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28.01.2000 - 

Zahl der Neukunden geht deutlich zurück

SAP übersteht das ERP-Krisenjahr 1999 mit einem blauen Auge

FRANKFURT/M. (CW) - Die SAP AG hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 1999 um 18 Prozent auf 5,11 Milliarden Euro gesteigert. Dazu trug vor allem ein unerwartet gutes viertes Quartal bei, das den Walldorfern im Lizenzgeschäft einen deutlichen Zuwachs bescherte.

"Wir sind jetzt eine Internet-Company", betonte Vorstandssprecher Hasso Plattner anlässlich der Präsentation der vorläufigen Jahreszahlen 1999 vor der Presse. Die gesamte SAP-Software sei nun Internet-fähig, 50 Prozent der im laufenden Jahr abzusetzenden Software werde auf die Produktpalette "Mysap.com" entfallen. Plattner denkt bei solchen Äußerungen offenkundig an den vielzitierten Shareholder Value: Internet-Firmen genießen bekanntlich an der Börse einen besonderen Status.

Doch auch die jüngsten Zahlen trieben den Kurs nach oben. Das letzte Quartal 1999 schloss SAP mit einem Umsatzanstieg um 30 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro ab (viertes Quartal 1998: 1,27 Milliarden Euro). Dabei konnte der Produktumsatz sogar um 43 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Sprung ist laut SAP vor allem auf den Verkauf neuer Softwarelizenzen zurückzuführen, der um 45 Prozent auf 811 Millionen Euro kletterte. Davon entfielen 129 Millionen Euro auf Einnahmen aus dem Verkauf von Mysap.com.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr brachten es die Walldorfer insgesamt auf einen Überschuss von 602 Millionen Euro - ein Plus von 14 Prozent gegenüber 1998, als der Reinerlös 527 Millionen Euro betrug. Das Mitarbeiter-Bonusprogramm "Star" erforderte 1999 Rückstellungen von zirka 140 Millionen Euro.

Auch der Gewinn von Deutschlands größtem Softwareunternehmen kam nicht zuletzt aufgrund eines erfolgreichen vierten Quartals zustande: SAP legte im letzten Viertel um 109 Prozent auf 317 Millionen Euro zu (viertes Quartal 1998: 152 Millionen Euro). Die Steigerung ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Unternehmen im vorhergehenden dritten Quartal nur einen Gewinn von 45 Millionen Euro auswies.

Trotz der offenkundigen Wiedergenesung läuft es bei der SAP noch nicht in allen Geschäftsbereichen rund. Die Einnahmen aus dem Servicegeschäft stiegen im vierten Quartal nur noch um sechs Prozent von 468 Millionen Euro im Vorjahr auf 497 Millionen Euro im letzten Viertel des abgelaufenen Jahres. Während der Beratungssektor noch um zwölf Prozent zulegen konnte, brach das Schulungsgeschäft mit einem Minus von 14 Prozent deutlich ein.

Nachdenklich muss auch die regionale Verteilung der Umsätze stimmen. Wenn es richtig ist, dass die Entwicklungen in den USA ein Indikator für künftige Tendenzen im IT-Markt sind, hat SAP ein Problem: Hier wuchs das Unternehmen im vierten Quartal mit zwölf Prozent am schwächsten. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika wurde immerhin ein Wachstum von 44 Prozent erzielt, in Asien kam es gar zu einem 52-prozentigen Anstieg.

Außerdem verlangsamt sich das Neukundengeschäft der Walldorfer. Gegenüber dem vierten Quartal 1998 gewann die Softwareschmiede im jüngsten Berichtszeitraum 25 Prozent weniger Kunden hinzu. Plattner überrascht diese Entwicklung nicht, da die Marktdurchdringung in Großunternehmen bereits sehr groß sei: "Wir verkaufen erwartungsgemäß mehr in die installierte Basis hinein." Ungeachtet dieser Aussagen spricht der geringere Zuwachs an Neukunden nicht dafür, dass sich die Produkte der SAP im Mittelstand verbreiten. Das aber ist seit Jahren erklärtes Ziel des Softwarekonzerns.