlichen SAP-R/3-Installationen zu harmonisieren. Ein Beispiel dafür ist der Ölkonzern Royal Dutch/Shell Group, einer der ersten Anwender dieses Werkzeugs. Das Unternehmen entwickelte gemeinsam mit SAP den "Content Integrator", der heute Bestandteil von MDM ist. Im Rahmen eines E-Procurement-Projekts stimmte der Mineralölkonzern die R/3-Artikelstammdaten in den jeweiligen Landesgesellschaften mit einer zentralen R/3-Installation sowie mit Katalogdaten seiner Lieferanten ab. Statt Stammdaten zu löschen, wurden mehrmals angelegte Artikel über Referenzbezeichner verknüpft, so dass sie den Programmen wie ein und dasselbe Produkt erscheinen.

MDM wird im Rahmen der Applikations- und Integrationslösung "Netweaver" vertrieben. Die Software nutzt die Integrationslösung "Exchange Infrastructure" (XI), um auf unterschiedliche Applikationen zuzugreifen und läuft auf dem "Web Application Server". Laut SAP setzen sich die Lizenzgebühren für MDM aus einem Engine-Preis sowie einem von der Anzahl der verwalteten Datenobjekte abhängigen Betrag zusammen.

Abb: Konsolidieren mit MDM

Der Ölkonzern Royal Dutch/Shell Group harmonisierte mit Master Data Management die Stammdaten in diversen ERP-Installationen. Quelle: Royal Dutch/Shell Group