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30.10.1998 - 

Plattner: Fürs neue Front-end geben Microsoft-Techniken den Ton an

SAP weiter auf Wachstum eingestellt

Trotz der Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Japan und der zunehmend negativen Währungseinflüsse konnte die Softwareschmiede ihr Wachstum im dritten Quartal wie geplant fortsetzen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 54 Prozent auf 5,9 Milliarden und der Gewinn vor Steuern auf 1,2 Milliarden Mark.

Etwa 60 Prozent der Gesamteinnahmen entfielen auf das Geschäft mit R/3, während der Umsatz mit der Mainframe-Lösung R/2 von 168 Millionen in den ersten neuen Monten des vergangenen Jahres auf nunmehr 130 Millionen Mark sank. "Dieser Rückgang verwundert uns nicht, da wir mit R/2 keine Neuabschlüsse tätigen und hauptsächlich Einnahmen aus Wartung erzielen", erklärte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. In den Ergebnissen seien Rückstellungen für das Mitarbeiterbonusprogramm "Star" enthalten. Die Zahl der Beschäftigten weltweit stieg von 11998 Ende 1997 auf derzeit 18330 - stärker als Anfang des Jahres geplant.

ERP-Markt laut SAP noch lange nicht gesättigt

Daß der Markt für Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systeme insgesamt künftig schwächer als bisher zulegen werde, bestritt Kagermann nicht. Analysten von Gartner, AMR Research und Hurwitz Group hatten prognostiziert, daß sich ERP-Anbieter aufgrund der nachlassenden Jahr-2000- und Euro-Nachfrage künftig auf geringeres Wachstum einstellen müßten. Allerdings werde SAP die von den Auguren geschätzten Zuwachsraten von durchschnittlich 25 bis 30 Prozent jährlich auch in Zukunft übertreffen, erklärte SAP-Vorstandsprecher Hasso Plattner.

"Eine Sättigung des ERP-Marktes ist noch lange nicht in Sicht", sagte er. Die SAP verspricht sich zum einen, bei der bereits gewonnenen Kundenbasis noch zu wachsen. Zum anderen werde der Anbieter künftig mit Produkten, deren Funktionen bis dato nicht im R/3 bereitstehen, einen Großteil seines Geschäftes bestreiten. Konkret nannte Plattner die Initiative "New Dimension", zu der Lösungen für die Steuerung von Vertrieb und Marketing sowie zur Verwaltung von Lieferketten gehören. "Derzeit erzielen wir mit diesen Produkten nicht einmal fünf Prozent unseres Umsatzes", fügte er hinzu. In zwei bis drei Jahren sollen es rund 30 Prozent sein.

Weiterer Motor für Wachstum ist laut Plattner der Mittelstand. Hier konnten die Walldorfer im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 100 Prozent zulegen. Von Januar bis Ende September entschieden sich 512 (1997: 253) mittelständische Unternehmen für R/3. Der Vertrieb und die Implementierung in diesem Segment erfolgt über SAP-Partner.

Mit der Initiative Enjoy SAP, die auf der Sapphire-Konferenz in Madrid vorgestellt wurde, hoffen die Walldorfer, künftig auch Anwender an das R/3-System zu locken, die bisher keine oder nur Gelegenheitsnutzer sind. In dem von Plattner als zahlenmäßig größtes Vorhaben der SAP bezeichneten Projekt arbeiten Kunden, Partnerunternehmen und eigene Mitarbeiter daran, die Bedieneroberfläche zu vereinfachen. Die Generalüberholung des Front-ends soll in rund zwei Jahren abgeschlossen sein, sagte Plattner, und werde keine Auswirkungen auf die übrige Architektur der R/3-Software haben.