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24.10.2003 - 

Hersteller beugt sich dem Kundendruck - mit Einschränkungen

SAP verspricht unbefristete Wartung

24.10.2003
BREMEN (ba) - SAP hebt alle Wartungsbefristungen bis Ende 2004 auf und bietet Kunden darüber hinaus zeitlich unbegrenzten Basissupport für alte R/3-Releases. Durch diesen Erfolg ermutigt, fordert die Deutsche SAP-Anwendergruppe (DSAG) bessere Unterstützung im immer komplexer werdenden Geflecht der SAP-Techniken.

"Für zahlreiche Anwenderunternehmen ist die Kurskorrektur der SAP eine große Erleichterung", kommentierte der DSAG-Vorsitzende Alfons Wahlers auf dem diesjährigen Jahreskongress der Anwendervereinigung in Bremen die Entscheidung der SAP-Verantwortlichen. Für R/3-Kunden mit den Release-Ständen 3.1I, 4.0B, 4.5B und 4.6B wird es künftig keinerlei Einschränkungen bei der Wartungsverlängerung bis Ende 2004 mehr geben. Anwender können gegen einen zweiprozentigen Aufschlag auf die herkömmliche 17-prozentige Jahresgebühr die verlängerte Wartung künftig formlos mit einem Bestellformular ordern. Ende nächsten Jahres endet diese Form der Wartung jedoch endgültig. Bisher verlangten die Walldorfer einen "Maintenance Extension Check", da einzelne Länder- und Personalwirtschaftsversionen sowie verschiedene Industrielösungen ausgenommen waren.

Wer über 2004 hinaus Support für seine älteren R/3-Installationen benötigt, kann für die herkömmlichen 17 Prozent Gebühr einen unbefristeten kundenspezifischen Wartungsvertrag mit der SAP abschließen. Darin fehlen jedoch weitere Support Packages sowie die Umsetzung gesetzlicher Änderungen in der Software. Kunden erhalten reduzierte technologische Upgrades und individuelle Problemlösungen. SAP stelle damit sicher, dass die Systeme laufen, heißt es von Seiten des Softwarekonzerns. Weitergehenden Support würden Kunden allerdings nur noch über separate Aufträge an die SAP bekommen.

"Die Wartung endet nie", versprach denn auch Gerhard Oswald, SAP-Vorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Service und Support. Damit vollziehen die Verantwortlichen aus dem badischen Walldorf eine längst notwendige Kurskorrektur. Das räumt auch Oswald ein. SAP habe während der vergangenen Quartale mit mehr Upgrade-Projekten gerechnet. Jedoch hätten viele Kunden ihre Vorhaben verschoben oder gar ganz gestoppt. "Wir mussten reagieren", so das nüchterne Fazit des SAP-Managers. "Vielleicht hätte dies sogar früher geschehen müssen." Wie sich die Zahl der Migrationsprojekte in den nächsten Monaten entwickeln wird, ist schwer einzuschätzen. Auch User-Vertreter Wahlers weiß nicht, wie viele SAP-Anwender momentan einen Umstieg auf R/3-Enterprise planen. Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Raad Consult arbeiten 39,3 Prozent der deutschen SAP-Anwender noch mit Release-Ständen 4.6B und älter. Aus Sicht des deutschen Marktes lohne sich daher eine weitere Wartung, erläutert Nils Niehörster, Geschäftsführer von Raad Consult.

Dass in den nächsten Monaten verstärkt Migrationsprojekte anlaufen, bezweifeln jedoch selbst die SAP-Manager. So glaubt Oswald nicht an eine Erholung der IT-Budgets. Viele IT-Verantwortliche in den Unternehmen ständen heute vor der Schwierigkeit, ein Upgrade-Projekt wirtschaftlich zu rechtfertigen. Die SAP müsse den Kunden einen Weg aufzeigen, wie sie IT-Kosten reduzieren könnten, sieht Oswalds Vorstandskollege Claus Heinrich den Hersteller in der Pflicht. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sei der Einsatz von SAPs "Enterprise Service Architecture" (ESA) rund um die Integrationssuite "Netweaver".

Das müsse die SAP allerdings erst noch beweisen, fordert Wahlers. Die Walldorfer müssten deutlich machen, wie man der steigenden Komplexität der IT-Infrastrukturen mit Hilfe von Netweaver Herr werden könne. "Sonst sterben wir irgendwann den Komplexitätstod."

Gute Geschäfte mit der Wartung

Auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2003 machten die Wartungseinnahmen den Löwenanteil am SAP-Umsatz aus. Mit 655 Millionen Euro wuchs dieser Posten im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent. Im Vergleich dazu lagen die Lizenzumsätze mit 433 Millionen Euro knapp unter dem Niveau des dritten Quartals 2002. Einen Einbruch um 14 Prozent verzeichneten die Walldorfer dagegen im Service- und Schulungsgeschäft. Hier standen Ende September 550 Millionen Euro zu Buche. Im Vorjahr waren es an gleicher Stelle noch 642 Millionen Euro. Insgesamt verzeichnete der deutsche Softwarekonzern damit einen leichten Umsatzrückgang um drei Prozent auf rund 1,65 Milliarden Euro.

Dem Ergebnis schadete dies jedoch nicht. Mit 423 Millionen Euro stieg der bereinigte operative Gewinn um 33 Prozent im Jahresvergleich. Das Nettoergebnis kletterte um 25 Prozent auf 252 Millionen Euro. Die operative Marge betrug 26 Prozent - sieben Prozent mehr als im dritten Quartal 2002. Das gute Ergebnis ist unter anderem auf die anhaltenden Sparmaßnahmen zurückzuführen. So gelang es den Walldorfern, die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf knapp 1,24 Milliarden Euro zu drosseln.