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27.07.2001 - 

Prognosen der Analysten übertroffen

SAP und Siebel trotzen dem Trend

MÜNCHEN (CW) - Im Gleichschritt legen die großen Standardsoftwareanbieter gute Zahlen vor - doch während SAP optimistisch in die Zukunft schaut, ist Siebel für die nächsten Quartale skeptisch.

Als Felsen in der Brandung erweisen sich die Anbieter von Unternehmenssoftware. Sowohl SAP als Marktführer im Bereich ERP-Software als auch Kundenbeziehungssoftware-Spezialist Siebel haben die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen.

Doch was den Ausblick auf die nächsten Quartale angeht, könnten die Unterschiede zwischen den Rivalen kaum größer sein. Siebel gibt sich pessimistisch: Man sehe keine Signale für eine Erholung. Das zweite Quartal sei schlechter als das erste verlaufen, und für das dritte Quartal wird insbesondere das Europa-Geschäft als sehr schwierig eingestuft.

Plattner setzt auf EuropaGanz anders sieht das Hasso Plattner, Co-Vorstandssprecher der SAP: "Ich erwarte, dass die Unternehmen in Europa nicht so stark auf die Bremse treten wie in den USA." Daher bleiben die Walldorfer bei ihren Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll um mehr als 20 Prozent steigen und die operative Gewinnmarge bei 21 bis 22 Prozent liegen.

Bereits im abgelaufenen zweiten Quartal hat SAP die Analysten erfreut. Der Umsatz wurde um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,85 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis ohne Berücksichtigung der Kosten für die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme Star und LTI sowie die Akquisition von Toptier stieg um 72 Prozent auf 424 Millionen Euro. Das Nettoergebnis beläuft sich schätzungsweise auf einen Betrag von rund 100 Millionen Euro. Diese Zahl musste SAP nach der Bekanntgabe der Ergebnisse von Commerce One korrigieren.

Grund dafür ist die geplante Erhöhung des SAP-Anteils an dem Marktplatzsoftwarehersteller auf rund 20 Prozent. Damit muss SAP nach den amerikanischen Buchhaltungsvorschriften US-Gaap dessen Verluste in der eigenen Bilanz berücksichtigen - und zwar rückwirkend für das Gesamtjahr. Bei einem Anteil von 4,4 Prozent im zweiten Quartal und einem Nettoverlust mit Commerce One in Höhe von zwei Milliarden Dollar macht das etwa 88 Millionen Dollar für das zweite Quartal aus. Auch das erste SAP-Quartal muss auf diese Weise korrigiert werden. Die Verluste des Partners werden auch in Zukunft das Nettoergebnis in Walldorf drücken. Auf das prognostizierte operative Ergebnis hat dieser buchungstechnische Verlust aber keine Auswirkungen.

Doch trotz allem Optimismus über die künftige Entwicklung - ganz ungetrübt dürfte die Freude in Walldorf nicht sein. Der Umsatz mit Softwarelizenzen legte nämlich gegenüber dem Vorjahr nur um 17 Prozent zu. Insbesondere das US-Geschäft schwächelt weiterhin. Währungsbereinigt musste SAP dort beim Lizenzgeschäft einen Rückgang von zwölf Prozent hinnehmen, inklusive Wartung und Service kommt der Konzern auf ein mageres Plus von sechs Prozent.

SAP schlägt i2-UmsatzPositiv sieht dagegen das Geschäft in den neuen Produktbereichen wie Customer-Relationship-Management (CRM) und Supply-Chain-Management (SCM) aus. So trägt CRM im zweiten Quartal mit 104 Millionen Euro bereits 16 Prozent zum Lizenzumsatz bei, SCM mit 150 Millionen Euro sogar 23 Prozent. "Die Zeit der Experimente ist vorbei", analysiert Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann die Entwicklung. Statt bei Spezialanbietern zu kaufen, bevorzugen die Unternehmen nun die sichere Seite: einen etablierten ERP-Anbieter. Das merkt zum Beispiel i2 Technologies, dessen Lizenzumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Drittel auf 106 Millionen Dollar zurückgegangen ist und das damit nun hinter SAP liegt.

Im Bereich CRM kann SAP dagegen noch nicht zum Marktführer aufschließen. Siebel hat im zweiten Quartal 287 Millionen Dollar Umsatz mit Softwarelizenzen gemacht - rund dreimal so viel wie SAP. Doch das hat Analysten nicht gereicht. Das 17-prozentige Wachstum gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr und sehr zurückhaltende Prognosen für das restliche Geschäftsjahr haben die Aktie kräftig einbrechen lassen, obwohl das Unternehmen die Analystenerwartungen für das zweite Quartal bei Umsatz und Gewinn übertroffen hat. So stieg der Umsatz um 38,5 Prozent auf rund 550 Millionen Dollar. Beim Gewinn wies der Softwarehersteller 15 statt der prognostizierten 13 Cent pro Aktie aus - das entspricht 76,6 Millionen Dollar.

Doch diese Resultate wird Siebel nach eigener Einschätzung zunächst nicht mehr steigern können. Im dritten Quartal erwartet Firmenchef Tom Siebel Lizenzumsätze in Höhe von 250 bis 350 Millionen Dollar. Auch die Gewinnerwartung liegt mit 14 Cent pro Aktie im dritten und 16 Cent pro Aktie im vierten Quartal deutlich unter den bisherigen Erwartungen der Analysten. "Es ist schwer, und es wird noch schwerer", begründet Siebel die Prognosen.