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Ex-Adabas-D als Werbeträger


27.10.2000 - 

SAP verschenkt Datenbank im Sourcecode

MÜNCHEN (gfh) - Die 1997 von der Software AG übernommene relationale Datenbank "SAP DB" steht Interessenten kostenlos im Quellcode zur Verfügung. Damit wird aus dem eigentlich als Auslaufmodell positionierten System ein Werbeträger, mit dem SAP Lorbeeren in der Open-Source-Bewegung ernten möchte.

"Wir halten das Open-Source-Modell bei der Weiterentwicklung von Infrastruktursoftware wie Datenbanken für besonders Erfolg versprechend", nennt Peter Barth, SAP-Direktor Technologie-Marketing, als Hauptgrund für die Offenlegung des Softwarecodes der Version 7.2.04 von SAP DB. Zwar werde man kostenpflichtigen Service dafür anbieten, aber mit einem hohen Umsatz rechnet er nicht.

Wenn SAP DB bislang weitgehend unbekannt war, ist das kein Zufall. Das Produkt konkurriert funktional mit Systemen von IBM, Oracle, Informix und Microsoft - allesamt langjährige SAP-Partner, denen man nicht allzusehr ins Handwerk pfuschen wollte. So wurde die Datenbank bislang weniger für R/3 optimiert als für Zusatzprodukte etwa zum Customer-Relationship-Management oder für Web-Server.

Bei der Deutschen Post dagegen, einem der Hauptkunden von R/3 auf SAP DB, erhofft man sich von der Codeöffnung eine rasche Weiterentwicklung nach dem Vorbild der Internet-Software.

Doch welche Open-Source-Entwickler sollen sich für die Weiterentwicklung eines Systems interessieren, von dem es weltweit weniger als 700 Lizenzen bei fallender Tendenz gibt? Allerdings ist SAP DB in Open-Source-Kreisen nicht ganz unbekannt.

Wiederbelebung eines AuslaufmodellsSo wurde das System Anfang 1996, damals noch von der Software AG unter der Bezeichnung "Adabas D", als kostenlose Freeware mit der Caldera-Version von Linux gebündelt und war damit das erste professionelle Datenbanksystem für diese Plattform. Die SAP wollte sich damit einen breiten Markt für das unter Technikern gelobte Produkt schaffen - mit mäßigem Erfolg.

Die Folge war, dass 1997 die SAP die Rechte für die Weiterentwicklung des Systems übernahm und es zum Auslaufmodell erklärte. Neukunden, so der seinerzeitige Unternehmenssprecher, sollten definitiv nicht gewonnen werden. Stattdessen wurden die Migrationswerkzeuge von Informix empfohlen.

Wenn nun der Adabas-D-Nachfolger SAP DB als Open-Source-Version wiederbelebt wird, dürfte es sich daher weniger darum handeln, einen Massenmarkt zu finden, als das SAP-Image in der Open-Source-Bewegung mit Hilfe eines sonst nicht sonderlich erfolgreichen Produkts aufzupolieren. Außerdem kann das Unternehmen durch diese Demonstration der Unabhängigkeit von Fremddatenbanken seine Postionen gegenüber den Datenbankpartnern demonstrieren.

Tatsächlich müssen Interessenten noch bis etwa Mai 2001 warten, bis der gesamte Sourcecode insbesondere des Datenbank-Kernels offen gelegt und nach den Regeln der GNU Public Licence zu haben ist. Binärversionen der Software gibt es schon ab November dieses Jahres für die Betriebssysteme Linux, Solaris, AIX, HP-UX,Tru 64 und Windows NT unter http://sapdg.org. Die Web-Seite soll zudem als Entwicklerforum dienen.