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02.07.2008

SAP verkauft Teile von Business Objects

Die Walldorfer trennen sich von Produkten und spezialisierten Mitarbeitern für das Beteiligungs-Controlling. Über 150 Großunternehmen in Europa sind betroffen.

Für eine nicht genannte Summe veräußert SAP die Rechte an den Produkten "Business Objects Cosmos" und dessen Nachfolger "Business Objects Insighter" an das Heidelberger Softwarehaus Zetvisions. Auch das zuständige Personal wechselt den Arbeitgeber. Zetvisions ist seit rund zehn Jahren im Markt tätig und hat sich auf Software und Dienstleistungen für das Beteiligungs-Management spezialisiert. SAP hatte die genannten Produkte und das Know-how für das Beteiligungs-Management im Rahmen der Übernahme des Business-Intelligence-Spezialisten Business Objects erworben. Nach offiziellen Angaben haben aktuell rund 150 Großunternehmen in Europa die Software von Business Objects im Einsatz. In Deutschland sollen es 40 Kunden sein, darunter Siemens, das sein komplettes Beteiligungsportfolio (Tochtergesellschaften) über die Software verwaltet.

SAP holte sich Konkurrenz ins Haus

Mit dem Verkauf will SAP offenbar einen Partnerkonflikt mit dem befreundeten Anbieter Zetvisions vermeiden. Beide Unternehmen pflegen eine weltweite Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaft auf dem Gebiet des Beteiligungs-Managements. Mit Business Objects hatten sich die Walldorfer aber ein funktional stark konkurrierendes Angebot zur Zetvisions-Software "Corporate Investment Manager" ins Haus geholt.

Zudem gibt es Familienbande, sind doch die Hauptinvestoren von Zetvisions keine Geringeren als die SAP-Mitgründer Dietmar Hopp und Claus Tschira. Bereits im Juni hatte SAP daher Zetvisions die Betreuung der genannten Produkte und Kunden überlassen. Anwender werden künftig über Tochtergesellschaften von Zetvisions in Paris und Brüssel betreut, die zuvor zu Business Objects gehörten.

Integration steht an

Für Kunden hat diese Entwicklung zwei Aspekte. Zum einen bekommen sie laut Marko Albrecht, CEO von Zetvisions, künftig eine bessere Betreuung, da man mehr Know-how für das Beteiligungs-Management mitbringe als Business Objects. Zum anderen muss nun Zetvisions seinerseits konkurrierende Angebote im Portfolio betreuen und zusammen mit Anwendern eine nachvollziehbare Roadmap entwickeln. Ziel ist dabei eine gemeinsame Produktarchitektur. Erst im letzten Jahr hatte Zetvisions mit dem Open Data Systemhaus den größten Wettbewerber in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekauft und migriert derzeit dessen Kunden auf den Corporate Investment Manager und die SAP-Plattform. Dies wird vermutlich auch der Weg für SAP-Kunden sein, von denen nach Angaben von Albrecht zwischen 60 bis 70 Prozent Business Objects Insighter nutzen, während der Rest noch mit Business Objects Cosmos arbeitet.Laut Albrecht steigt die Nachfrage nach Lösungen für das Beteiligungs-Management. Treiber seien immer enger gefasste gesetzliche Vorgaben. Verschiedenen Untersuchungen zufolge werde das weltweite Marktvolumen in den kommenden drei Jahren auf 500 bis 700 Millionen Euro wachsen, sagte der Manager. (as)