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20.03.2007 - 

Kolumne

SAP verändert das Spiel

Die SAP zu beobachten, kommt manchmal einer Lehrstunde in Unternehmensentwicklung gleich. Mit ihrem etwas halbherzig angekündigten Produkt "A1S" - noch steht weder der genaue Funktionsumfang, noch der Verfügbarkeitstermin fest - wagt sie einen neuen Versuch, die mittelständische Klientel zu gewinnen. In der Vergangenheit haben viele IT-Entscheider aus diesem Bereich abgewinkt, wenn es um Produkte aus Walldorf ging. Zu teuer, zu kompliziert und die Firmenvertreter angesichts der relativ geringen Investitionskosten zu arrogant, hieß es immer wieder. Dieses Image führte dazu, dass SAP im Mittelstand Probleme hatte.

Doch offenbar haben die Walldorfer aus ihren Niederlagen gelernt. A1S ist als Hosting-Lösung angelegt. Damit nicht genug, kann der potenzielle Kunde vor der Bestellung mit Hilfe eines Online-Tools seinen Bedarf an Arbeitsplätzen, Funktionalität und Ablaufsteuerung ermitteln. Das Ergebnis sendet er an die SAP oder ihre Partner und bekommt ein Software-Angebot, das - so zumindest das Versprechen der Walldorfer - weitgehend auf ihn zugeschnitten ist.

Zwar bleiben noch einige Fragen offen, aber mit der Kombination aus Hosting und Evaluation der Bedürfnisse der Anwender vor Ort verändert die SAP das Spiel in mehrfacher Hinsicht: Durch das Hosting befreit sie den Anwender von der lästigen Pflege und den notwendigen Updates der Software. Außerdem wird einiges an der für den Eigenbetrieb notwendigen Infrastruktur überflüssig. Darüber hinaus verändert sich die Finanzierung. Bisher verbuchen Unternehmen den Kauf von Softwarelizenzen als Investition. Gehostete Applikationen dagegen werden gemietet und fallen damit nicht ins Investitionsbudget, sondern unter Betriebsausgaben. Die sind in der Regel besser planbar und weniger risikoreich als Ausgaben für eine Software, die in aller Regel noch gegen zusätzliches Geld angepasst und implementiert werden muss.

Auf den ersten Blick viele Vorteile. Allerdings muss sich noch herausstellen, wie weit die SAP-Offerte trägt. Wie gut wird sie auf die Bedürfnisse des jeweiligen Anwenders angepasst? Wie viel deckt sie ab? Bietet A1S nur preiswerte Basisfunktionalität? Müssen alle Extras dagegen teuer bezahlt werden? Wie steht es mit Service Levels? Wie viel lässt sich der Hostinganbieter, sei es die SAP oder ein Partner, eine hohe Verfügbarkeit kosten?

Viele Fragen, die SAP noch beantworten muss. Eine ganz andere, aber vielleicht noch drängendere Frage stellen die Partner. Sie lautet einfach: Was wird aus uns? Die neue Lösung soll wenig Beratung und Implementierungsaufwand erfordern. SAP wird seinen Partnern deshalb einiges erklären müssen.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.