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05.02.1999 - 

Walldorfer treten Krisenszenario mit optimistischer Prognoseentgegen

SAP verspricht weiteres Wachstum und Gewinne

MÜNCHEN (CW) - Ungeachtet der enttäuschenden Ertragszahlen für 1998 und vieler skeptischer Analysten zeigt sich SAP optimistisch. Für das laufende Geschäftsjahr werde wieder eine kräftige Gewinnsteigerung erwartet. Den Markt für Standardsoftware betrachten die Walldorfer als keineswegs ausgereizt; allein in den kommenden drei Jahren soll sich der Umsatz etwa verdoppeln.

Die SAP AG bestätigte in ihrer soeben vorgelegten vorläufigen die Anfang Januar veröffentlichten ersten Zahlen für 1998. Danach erhöhte sich der Umsatz der Walldorfer gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent auf 8,47 Milliarden Mark. Aufgrund des Geschäftseinbruchs in Asien kletterte jedoch der Gewinn vor Steuern statt der erhofften 30 bis 35 Prozent nur um 15 Prozent auf 1,92 Milliarden Mark (siehe Abbildung).

"Trotz der Belastungsfaktoren war 1998 ein erfolgreiches Jahr", kommentierte Vorstandssprecher Hasso Plattner das Ergebnis. Dies vor allem, weil man trotz der enttäuschenden Ertragsentwicklung die Position gegenüber den wichtigsten Wettbewerbern um ein bis zwei Prozentpunkte verbessern konnte. Auch für das laufende Jahr gehen die Softwerker davon aus, ihre Marktführerschaft zu verteidigen oder gar auszubauen.

Konkret bedeutet dies für 1999 eine erwartete Umsatzsteigerung zwischen 20 und 25 Prozent. Der Gewinn soll nach Möglichkeit noch kräftiger wachsen. Plattners Vorstandskollege Henning Kagermann bekräftigte zudem das Ziel, binnen der kommenden drei Jahre die Einnahmen etwa zu verdoppeln. Durch die Einstellung von weltweit fast 6500 neuen Mitarbeitern seien hierzu im vergangenen Jahr "erhebliche Vorabinvestitionen" getätigt worden. Mit diesen Aussagen trete, wie es hieß, die SAP auch der Furcht vor einer Durststrecke im ERP-Markt mit einem "optimistischen Szenario" entgegen. Bereits Ende 1999 sei mit einer "Wachstumsbeschleunigung" zu rechnen, nachdem die Umsatzentwicklung gegenwärtig noch durch die Jahr-2000-Problematik von Zurückhaltung auf der Kundenseite geprägt ist.

Gelingen soll das geplante Wachstum auch mit Hilfe neuer Produkte. So sind laut SAP die ersten "New-Dimension"-Lösungen erfolgreich im Markt plaziert worden. Die Walldorfer führen hier unter anderem ihr seit August erhältliches Data-Warehouse-Tool "Business Information Warehouse" sowie die seit Ende 1998 verfügbare Supply-Chain-Management-Lösung "Advanced Planer and Optimizer" an.

Ob SAP mit der vergleichsweise späten Ausrichtung auf neue Zukunftsmärkte die Durstrecke im ERP-Markt überwinden wird, bleibt dennoch ungewiß. Viele Experten sehen zumindest vorübergehend dunkle Wolken auf die Walldorfer zukommen. Vor allem das klassische R/3-Großkundengeschäft gilt als gesättigt; neue Märkte wie der Mittelstand lassen sich nur schwer erobern. Die Analysten der Privatbank Sal. Oppenheim sind jedenfalls für 1999 eher skeptisch. Ihre Empfehlung: Investoren sollten vor einem Engagement in SAP die Zahlen für das erste Quartal 1999 abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob die Prognosen des Vorstands richtig sind.