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12.07.2002 - 

Stellenmarktanalyse: Welche Qualifikationen brauchen Bewerber?

SAP- und Microsoft-Produkte hoch im Kurs

MÜNCHEN (am) - Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich weiter fort: Unternehmen erwarten von Bewerbern einen ganzen Strauß an IT-Qualifikationen, angefangen von Programmiersprachen über Netzwerke und Betriebssysteme bis hin zu Datenbanken.

Auch wenn die Zahl der IT-Stellenangebote im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren rapide abgenommen hat, erweist sich der IT-Arbeitsmarkt in einem Punkt als stabil: Ob Programmierung, IT-Beratung oder Netzadministration, die Unternehmen fordern für diese Einsatzgebiete die bekannten Qualifikationen ein. Sie wünschen sich zudem Bewerber, die auch "ein generalistisches Wissen mitbringen und über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um abteilungsübergreifend agieren zu können", so Ralph Neukirchen, Geschäftsführer der CDI Deutsche Private Akademie für Wirtschaft. Der Münchner Weiterbildungsanbieter legt zum 15. Mal seine Stellenmarktanalyse vor, in der er eine Stichprobe von 4000 IT-Stellenangeboten qualitativ analysiert, die während des ersten Quartals 2002 in 20 Tages- und Fachzeitschriften sowie in fünf Online-Jobbörsen erschienen sind.

Programmierer und Softwareentwickler stellen auch in diesem Jahr die gesuchteste Berufsgruppe am IT-Arbeitsmarkt dar. Auf sie bezieht sich jede vierte IT-Stellenanzeige. In erster Linie sollten Entwickler idealerweise ein Informatikstudium absolviert haben und mindestens eine Programmiersprache beherrschen. Favorit ist wie im vergangenen Jahr C++, gefolgt von Java und C. An die vierte Stelle ist SQL vorgerückt, die Microsoft Visual Basic überholt hat.

Berater brauchen Studium

In 21 Prozent der Anzeigen für Programmierer wurden auch Kenntnisse in Softwaretechniken wie Objektorientierung und UML gefordert. Bei den Script- und Markup-Sprachen hat sich XML zum ersten Mal vor HTML und Perl an die Spitze gesetzt. Zusätzlich sollten laut CDI-Analyse Programmierer über Erfahrungen mit Microsoft- und Unix-Betriebssystemen sowie Oracle- und IBM-Datenbanken verfügen. Einsatz finden die gesuchten IT-Experten nicht nur als reine Entwickler, sondern auch in der Konzeption, der Implementierung, der Verwaltung und im Testen der von ihnen entwickelten Programme. Ihre Arbeitgeber sind Software- und Systemhäuser, Beratungsgesellschaften sowie das produzierende Gewerbe wie etwa die Automobilindustrie.

Nach den Entwicklern teilen sich die IT-Berater und Netzspezialisten den zweiten Platz unter den gesuchten IT-Mitarbeitern. Während die Berater im Vergleich zum vergangenen Jahr um einen Rang zurückfielen, konnten die Netz- und Betriebssystem-Experten in der CDI-Stellenmarktanalyse aufholen. Von ihnen werden vor allem Kenntnisse über Unix- und Windows-Betriebssysteme erwartet, die mit 67 beziehungsweise 66 Prozent fast gleichauf liegen.

Die Microsoft-Systeme scheinen in der Gunst der Unternehmen erheblich gestiegen zu sein, nachdem im vergangenen Jahr Windows NT mit 30 Prozent deutlich hinter Unix/Linux (44 Prozent) zurückgefallen war. Unter den Microsoft-Produkten geht es noch in erster Linie um Windows NT, wobei aber Windows 2000 im Vergleich zum Vorjahr häufiger gefordert wird.

Windows XP spielt dagegen bei den nachgefragten Qualifikationen bisher lediglich eine schwache Rolle. Darüber hinaus sollten sich System- und Netzadministratoren mit Groupware von Lotus und MS Exchange Server auskennen sowie sich mit Firewall-Systemen auseinander gesetzt haben. Während Administratoren häufig kein Studium brauchen, ist es für IT-Berater schon fast Voraussetzung: "In 76 Prozent aller Anzeigen für IT-Consultants wird ein Informatik-, Wirtschaftsinformatik- oder BWL-Studium erwartet. Es ist hier kaum durch Berufserfahrung zu ersetzen", so die CDI-Analyse. Einschlägige Berufserfahrung von mehreren Jahren wird von IT-Beratern zusätzlich zum Studium in über 60 Prozent der untersuchten Anzeigen verlangt. Erwünscht sind darüber hinaus Projekt- und Management-Erfahrung, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Englisch.

Im Unterschied zu Programmierern und Netzadministratoren liegt bei Beratern kein deutlicher Schwerpunkt auf Programmierung oder Systemsoftware. Von ihnen werden IT-Kenntnisse aus so unterschiedlichen Bereichen wie Netze, Internet-Protokolle, Sicherheit, Web-Technologien ebenso erwartet wie Customer-Relationship-Management, Microsoft- und Unix-Systemsoftware sowie Programmiererfahrung in Java oder C++.

Auf stabilem Kurs befindet sich der Stellenmarkt für SAP-Experten. Schon im vergangenen Jahr zeichnete sich eine Wiederbelebung ab, die sich weiter fortsetzt. Mittlerweile richten sich 13 Prozent aller IT-Stellenanzeigen an SAP-Berater, -Projektleiter oder -Anwendungsentwickler. Mit Wissen um die klassischen Anwendungskomponenten Controlling, Vertrieb, Materialwirtschaft oder Finanzwesen können die Bewerber immer noch bei den Unternehmen punkten, die in jeder fünften Anzeige diese Qualifikationen einfordern.

Kaum E-Business-Jobs mehr

In 30 Prozent der SAP-Stellenanzeigen stehen aber die neuen Lösungen im Vordergrund, angeführt von Mysap CRM, einer Software, die die Beziehungen zu den Kunden unterstützt. An zweiter Stelle folgt die Komponente Business Information Warehouse (SAP BW), mit der sich interne und externe Daten über Unternehmenskennzahlen, Kundenstruktur oder Ähnliches auswerten lassen.

Die Hoffnungen enttäuscht hat dagegen der E-Business-Stellenmarkt. Noch im vergangenen Jahr untersuchte CDI die Angebote für die Bereiche E-Business und Multimedia in zwei gesonderten Auswertungen. Darauf verzichtet das Weiterbildungsunternehmen mittlerweile, da die Zahl der freien Jobs in diesem Bereich dramatisch eingebrochen ist. CDI merkt in der Analyse lediglich an, dass die meisten Stellen noch für E-Business-Berater beziehungsweise Projekt-Manager ausgeschrieben wurden, geht aber nicht mehr da-rauf ein, welche Qualifikationen verlangt werden.

Abb: Klassische IT-Berufe: Welches Know-how gefragt ist

Know-how in Programmierung, Systemsoftware und Datenbanken ist in den klassischen IT-Berufen Pflicht, Soft Skills wie Team- und Kommunikationsfähigkeit die Kür. Quelle: CDI